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Mobilfunkmesse Barcelona : Alle gegen Apple

  • -Aktualisiert am

Das iPad für Androiden: Motorola Xoom Bild:

Apple ist auf der Mobilfunkmesse in Barcelona gar nicht vertreten. Dennoch bestimmt das Unternehmen aus Kalifornien fast jedes Gespräch: Denn bei jedem neuen Smartphone oder Tablet-Computer ist der Vergleich mit den Geräten entscheidend.

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          „Das Tempo und die Kraft des mobilen Web stellt alles in den Schatten, was wir bisher gesehen haben.“ Für Mary Meeker, renommierte Tech-Analystin und inzwischen in Diensten der amerikanischen Investmentgesellschaft Kleiner Perkins, erlebt die Technik-Welt gerade ihren bisher tiefsten Umbruch: „Diese neue gewaltige Technologie wird jede andere Industrie transformieren“, sagte Meeker. Mobile Geräte, die inzwischen häufiger verkauft werden als klassische Computer, verlagern aber nicht nur das Internet vom Schreibtisch in die Hand der Nutzer.

          Smartphones und Tablet-Computer ermöglichen auch ganz neue Anwendungen. „SoLoMo“ nennt das Meeker, die Kombination aus dem sozialen, dem lokalen und dem mobilen Internet. Beispiele dafür sind Dienste wie Foursquare oder Facebook Deals. Dort können lokale Händler Kunden belohnen, wenn diese ihren Freunden in ihrem sozialen Netzwerk mitteilen, gerade in diesem Geschäft einzukaufen.

          Fast alle Unternehmen, die diese mobile Welt vorantreiben und daran verdienen wollen, treffen sich in dieser Woche auf der Mobilfunkmesse in Barcelona. Nur ein Unternehmen fehlt - aber ausgerechnet das dominante: Apple hat in den vergangenen vier Jahren weitreichende Spielregeln für das mobile Internet definiert. Mit so großem Erfolg, dass die Gladiatoren der Vergangenheit entweder ins Straucheln gekommen sind (Nokia) oder – wie die Netzbetreiber – händeringend nach neuen Geschäftsmodellen suchen.

          Samsung brachte wie erwartet das Galaxy 2

          „Die fünf größten Netzbetreiber Europas repräsentieren eine Million Jobs, 1,2 Milliarden Kunden, 300 Milliarden Euro Umsatz und 50 Milliarden Euro jährliche Investition. Alle fünf Unternehmen zusammen haben aber einen geringeren Börsenwert als Apple“, sagte Stephane Richard, Vorstandschef des französischen Telekommunikationsunternehmens France Telecom.

          „Dieser Kampf wird nicht leicht“

          Das Kernproblem aller großen Netzbetreiber: Die Umsätze mit der klassischen Telefonie gehen im Festnetz und im Mobilfunk zurück. Mobile Datendienste wachsen, aber die übertragene Datenmenge legt schneller zu als der damit erzielte Umsatz. Die Netzbetreiber haben daher an den Börsen ihren Status als Wachstumsunternehmen verloren und werden die Versorger betrachtet, was die Aktienkurse seit Jahren auf der Stelle treten lässt. Alle Netzbetreiber bemühen sich daher, neue Geschäftsmodelle für das mobile Internet zu entwickeln, um nicht zur austauschbaren Datenleitung degradiert zu werden. „Dieser Kampf wird nicht leicht“, sagt Adam Daum, Analyst des Marktforschungsunternehmens Canalys. Die Deutsche Telekom wird zur Computermesse Cebit Anfang März den Start eines elektronischen Kiosk mit Namen E.Pub verkünden. Dort sollen digitale Inhalte verkauft werden, die zum Beispiel von den Verlagen kommen.

          Der Verkauf der Inhalte war bisher auch deswegen schwierig, weil einfache Zahlungssysteme fehlten, bevor sie Apple dann scheinbar mühelos etabliert hat. „Zahlungssysteme sind ein Top-Thema in Barcelona“, sagte Niek Jan van Damme, Deutschland-Chef der Deutschen Telekom. Bevor aus dieser Quelle aber Umsätze in die Kassen der Netzbetreiber fließen, scheint eine weitere Einnahmequelle immer weiter zu versiegen. Auf Druck der EU-Kommission müssen die Netzbetreiber die Gebühren für die Handy-Nutzung im Ausland weiter senken. Die Telekom versucht offenbar mit einer Senkung dieser so genannten Roaming-Gebühren weiteren strikten Vorgaben aus Brüssel zuvor zu kommen.

          Denn die Nachfrage wächst schnell

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