https://www.faz.net/-gy9-9y7a5

Neue Drahtlos-Lautsprecher : Ganz schön in Form

  • -Aktualisiert am

Bowers & Wilkins steckt die Hochtöner der Formation Duo in separate Gehäuse. Bild: Hersteller

Zwei neue Drahtlos-Lautsprechermodelle geben sich stilsicher – auch musikalisch. Die Boxen machen viel Freude, sogar nach strengen Maßstäben tradierter HiFi-Ideale.

          4 Min.

          Fahrrad putzen, Keller entrümpeln, anstreichen, Brot backen lernen, den Garten auf Vordermann bringen. Mit solchen Aktivitäten versuchen Mitbürger die epidemische Krise zu überstehen. Unser Beitrag zur Ideenfindung lautet: einfach mal wieder schönem Spielzeug lauschen. Wir haben es gemacht – inspiriert durch zwei feine Beiträge zum Thema. Bang & Olufsen hat gerade seine jüngste Lautsprecher-Schöpfung mit dem Namen Balance vorgestellt, Bowers & Wilkins, die andere Edelmarke mit dem Doppelnamen, wirbt schon etwas länger für ein kongeniales Produkt namens Formation Duo.

          Beide Modelle funktionieren aktiv, drahtlos, App-gesteuert, gern im Multiroom-Verbund und mit Internetkontakten zu Streamingdiensten. Und beide verraten die Handschrift ambitionierter Designer. Im Detail aber gibt es viele Unterschiede. Während die Formation-Duo-Lautsprecher (Paarpreis 4000 Euro) nach alter Stereo-Sitte für den zweikanaligen Auftritt gedacht sind, musiziert das 2000 Euro kostende Balance-Modell solo – im Mono-Betrieb, müsste man korrekterweise sagen, allerdings nicht ohne Raumklang-Ambitionen.

          Der runde, säulenförmige Balance-Lautsprecher lässt seine dänischen Gene mit grober Textilbespannung, hölzernem Sockel, perforiertem Zwischendeck aus Aluminium und einer ebenfalls aus dem Leichtmetall gefertigten Deckplatte erahnen. Ein spezieller Sensor lässt die Elektronik aufwachen, sobald sich eine Hand nähert. Dann leuchten Lämpchen hinter dezenten ausgefrästen Symbolen auf dem Oberdeck und laden zur Gestensteuerung nach dem Touchpad-Prinzip ein: Kreisende Bewegungen mit dem Zeigefinger regeln die Lautstärke, Antippen löst den Sprung zum nächsten Titel aus oder verordnet der Musik eine Pause. Ein Mikrofonsymbol weist auf die Unterstützung des Google Assistant hin; der Lauscher für die Sprachsteuerung lässt sich aber auch durch einen Hardware-schalter auf der Unterseite des Geräts zuverlässig stilllegen.

          Im Inneren des Gehäusezylinders musizieren zwei 13 Zentimeter große, spiegelsymmetrisch übereinandermontierte und horizontal eingebaute Bass-Chassis. Eine Hochtonkalotte und zwei kleine Breitband-Chassis strahlen den Schall nach vorn ab, zwei etwas größere Exemplare tönen schräg nach hinten, um bei Bedarf mit Software-Unterstützung alle möglichen Varianten von Raumillusionen hervorzurufen.

          Da mutet das Bauprinzip der in England entworfenen, in Schwarz oder Weiß erhältlichen Formation Duo geradezu konventionell an; hier stecken die Finessen in weniger exotischen Details. Zum Beispiel in den separaten, von den Lautsprecherkörpern mit elastischen Aufhängungen entkoppelten Gehäusen für die Hochtöner, die somit wie Taschenlampen akustisch in den Raum leuchten. Dieses Konzept hat bei Bowers & Wilkins eine lange Tradition; es geht zurück auf eine High-End-Legende namens Nautilus. Weitere Delikatessen verstecken sich hinter perforierten Lautsprecherabdeckungen, verdienen aber durchaus Erwähnung: Den Hochtonbereich bestreiten Membranen aus leichten Karbonfasern, den Tief-Mittel-Tonbereich vertraut der Hersteller 16 Zentimeter großen Membranen aus Continuum an – einem leichten Kunststoff aus eigener Entwicklung, den Bowers & Wilkins in allen High-End-Baureihen einsetzt.

          Weitere Themen

          Ick werd ein Berliner

          Probefahrt mit Tesla Model Y : Ick werd ein Berliner

          Als halbwegs kompaktes SUV erscheint das Model Y vertraut und fremd zugleich. Technisch eng verwandt mit dem vor Jahresfrist eingeführten Model 3. Der Qualitätseindruck ist typisch Tesla.

          Das Zelt kann eine Dauerlösung sein

          Schutz für Fahrräder : Das Zelt kann eine Dauerlösung sein

          Um Fahrräder zu schützen, müssen nicht teure kleine Garagen gekauft werden. So lässt sich in weniger als zehn Minuten ein Zelt aufbauen, das mit seinem handlichen Packmaß auch auf den Campingplatz mitreisen könnte.

          Topmeldungen

          Boogaloo-Bewegung in Amerika : Sie wollen den Krieg

          Eine amerikanische Internet-Bewegung, die auf einen Umsturz sinnt, wittert in der Pandemie und den Protesten ihre Chance. Die „Boogaloo Boys“, die sich in vielen Städten unter die Demonstranten mischen, sind bewaffnet und gefährlich.
          Grund allen Übels: Schalke und Aufsichtsratschef Clemens Tönnies erleben ein Imagedesaster.

          Brief an Fans : Härtefall Schalke

          Schalke 04 schreibt einen Brief an seine Dauerkartenkunden. Und erlebt ein Kommunikationsdesaster. Es drängt sich mehr und mehr die Annahme auf, dass die führenden Köpfe aus Finanzabteilung und Aufsichtsrat das Grundübel sein könnten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.