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Navi und HiFi im Nissan 370 Z Roadster : Zorro und das offene Glück

Open Ohr und Open Air: HiFi im 370 Z Bild: Michael Spehr

Das Connect-System im Nissan 370 Z Roadster erfüllt nahezu alle Wünsche in Sachen Navigation, HiFi und Unterhaltung. Der iPod kann angedockt werden, USB-Sticks sind ebenfalls kein Problem. Und es ist mit den TMC-Pro-Verkehrsmeldungen ausgerüstet.

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          Sommer? Was war das noch gleich? Die Sonne machte sich rar, aber an einigen wenigen Tagen ließ sich das offene Glück genießen: mit Zorro, dem Rächer der Enterbten. Nicht aus Mexiko, sondern aus Japan. Flink lässt der Nissan 370 Z Roadster sein Stoffverdeck im Kofferraum verschwinden, und man cruist langsam in Richtung Autobahn. 328 PS sind eine klare Ansage, der 3,7-Liter-V6-Motor brummelt sonor, und wir werfen einen Blick auf Cockpit und Kommunikationstechnik: Das LED-Laufband für den Kraftstoffvorrat und die Instrumente bieten Renn-Ambiente, der Nissan gibt sich als Sportler. Wer auf langen Touren an die See oder in die Berge einen Routenführer braucht, muss die etwas teurere Modellvariante Roadster Pack nehmen, die dann allerdings mit Nissan Connect (für 2600 Euro) nahezu alle Wünsche in Sachen Navigation, HiFi und Unterhaltung erfüllt.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die Tastenlandschaft mitsamt Controller ragt in den Raum hinein, alles ist sehr ordentlich verarbeitet und die Bedienung - wahlweise mit dem Drehsteller oder mit einem Fingertipp auf das berührungsempfindliche Display - nahezu selbsterklärend. Nach Betätigen einer Menütaste baut sich das Untermenü in mehreren Spalten auf dem Bildschirm auf. Geht die Verästelung noch tiefer, sind die Einträge kreisförmig angeordnet. Mit der „Zurück“-Taste landet man jeweils eine Ebene höher, das erschließt sich unmittelbar. An der Qualität der Anzeige gibt es nur zu kritisieren, dass sie, wie bei fast jedem Cabrio, unter sehr hellem Sonnenschein etwas schlecht ablesbar ist.

          Bis zu 10 Gigabyte stehen für eigene Musik bereit

          Die HiFi-Anlage von Bose bringt sechs Lautsprecher und einen Subwoofer mit, man kann es richtig krachen lassen - oder Bossa nova von Stan Getz auf einsamen Landstraßen in einer sehr ordentlichen Abstimmung dezent genießen. Der iPod von Apple wird mit einem Kabel angedockt, und man hat sofort Zugriff auf Alben, Wiedergabelisten, Interpreten, Titel. Auch Hörbücher und Podcast-Sendungen sind auf diese Weise auffindbar. Wer seine Alben unter iTunes mit Coverbildern geschmückt hat, sieht sie auch auf dem Monitor, man staunt. Mit dem iPhone 4 nimmt man Bluetooth und das Musikprotokoll A2DP, nur kann man dann natürlich nicht mehr mit der Steuerung der Anlage durch den Musikbestand blättern, sondern muss am Gerät auswählen.

          USB-Sticks mit MP3-Musik sind ebenfalls kein Problem, und bei der herkömmlichen Audio-CD macht sich die eingebaute Gracenote-Datenbank nützlich: Sie identifiziert Album, Titel und Interpreten, zudem lässt sich der Inhalt der Silberscheiben auf die Festplatte des Navi-Systems kopieren. Bis zu 10 Gigabyte stehen für eigene Musik bereit.

          Stauprognosen und akustische Hinweise auf Verkehrsstörungen

          Die üppige Ausstattung setzt sich in der Telefonabteilung fort: Geräte werden mit Bluetooth angekoppelt, und im Einsatz des iPhone 4 und eines Androiden funktionierte der Zugriff auf Telefonbuch sowie Anruflisten problemlos. Mit der Sprachbedienung gelingt die Namenwahl aller Telefonbuch-Kontakte ohne vorheriges Training. Nur arbeitet der Erkenner gemächlich und stets in kleinen Schritten. Zudem kommen viel zu häufig Hinweise auf seine Bedienung. Das alles gilt auch für die Spracheingaben in der Navigationsabteilung. Ort, Straße und Hausnummer sind getrennt vorzusprechen, dazwischen kommen wohlmeinende Tipps. Aber je häufiger man die Sprachbedienung nutzt, desto mehr stören diese Hinweise, und mit offenem Verdeck ist die Spracherkennung gar nicht aufrufbar. Davon einmal abgesehen ist die Leistung des elektronischen Kopiloten überzeugend. Die Darstellung der Landkarte lässt sich vielfältig konfigurieren, es gibt einen Kreuzungs-Zoom und Fahrspurassistenten auf der Autobahn. Ferner zeigt der Bildschirm häufig (aber nicht durchgängig) Hinweise auf das gerade geltende Tempolimit, die Daten kommen vom Navi-Kartenmaterial.

          Für die Stau-Umfahrung ist der Z 370 mit den hochwertigen TMC-Pro-Verkehrsmeldungen ausgerüstet. Sie lassen sich differenziert für die Route und im Nahbereich anzeigen. Zudem gibt es sogar Stauprognosen und akustische Hinweise auf Verkehrsstörungen, die dann allerdings von einer synthetischen Stimme als „Warteschlange“ angesagt werden. Auch bei den Navi-Kommandos wäre ein gewisses Feintuning hilfreich. Denn die Ansagen beginnen stets mit „in ungefähr“, was im Dauereinsatz nervt. Wir lassen uns jedoch die gute Laune bei strahlendem Sonnenschein nicht nehmen, streicheln vorsichtig das Gaspedal und sorgen uns auf der Autobahn allein um Hörvermögen und Haupthaar.

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