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Neue Produkte von Apple : iPad Air und ein kostenloses Betriebssystem

Auf das neue iPad hatten alle gewartet Bild: Apple

Apple hat in San Francisco neue Produkte vorgestellt. Darunter auch das neue iPad Air. Für eine Überraschung sorgte Apple-Chef Tim Cook, als er den Preis des neuen Betriebssystems Mac OS X Mavericks bekanntgab.

          Apple hat am Dienstag in San Francisco zwei neue Geräte seiner iPad-Familie vorgestellt. Das iPad der fünften Generation heißt iPad Air und ist der Nachfolger des genau ein Jahr alten iPad 4. Es behält zwar die gewohnt große Bildschirmdiagonale von 24,6 Zentimeter (9,7 Zoll), erscheint aber nun deutlich schlanker: Der linke und rechte Rand neben der Anzeige wurde sichtbar reduziert. So spielt das neue große iPad mit dem Design seines erfolgreichen kleinen Bruders iPad Mini.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Das iPad Air bietet wie sein Vorgänger das von Apple sogenannte Retina-Display mit einer Auflösung von 2048 x 1536 Pixel. Es ist leichter geworden (um die 500 Gramm) und vor allem dünner: 7,5 statt 9,4 Millimeter. Man habe um jeden Millimeter gekämpft, hieß es während der Vorstellung. Die rückseitig eingebaute Kamera des iPad Air löst nach wie vor mit 5 Megapixel auf.

          Die neue Referenz bei den Desktop-Rechnern soll der neue Mac Pro werden Bilderstrecke

          Als neuer Prozessor kommt die von Apple als A7 bezeichnete Einheit zum Einsatz, also derselbe Prozessor wie im aktuellen iPhone 5s. Wie bei Apples Top-Smartphone ist der wichtigste Unterschied der Wechsel hin zu einem 64-Bit-Betriebssystem. Es kann mehr Speicher adressiert werden, besonders anspruchsvolle Programme und vor allem Spiele werden davon profitieren. Das iPad Air kommt wie gehabt in einer Modellvariante mit W-Lan und einer zweiten mit W-Lan plus Mobilfunk in den Handel. Die Mobilfunkabteilung unterstützt nun, wie iPhone 5s und 5c, mehr LTE-Frequenzbänder, in Deutschland etwa auch die LTE-Netze von Vodafone und O2. Der von vielen Beobachtern erwartete Fingerabdrucksensor ist nicht im iPad Air eingebaut.

          Er fehlt auch im ebenfalls neuen iPad Mini der zweiten Generation. Die wichtigste Neuerung ist hier jedoch die nunmehr auf ebenfalls 2048 x 1536 Pixel erhöhte Bildschirmauflösung bei nahezu identischen Maßen. Das erste iPad Mini musste sich mit 1024 x 768 Pixel bescheiden, ein Tribut an die kompaktere Bauform mit einer 20-Zentimeter-Anzeige und einem Gewicht von nur 308 Gramm (in der W-Lan-Variante). Mittlerweile sind hochauflösende Anzeigen auch bei den kleinen Tablets selbstverständlich geworden, Apple zieht nun nach.

          Mimo-Mehrfachantenne für Tempo

          Beide Tablet PC werden in zwei Modellvarianten (mit und ohne Mobilfunkeinheit) sowie mit 16, 32 oder 64 Gigabyte Speicher angeboten. Beide haben erstmals eine Mimo-Mehrfachantenne für mehr Tempo in den Drahtlosnetzen. Das iPad Air, das zum 1. November in den Handel kommt, ist ferner auch mit 128 Gigabyte erhältlich. In der Maximalausstattung kostet es 869 Euro. Das iPad Mini mit Retina-Display kostet in der kleinsten Ausführung in Deutschland 389 Euro, es kommt „später im November“.

          Analysten rechnen damit, dass im letzten Quartal des Jahres bis zu 30 Millionen iPads in aller Welt verkauft werden können, der Großteil davon seien iPad Minis. Das iPad Air mit 64-Bit-Architektur sei besonders gut für Unternehmensanwendungen geeignet, sagen Marktbeobachter.

          Mavericks kostet nix

          Das bereits im Sommer vorgestellte Mac-Betriebssystem OS X 10.9 alias Mavericks startet an diesem Dienstag und wird unentgeltlich bereitgestellt. Es bringt neben iBooks und Karten einen verbesserten Dateimanager (Finder) sowie die Option, Tags zur Verschlagwortung zu nutzen. So lassen sich Dateien und Ordner zusammenfassen, ohne die Dateistruktur ändern zu müssen. Tags werden wie virtuelle Ordner verwaltet und lassen sich über den Finder und über Spotlight finden. Ferner soll Mavericks weniger Strom benötigen und „Compressed Memory“ soll den aktuell nicht benötigten Hauptspeicherinhalt komprimieren. Im Hintergrund laufende Programme können ein Schläfchen halten, „App Nap“.

          Hatte Apple seine besonders kompakten Notebooks aus der Reihe Macbook Air im Frühjahr renoviert, steht jetzt bei den Pro-Modellen der Wachwechsel an. Die neuen Modelle bringen nun die Haswell-Architektur mit, die einen wesentlich geringeren Energieverbrauch hat. Sie sind leichter und dünner, das 13-Zoll-Modell mit Retina-Display startet bei 1300 Euro und hat neun Stunden Akkulaufzeit, Thunderbolt 2, den Core-i5-Prozessor sowie ein 128 Gigabyte fassendes SSD-Laufwerk. Der 15-Zoll Macbook Pro hat in der kleinsten Version den Core-i7-Prozessor sowie 8 Gigabyte Arbeitsspeicher an Bord. Der Preis mit 256 Gigabyte SSD-Laufwerk liegt bei 2000 Euro.

          Die neue Referenz bei den Desktop-Rechnern soll der neue Mac Pro werden, der in seinem runden Gehäuse provoziert, aber im Innern eine Hochleistungsarchitektur enthält, die selbst für extremste Anforderungen hinreichend Tempo bieten soll. Mit dem Mac Pro wird man 4K-Videos in Echtzeit schneiden können, hieß es bei der Vorstellung. Der Intel-Xeon-Prozessor des neuen Boliden hat wahlweise 6, 8 oder 12 Kerne, bis zu 64 Gigabyte Speicher, eine Grafikeinheit von AMD, die allein schon 7 Teraflop erreicht und ist mit Schnittstellen aller Art ausgerüstet: Thunderbolt 2, USB 3, HDMI, Bluetooth 4. Der Mac Pro kostet in der kleinsten Variante 3000 Euro und ist von Dezember an erhältlich.

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