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Streamingdienste statt iPhone : Apple gegen Netflix, Amazon und Disney

Wird vermutlich von Netflix und den anderen nicht so gern gesehen, dass Apple nun auf dem Markt für Streaming-Dienste mitmischt. Bild: Reuters

Auch mit dem iPhone 11 kann Apple die Welt nicht mehr zum Staunen bringen. Doch das Unternehmen hat sowieso seine Strategie gewechselt – und wandelt sich immer mehr vom Tonangeber zum Zuhörer.

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          Das neue iPhone ist nur noch ein Smartphone. Apple schließt auch in diesem Jahr nur noch zur Android-Konkurrenz auf und überholt nur hier und da ein wenig. (Hier können Sie alles über das Apple-Event nachlesen) Aber wenn Huawei nächste Woche das Mate 30 und Google im Oktober das Pixel 4 vorstellen werden, könnte Apple noch einmal zurückfallen. Außerdem bringt Samsung kommende Woche das erste faltbare Smartphone auf den Markt.

          Doch wen kümmert’s? Apple selbst vielleicht gar nicht so sehr. Die treue Kundenschar ist immer noch riesig. Aber sie schrumpft. Für diesen Fall hat Apple vorgesorgt. Das Unternehmen hat eingesehen, dass die Tage des Smartphones und somit des iPhones gezählt sind. Deswegen geht das wertvollste Unternehmen der Welt einen neuen Weg.

          Weniger, aber dafür nur „Originals“

          Streaming-Dienste sollen die Kassen füllen. Auch hier ist Apple längst kein Pionier mehr. Netflix hat das nichtlineare Fernsehern mit seinem Dienst voran getrieben. Eine App reicht, um aus dem TV-Gerät eine Videothek zu machen. Für Exklusivität sorgen die sogenannten Originals. Die eigenen Produktionen von Netflix haben in diesem Jahr sogar vier Oscars gewonnen.

          Amazon produziert ebenfalls seit vielen Jahren Originals, sodass der Streamingdienst Prime Video noch attraktiver wird und Kunden lockt. Das hat Jeff Bezos gar nicht so nötig wie Netflix, weil Kunden, die viel auf Amazon bestellen, schon Prime abonniert haben – ohne unbedingt das Video-Angebot zu nutzen. Und jetzt ist auch noch Disney dabei, den Pionier Netflix anzugreifen. Im April hat das Unternehmen seinen Streamingdienst Disney+ vorgestellt. Abonnenten können nicht nur viele Zeichentrickklassiker kostenlos schauen, sondern Star Wars, X-Men oder die Marvel-Superhelden.

          Nun will auch Apple ab ersten November mitspielen. Apple TV+ heißt der Dienst, der das erste Mal im März dieses Jahres vorgestellt wurde. Mit dem + im Namen war Apple wohl schneller als Disney. Wie bei der Konkurrenz gibt es Filme und Serien zu sehen. Auf der iPhone-Präsentation zeigte Tim Cook den Trailer zu „See“, einer aufwändig produzierten Serie. Im Unterschied zu Netflix, Amazon und Disney bekommt der Kunde ausschließlich Originals zu sehen.

          Reicht das für einen erfolgreichen Angriff? Anfangs wohl kaum, weil sich Apples Videothek erst füllen muss. Zum Start können Zuschauer zwischen fünf Filmen und vier Serien wählen. Jeden Monat sollen neue hinzukommen. Da ist die Auswahl bei Netflix und anderen viel größer. Außerdem dürfte sich einigen Interessierten nicht erschließen, warum es ein Vorteil sein voll, dass nur Originale von Apple zu sehen sind. Ein Beispiel ist die mittlerweile legendäre Serie Breaking Bad, die man etwa auf Netflix kostenlos anschauen kann und an die so schnell kein Apple-Original heranreichen wird.

          Also hat Apple noch eine weitere Waffe in die Hand genommen. Den Preis. Das Abo kostet 4,99 Euro monatlich inklusive Familienfreigabe. Wer ein Apple-Produkt kauft, bekommt den Dienst ein Jahr kostenlos. Preislich mithalten kann hier nur noch Amazon mit Prime-Video. Für das Jahres-Abo werden 69 Euro fällig, also 5,75 Euro pro Monat. Darin enthalten sind noch weitere Dienste wie der kostenlose Versand von Bestellungen oder Amazon Music.

          Zu Apples neuer Strategie gehört auch, dass die Dienste nicht nur auf hauseigenen Geräten genutzt werden können. So gibt es auf den aktuellen TV-Geräten von Samsung eine Apple-TV-App. Eine eigenständige Streaming-Box ist hinfällig. Samsung wird nicht der einzige Hersteller bleiben, dessen Geräte Zugang zur Apple-Welt gewähren.

          Apple wandelt sich immer mehr vom Tonangeber zum Zuhörer. In Cupertino beobachtet man mittlerweile den Markt, um dann mit viel Geld sich Platz zu verschaffen. Als der Streamindienst Apple Music vor vier Jahren an den Start ging, musste Spotify zittern. Doch die Schweden haben sich längst wieder erholt von dem Schock. Es werden kontinuierlich mehr Nutzer, 108 Millionen zahlen für den Dienst. Apple zählt momentan „nur“ 60 Millionen Kunden.

          Vielleicht ist ja auch auf dem Markt der Streamingdienste Platz für alle da.

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