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Navigationssysteme : Gute Führungsqualitäten sind leider nicht selbstverständlich

Bunte Auswahl für die Windschutzscheibe Bild: F.A.Z. - Wolfgang Eilmes

Die handlichen Navi-Systeme für die Windschutzscheibe sind mittlerweile eine echte Alternative zu den fast zehnmal so teuren Werksystemen. Aber worauf muß man beim Kauf achten und welchen Schnickschnack kann man sich sparen?

          6 Min.

          Fünf Wochen quer durch Europa: Ziele in der Großstadt ansteuern, komplizierte Einbahnstraßenregelungen beachten und dann auch noch Restaurants und Parkplätze finden. Kein einfacher Job für den Kopiloten. Wir hatten den TS 6000 T von Navigon im Einsatz - und waren sehr zufrieden. Der Apparat unter der Windschutzscheibe warnte vor Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Stadt, und auf langen Autobahnfahrten zeigte er das aktuelle Tempolimit. Der Fahrspurassistent war eine große Hilfe, und die wegweisenden Ansagen kamen stets zum richtigen Zeitpunkt.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Aber nicht nur das: Im Unterschied zu allen anderen bislang ausprobierten Navis unter der Windschutzscheibe arbeitete TS 6000 äußerst zuverlässig im Dauerbetrieb. Aussetzer bei schlechtem Satellitenempfang kamen de facto nicht vor. Nur muß man Geduld mit ihm haben. Nach dem Einschalten braucht der Navigon etliche Sekunden bis zur Entgegennahme der Befehle, und die Routenberechnung zum Ziel dauert entsetzlich lange. Trotzdem gibt es nach Tausenden von Kilometern eine klare Kaufempfehlung und eine Frage: Warum für das fest eingebaute Navi-System ab Werk 2000 bis 3000 Euro zahlen, wenn es schon für rund 300 Euro eine verflixt gute Alternative gibt?

          GPS-Empfänger meist nicht im Gerät eingebaut

          Der Markt für die portablen Navis explodiert geradezu. 2005 wurden 2,3 Millionen Geräte in Deutschland verkauft, in diesem Jahr werden es nach ersten Schätzungen mehr als 3 Millionen sein. Marktführer ist Navigon, gefolgt von Tomtom, Falk und Map & Guide. Machen die kleinen Knubbel den Festeinbau überflüssig? Wie gut sind die Geräte, und worauf muß man achten? Wir haben uns einige Produkte angesehen und vor allem im Dauerbetrieb ausprobiert. Im folgenden geht es nur um portable Navis für die Windschutzscheibe. Fest eingebaute Nachrüstlösungen hatten wir hier am 28. Juni 2005 vorgestellt, und die Handy-Navigation bleibt einem weiteren Artikel vorbehalten.

          Klassenprimus: Der TS 6000 von Navigon überzeugt mit Zuverlässigkeit

          Die PNAs laufen auch unter dem Namen „Plug & Play“-Navigation, und damit ist die Sache schon auf den Punkt gebracht: Sie dienen ausschließlich der Navigation und sind nach dem Auspacken einsatzbereit. Das unterscheidet sie von PDA-Navigationssystemen: Hier erhält man einen vollwertigen Taschencomputer mit dazu, der sich auch für die Verwaltung von Adressen und Terminen eignet. Die Navigation ist Zusatzsoftware, und häufig, etwa bei Aldi, werden Hard- und Software zusammen verkauft. Allerdings ist der GPS-Empfänger meist nicht im Gerät eingebaut, sondern ein kleines Kästchen, das zusätzlich unter der Windschutzscheibe zu verstauen ist.

          PDA als individuelles System für Computer-Freaks

          Die Vorzüge beider Geräteklassen sind auf den ersten Blick ersichtlich: Dank kompakter Bauform - typische Maße sind 12 × 7 × 2 Zentimeter oder kleiner - läßt sich der Apparat schnell im Auto anbringen. Braucht die Tochter am Wochenende den Kopiloten, nimmt sie ihn einfach in ihr Fahrzeug mit. Auch der günstige Preis lockt: Schon von 250 Euro an erhält man einen PNA, und wer bereits einen Taschencomputer besitzt, kann Navi-Software und GPS-Empfänger von 100 Euro an dazukaufen. Die PDA-Lösungen bieten mehr Flexibilität und Vielfalt: Gefällt die Software nicht, läßt sie sich austauschen. Und zudem kann man ohnehin vorhandene Adressen im Taschencomputer flink als Navi-Ziel programmieren.

          Weiterhin gibt es die Möglichkeit, bestimmte Sonderziele via Internet nachzuladen. Dazu gehören auch Datenbanken über Unfallschwerpunkte mit Geschwindigkeitsmeßanlagen. Die Nachteile der PDAs: Man muß Software und Kartenmaterial selbst am PC installieren, häufig gibt es eine Zwangsregistrierung via Internet. Das Ganze kann also kompliziert werden. Neben dem Stromversorgungskabel vom Zigarettenanzünder zum mobilen Gerät führt ein zweites Stromkabel zum GPS-Empfänger. Sendet er seine Daten mit Bluetooth an den Taschencomputer, kann die Kopplung der beiden Partner aufwendig sein. Wer es einfach mag, wählt also einen PNA, während sich Computer-Freaks mit einem PDA ein individuelles System zusammenstellen.

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