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NAS von Synology : Der Traum von der eigenen Cloud

Im Paketzentrum bleiben wenige Wünsche offen Bild: Dettweiler

Mit einem NAS kann sich jeder seinen privaten Server basteln. Dadurch sind viele Cloud-Dienste von Apple, Google und anderen ersetzbar. Synology überzeugt mit seiner Software.

          An der „Cloud“ führt kein Weg vorbei. Anbieter von Smartphones, Betriebssystemen, Browsern und Apps locken mit ihren Diensten. Private Daten sollen auf ihre Server ausgelagert werden. Nutzer können sie dort online verwalten und synchronisieren. Dieses Verfahren funktioniert verlässlich, wenn eine Internetverbindung mit angemessener Bandbreite vielen Menschen zur Verfügung steht. Doch was tun, wenn man seine privaten Daten nicht auf Server in Amerika und anderswo auslagern will? Dann baut man sich einfach seine eigene Cloud.

          Wir haben exemplarisch ein „Network Attached Storage“ (NAS) von Synology ausprobiert. Solche Geräte beherrschen „Raid“ und dienen somit erst einmal als sehr sicheres Daten-Backup. Der NAS spiegelt die Inhalte auf eine weitere Festplatte. Geht eine von beiden kaputt, springt die andere automatisch ein. Im Test waren zwei 3,5-Zoll-Festplatten der Red-Modellreihe von Western Digital mit jeweils zwei Terabyte Speicher im Einsatz, die sich für diesen Einsatz eignen.

          DS213+ von Synology: Zum Preis von zirka 319 Euro kommen noch die Kosten für die Festplatten hinzu

          Auch wenn die Software entscheidend ist: Synology hat sich wenig Mühe bei der Hardware gegeben. Das Modell DS213+ (319 Euro) hat in etwa die Ausmaße eines sehr kleinen Desktops, das Plastik des schwarzen Gehäuses macht einen schlichten Eindruck, und der Lüfter mit seinen 19,9 Dezibel könnte etwas leiser sein. Die beiden Festplatten lassen sich leicht und schnell einbauen. Ein kleiner Schraubenzieher genügt. Praktischerweise liegt ein Netzwerkkabel bei, sodass man Router und NAS miteinander verbinden kann.

          Jetzt kommt die großartige Software der Synology ins Spiel. Es liegt zwar eine CD zur Installation bei. Doch der Diskstation-Manager (DSM), die zentrale Verwaltungssoftware, steht auch online zum Abruf bereit. Die Website sucht nach dem Gerät im Netzwerk und installiert daraufhin die Software auf der NAS. Von nun an kann man mit dem Browser und der entsprechenden Webadresse den DSM aufrufen. Die Konfiguration des kleinen Servers funktioniert also ähnlich wie beim Router: Auch dort schaltet man sich über eine Webschnittstelle auf das Gerät.

          Wenn man nun das erste Mal die Verwaltungssoftware öffnet, wird man von einem unüberschaubaren Angebot an Programmen und Einstellungsmöglichkeiten überrascht. WebDAV, DDNS, QoS, VPN oder DHCP sind Kürzel, die nur Administratoren etwas sagen. Doch es eilt sofort der „Schnellstartassistent“ zu Hilfe, der den Nutzer an die Hand nimmt. Festplatte verwalten, Dateien freigeben, Benutzer erstellen sind dann schon eher Aktionen, die man von der täglichen Arbeit mit dem Rechner kennt und recht intuitiv ausführen kann. Was also relativ rasch geht, ist die Benutzung des Synology-Geräts als externe Festplatte, indem man seine Dateien dorthin kopiert und die Schreib- und Leserechte der Ordner definiert.

          Die Aktivitäten der Synology hat man immer gut im Blick

          Doch um den NAS als solchen zu benutzen, kommt man nicht umhin, sich mit den Tiefen des Systems zu beschäftigen. Spätestens dann, wenn man von außen darauf zugreifen will, müssen unbedingt einige Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Dazu muss man einen Schritt zurückgehen und erst einmal die „NAT & Portregeln“ des Routers konfigurieren. Denn nur dieser ist mit dem öffentlichen Internet verbunden. Der Router muss wissen, dass er bestimmte Anfragen direkt an den NAS weiterleiten soll. Das funktioniert über die Port-Weiterleitung. Klopft jemand an begehbaren Türen an, leitet der Router direkt an die Synology-Diskstation weiter. Eine zweite Sicherheitsstufe bietet die Firewall auf dem NAS selbst, wo man ebenfalls Portregeln definieren kann. Sollte eine Anwendung einen Port benötigen, fragt Synology übrigens nach, ob sie die Tür öffnen darf.

          Wir haben uns bei einer übervorsichtigen Aktion selbst ausgesperrt. Die einzige Tür, die offen blieb, konnten wir mit unserem Schlüssel nicht betreten. Konkret: Der Router hatte nur den VPN-Zugang auf Port 1723 geöffnet, und wir brauchten den Port 5001, um mit dem Browser auf die Diskstation zugreifen zu können.

          Mit der Synology und anderen NAS kann sich jeder seinen eigenen Web-, FTP- oder Mail-Server aufbauen. Solche Anwendungen sind allerdings sehr speziell. Viel naheliegender ist die Einrichtung eines Medienservers. Man packt einfach alle Fotos, Videos und Musikstücke auf die Festplatte des heimischen Servers und greift durch W-Lan auf die Daten zu. Das kann mit Hilfe des Smartphones, Tablets oder Computers sein. So lassen sich zum Beispiel mit der App iMediaShare Videodateien steuern und direkt am Fernseher wiedergeben. Aufgrund eines speziellen Protokolls (UPnP oder DLNA) können Fernsehgerät und Synology miteinander kommunizieren. Das Smartphone dient dann letztlich als Fernbedienung, um Filme oder Lieder abzuspielen.

          Die obere Reihe ist noch die leichteste: Gemeinsame Nutzung von Dateien

          Synology bietet zudem für verschiedene Multimedia-Formate eigene Softwarelösungen an. Die Audio-, Video- oder Photo-Station gibt jeweils Musik, Filme oder Bilder wieder. Diese Programme setzen in gewisser Weise auf dem Medienserver auf. Nutzer müssen sich nur mittels Browser auf die Disk-Station schalten und ihre Dateien in den jeweiligen Playern abspielen. Für das iPhone stehen die entsprechenden Apps zur Verfügung. Man kann sich also von überall - W-Lan vorausgesetzt - auf den NAS zu Hause einloggen und die dort gespeicherte Musik in der Ferne hören. Wer auf iTunes nicht verzichten will, findet auf der Disk-Station einen iTunes-Server.

          Das Paketzentrum bietet noch viele weitere Anwendungen. Die Cloud-Station synchronisiert Dateien zwischen Computer, NAS und Smartphone oder iPad. Wird etwa ein Word-Dokument auf dem Computer geändert, landet die aktualisierte Fassung automatisch auf den anderen Geräten. Somit ersetzt die Synology auch beliebte Dienste wie die Dropbox.

          Wer sich also seine private Wolke bauen will, ist mit einer Disk-Station von Synology gut beraten. Zudem gibt es im Netz eine große Nutzergemeinde mit sehr aktiven Foren. Man sollte allerdings bedenken, dass ein NAS gepflegt und gesichert werden muss. Es sind also nicht Google, Apple oder Dropbox, die verantwortlich für die Daten sind. Es ist der Nutzer selbst.

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