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Motorola Razr 2 V8 : Schnell, schick und schlank

Razr 2 V8: Ein hübsches neues Klappenhandy von Motorola Bild: Hersteller

Not macht erfinderisch: Der Handy-Hersteller Motorola modernisiert die Razr-Familie und überzeugt mit dem neuen Razr 2 V8 durch moderne Bedienung, frische Symbole und viele weitere angenehme Spielereien. Es war auch höchste Zeit.

          Motorola steckt in der Krise. Die Verkaufszahlen des Handy-Herstellers brechen ein, der Marktanteil ging auf 15 Prozent zurück, und nur mit Mühe hält sich das Unternehmen auf dem zweiten Platz hinter Nokia und vor Samsung. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Zu lange hat man sich allein auf das Erfolgs-Handy Razr verlassen, es gilt als das meistverkaufte Mobiltelefon der Welt. Außerdem fehlt ein Top-Gerät mit Wireless-Lan und GPS, das besonders technikaffine Menschen an die Marke binden könnte. Doch nun soll alles besser werden, und der neue Star aus Amerika heißt Razr 2 V8. Man hat die Tugenden des alten Modells - das markante Design und die besonders hochwertige Verarbeitung - beibehalten und etliche Details verbessert.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Eine schöne, neue Welt

          Das neue Razr ist nach wie vor ein Klappenhandy, aber was für eins! Es ist noch flacher als der Vorgänger (dafür einige Millimeter länger), und schon beim Auspacken begeistert das riesige Außendisplay (fünf Zentimeter in der Diagonale), das ebenso hoch auflöst wie die Hauptanzeige im Innern, nämlich klassentypische 320 × 240 Pixel. Die Außenanzeige lässt sich als Sucher der eingebauten 2-Megapixel-Kamera nutzen oder zur Anzeige neuer Nachrichten. Ferner dient sie zur Steuerung des Musikplayers. Kleine Symbole werden am unteren Rand eingeblendet, und mit einem Fingerdruck startet die Funktion. Aufgeklappt zeigt sich sofort der nächste Vorzug gegenüber den alten Razr-Modellen: Die Tastatur ist deutlich größer geworden und damit leichter zu bedienen. Nach wie vor überzeugt die hohe Verarbeitungsqualität. Dass sich Fingerabdruckspuren bei einem so schönen Gerät mit Glaseinfassung besonders schnell zeigen, muss man hinnehmen.

          Und dann das nächste Staunen: Motorola hat die Menüstruktur und die Icons grundlegend überarbeitet. Sah das alte Razr in Betrieb eher wie ein hässliches Entlein aus, glänzt Razr 2 so schick und modern wie die Konkurrenz von Nokia oder Sony-Ericsson. Das Betriebssystem arbeitet schnell und ist logisch strukturiert, da gibt es nichts mehr zu meckern. E-Mail ist an Bord, und der Opera-Browser fürs Internet gefällt (es gibt sogar eine Sicherheitsabfrage, um versehentliche Aufrufe und Datengebühren zu vermeiden).

          Doch es gibt auch Schattenseiten

          Obwohl die Symbole wirklich groß und klar lesbar sind, ist als zusätzliche Hilfe ein Sprachmodus eingebaut, der einem die einzelnen Menüeinträge vorliest. Die ebenfalls vorhandene Sprachwahl arbeitet leider nicht so gut wie bei anderen Motorolas. Aber sonst läuft wirklich alles prima, die Kamera schießt gute Aufnahmen (Autofokus und Blitz fehlen). Die Akkuleistung (rund vier Tage) ist ebenso ordentlich wie die Sprachqualität. Als Extra gibt es eine Automatik, die den Ton in lauter Umgebung selbständig erhöht.

          Wo muss man Kompromisse machen? Das Razr 2 V8 gehört hinsichtlich der Ausstattung in die Mittelklasse, kostet aber mehr als 300 Euro. Ein Radio, UMTS, Wireless-Lan und GPS fehlen, auch lässt sich keine Speicherkarte verwenden. Alles Multimediale landet vielmehr im Gerätespeicher, der allerdings mit 512 Megabyte üppig bemessen ist. Mit dem neuen (und wenig verbreiteten) Micro-USB-Anschluss oder Bluetooth lassen sich eigene Dateien vom und zum Gerät kopieren, wobei wir mit der Kabelverbindung immer wieder kleinere Probleme hatten. Wer noch mehr Ausstattung sucht, sollte einen Blick auf das V9 werfen, das vor Weihnachten in den Handel kommen soll. Es bietet zusätzlich einen Speicherkartenleser, UMTS und HSDPA.

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