https://www.faz.net/-gy9-6jzg2

Mobilfunktechnologie LTE : Hoffen auf das mobile Internet

  • -Aktualisiert am

Der technische Fortschritt hilft

Investitionen sind nicht nur für den Aufbau der Netze notwendig. Dafür können bestehende Funkmasten aufgerüstet werden. Der technische Fortschritt hilft: Füllte die Technik früher ganze Schränke, kommt sie heute mit wesentlich weniger Platz aus. Der scharfe Wettbewerb unter den Netzwerkausrüstern wie Ericsson, Nokia Siemens Networks, Alcatel Lucent und Huawei drückt auf die Preise. Richtig teuer ist es aber, auch die Verbindungen zwischen den Mobilfunkmasten und den Hochgeschwindigkeitsnetzen (Backbones) mit Glasfaser aufzurüsten. Denn wenn die Netze schneller werden, wächst auch der Datendurchsatz.

Heute stellen aber gerade diese Verbindungsstücke die Flaschenhälse für das mobile Internet dar. Soll das Netz die versprochene Übertragungsrate von bis zu 100 Megabit je Sekunde tatsächlich schaffen, dann muss auch die dahinterliegende Infrastruktur mitwachsen.

Auf die Mobilfunker kommen Investitionen in Milliardenhöhe zu, die erst einmal verdient werden müssen. Dirks spricht von einem Investitionsdilemma: „Wir laufen in ein Szenario rein, dass der Umsatz durch Flatrates immer mehr gedeckelt wird, während wir weitere Investitionen brauchen. Dazwischen klafft eine Lücke.“ In der Branche wird daher nachgedacht, neue Tarifmodelle einzuführen, die einen Abschied vom Pauschaltarif (Flatrate) bedeuten könnten.

Das große Geld im mobilen Internet verdienen Google und Apple

An seine Stelle könnten dann wieder Volumentarife treten, verbunden mit Aufpreisen für datenintensive Anwendungen wie Youtube. Auf diese Weise könnten die Dauernutzer, die hohe Kosten verursachen, mehr zur Finanzierung der Investitionen beitragen. Erfahrungen aus Amerika zeigen, dass dort 6 Prozent der Smartphone-Nutzer die Hälfte des mobilen Datenverkehrs verursachen.

Gerne würden die Netzbetreiber die Unternehmen an der Finanzierung der Investitionen beteiligen, die ihrer Meinung nach das große Geld im mobilen Internet verdienen: Google und Apple. Vor allem diese beiden Unternehmen entwickeln die Geräte und Dienste, die das mobile Internet überhaupt erst mit Leben füllen. Dazu gehören die Internet-Handys (Smartphones) wie das Apple iPhone ebenso wie die nötigen Betriebssysteme oder datenintensive Anwendungen wie Googles Navigationssoftware Maps.

Der Erfolg macht die Netzbetreiber neidisch, die sich in die Rolle des „dummen Netzbetreibers“ degradiert sehen, der investieren soll, aber die Früchte der Arbeit nicht erntet. Nach Ansicht der Netzbetreiber könnte zum Beispiel die Youtube-Muttergesellschaft Google an die Netzbetreiber zahlen, weil die Nutzer beim Anschauen eines Videos große Datenmengen bewegen. Google findet die Idee erwartungsgemäß nicht gut. „Wegen unserer Produkte fragen die Nutzer Smartphones und Datentarife doch erst nach. Warum sollen wir dafür zahlen“, sagte der Google-Chef Eric Schmidt schon während der Mobilfunkmesse in Barcelona im Februar. Immerhin versuchen die Netzbetreiber nun, wieder eigene Dienste zu entwickeln, um das Geschäft nicht völlig den Apples und Googles zu überlassen.

Weitere Themen

Mini Cooper SE Video-Seite öffnen

F.A.Z.-Fahrbericht : Mini Cooper SE

Der Mini Cooper SE gilt aktuell als das am besten fahrende Elektroauto auf dem Markt. Was die Engländer auf die Räder gestellt haben und womit das Modell punkten kann, zeigen wir Ihnen in unserem Fahrbericht.

Topmeldungen

Präsident Wladimir Putin nimmt am Freitag von seiner Residenz Nowo-Ogarjowo aus an einer Kabinettssitzung teil.

Proteste in Belarus : Droht eine Intervention Moskaus?

Für den Kreml ist die Lage in Belarus ambivalent – das zeigen auch die Reaktionen aus Moskau. Die große Frage ist, was Putin macht, wenn Lukaschenka ernstlich gefährdet ist.
Ermittlungen: Apotheker und Ärzte werfen dem Angeklagten vor, Verfahren gegen sie aufgebläht zu haben (Symbolbild).

Frankfurter Korruptionsaffäre : Mediziner erheben schwere Vorwürfe

In der Korruptionsaffäre um einen Frankfurter Oberstaatsanwalt sollen Ermittlungen nur geführt worden sein, um Geld zu generieren. Das könnte sich noch zu einem weitaus größeren Skandal auswachsen.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.