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Neue Produkte von Huawei : Es klappt jetzt ohne Google

Die „Falcon Wing“-Scharniere bestehen aus mehr als 100 Teilen. Bild: Hersteller

Huawei verlegt seine Pressekonferenz ins Internet. Richard Yu spricht in einer leeren Halle. Die Botschaft: Das Klapp-Smartphone Mate Xs kommt nach Europa. Zu einem stolzen Preis.

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          Eine Pressekonferenz ohne Journalisten: Die Mobilfunkmesse in Barcelona ist abgesagt, nun kam bei Huawei Plan B zum Einsatz. In einer leeren spanischen Messehalle hielt Richard Yu, Chef der Konsumenten-Sparte, wie gehabt seine Keynote. Nur ohne Publikum. Vielmehr wurde der Videostream live ins Internet gespielt, und in einem Berliner Kino konnten die deutschen Journalisten das Event mitverfolgen.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Besser, schneller und ausdauernder als Samsungs Galaxy Fold: Das soll die zweite Generation des chinesischen Falt-Smartphones sein. Dem Mate X, nur in China erhältlich, folgt das Mate Xs, das vom März an auch nach Europa kommt. Die Bauform des Geräts bleibt, es wird vertikal aufgeklappt, so dass aus dem Smartphone in Übergröße ein kleines Tablet wird.

          Als Vorzüge des neuen Mate Xs nennt der Hersteller den schnelleren Prozessor, nämlich den bereits zur Internationalen Funkausstellung vorgestellten Kirin-990-Chipsatz, der mehr Tempo biete und eine längere Akkulaufzeit. Ferner ist der mechanische Klappmechanismus überarbeitet worden, und die Apps sollen das Faltdisplay besser unterstützen.

          Das Mate Xs von Huawei Bilderstrecke

          Die Anzeige des Mate Xs löst aufgeklappt bei einer Diagonale von 8 Zoll mit 2480 x 2200 Pixel auf. Zusammengeklappt bietet es zwei Smartphone-Bildschirme mit 6,6 Zoll auf der Vorderseite und 6,4 Zoll auf der Rückseite. Um das Mate Xs im gewohnten Smartphone-Format nutzen zu können, arbeiten für den Falt-Vorgang im Inneren des „Falcon Wing“ genannten Scharniers mehr als einhundert ineinandergreifende Teile zusammen. Das Scharnier wird aus Flüssigmetall auf Zirkonium-Basis gefertigt, sagt der Hersteller. 

          Der Speicher des Mate Xs ist mit 512 Gigabyte üppig bestückt, der Akku hat eine Kapazität von 4500 Milliamperestunden. Das Gerät nutzt bereits den neuen 5G-Mobilfunkstandard, und die 4fach-Kamera stammt, wie bei Huawei üblich, von Leica. Auch dieses neue Huawei-Smartphone kommt ohne die Google-Dienste in den Handel. Mit den Huawei Mobile Services will der Hersteller eine Ökosystem-Alternative zu den Google-Diensten aufbauen. Die Google-Dienste dürfen wegen des Handelsstreits mit Amerika nicht in neuen Huawei-Geräten implementiert werden. Die Folge: Es gibt keine Google-Apps wie Gmail oder die Karten und keinen Zugriff auf den Play Store. Der Preis des Mate Xs beträgt 2500 Euro.

          Tablet mit knapp 11 Zoll

          Das ebenfalls neue Matepad Pro ist ein Android-Tablet mit 10,8 Zoll-Display im 16:10-Format. Auf den ersten Blick könnte man es für ein iPad Pro von Apple halten. Die Displayauflösung beträgt 2560 x 1600 Pixel, und auch hier kommt der neue Kirin-990-Chipsatz zum Einsatz. Mit Huawei-Share soll man Smartphone-Daten per Drag & Drop auf das Tablet schieben können, und das Gerät lässt sich auch mit einem Stift bedienen, der 4096 Druckempfindlichkeitsstufen unterstützt. Das Matepad Pro kostet zwischen 550 und 950 Euro.

          Als neues Oberklasse-Notebook wurde das Matebook X Pro mit Metallgehäuse vorgestellt. Es ist mit 1,3 Kilogramm eher ein Leichtgewicht und hat das ungewöhnliche Seitenverhältnis der Microsoft-Notebooks, nämlich 3:2. Die 13,9-Zoll-Anzeige hat eine Auflösung von 3000 x 2000 Pixel und bildet den RGB-Farbraum komplett ab. Der Notebook kommt mit der jüngsten, 10. Prozessorengeneration, dem Intel Core i7 10510U und der Nvidida Gforce MX 250 Grafikeinheit.

          Als neue Mittelklasse-Notebooks wurden das Matebook 13 und das Matebook 14 vorgestellt. Auch hier ist das Display im Seitenverhältnis 3:2 gehalten, die Anzeige erreicht eine Auflösung von 2160 x 1440 Pixel und wiegen 1,3 und 1,5 Kilogramm. Die neuen Notebooks kommen im April in den Handel, das Matebook X Pro kostet zwischen 1500 und 2000 Euro.

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