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Neue Produkte von Google : Das Smartphone muss man nicht anfassen

Diese Farbe wird es nur beim Pixel 4 geben, und dort auch nur limitiert. Bild: Hersteller

Google hat die nächste Generation seines Smartphones, smarten Mini-Lautsprechers und Router-Sets vorgestellt. Mit einer Funktion geht das Pixel 4 auf Distanz zu seinen Nutzern.

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          Das Smartphone-Jahr neigt sich allmählich dem Ende zu. Wenn Google heute in New York und Berlin die nächste Version seines Flaggschiffs Pixel vorstellt, weiß man, dass an hochpreisigen Geräten der Oberklasse bis Februar nächsten Jahres nichts mehr nachkommt. Samsung, Huawei und Apple haben ihre Modelle schon auf dem Markt. Nun bewirbt sich Google mit dem Pixel 4 - und noch einigen weiteren Gadgets - als möglicher Kandidat für den Weihnachtsbaum.

          Betrachtet man die Verkaufszahlen, bleibt dieses Smartphone ein Nischenprodukt und kann nicht ansatzweise mit den großen Herstellern mithalten.  Doch aus technischer Sicht hat schon das Pixel 3 einige Konkurrenten überholt. Allen voran die Kamera wurde immer wieder als die beste des Marktes bezeichnet,  und das, obwohl sie nur eine Linse für die Aufnahmen nutzt. Die fehlenden Bilddaten holte sich Google mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz. Das funktionierte erstaunlich gut.

          Aber vielleicht auch nicht so perfekt, wie sich Google das vorstellte. Denn beim Pixel 4 bekommt die Hauptkamera mit einer Auflösung von 12 Megapixel Unterstützung von einer zweiten Linse mit 16 Megapixel, wenn der Nutzer den Zoom nutzt. Normalerweise funktioniert es so, dass die Tele-Optik bei einer bestimmten Brennweite übernimmt. Zoomt man zum Beispiel bei einem optischen Dreifachzoom „nur“ zweifach, liefert die Hauptlinse die Daten. Huawei macht es seit dem P20 Pro etwas anders. Die Software mischt die Daten verschiedener Linsen nach Bedarf.

          Das Pixel 4 ist das einzige Flaggschiff, das den Bildschirm nicht bis knapp an den Rand zieht. Bilderstrecke

          Bei Google soll nun alles anders sein, aber es wird wohl ähnlich wie bei Huawei funktionieren. Das heißt, es wird keine harte Grenze geben zwischen der Hauptoptik und dem Teleoptik, dessen Brennweite knapp einem Zweifachzoom entspricht. Die Software muss also viel Arbeit übernehmen. Denn mittlerweile macht bei fast allen Herstellern eine Triple-Kamera die Fotos. Betrachtet man nur die technischen Daten der Hardware, hätte das Pixel 4 schon verloren.

          Doch auch bei diesem Modell wird vermutlich viel über Software und Machine Learning erreicht. So konnte Google während der Veranstaltung eindrucksvoll die Doppelbelichtung demonstrieren: In der Vorschau, vor dem Auslösen, lässt sich für das Foto die Belichtung für den Vordergrund und Hintergrund unterschiedlich einstellen. Oder mit „Night Sight 2.0“ nimmt das Smartphone die Milchstraße auf - was natürlich in Berlin nicht demonstriert werden konnte. Unser Test von Gerät und Kamera kommt am 22. Oktober in Technik und Motor.

          Gestensteuerung mit Motion Sense

          Neu beim Pixel 4 und ziemlich exklusiv ist die Funktion Motion Sense. LG hat, wenig überzeugend, für sein G8 eine ähnliche Funktionalität eingesetzt. Das Gerät erkennt die Bewegung der Hand, ohne dass diese den Bildschirm berührt. Zuständig dafür ist ein Radar-Sensor, den Google seit 2015 im Rahmen des Project Soli entwickelt. Er kommt im Pixel 4 das erste Mal zum Einsatz.

          Wozu man so etwas brauchen sollte, beantwortet Google mit Beispielen wie: Man kocht gerade, hat dreckige Hände und will das Rezept weiterblättern. Der Wecker klingelt und wird durch eine Handbewegung ausgeschaltet. Ankommende Anrufe können durch die Geste leiser gestellt werden. Während ein Lied läuft, kann zum nächsten Song gesprungen werden. Das funktioniert nicht nur mit Apps von Google, sondern etwa auch mit Spotify. Auch hier wird der Test klären müssen, wie sinnvoll das ist.

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