https://www.faz.net/-gy9-144i0

Mobilfunk der 4. Generation : Die mobile Revolution heißt LTE

  • -Aktualisiert am

LTE-Basisstation Bild: schmidt

LTE, der Mobilfunk der vierten Generation, macht Handynetze zehnmal schneller. Das Internet wird von 2010 an wirklich mobil. Navigation, Spiele oder die Kommunikation zwischen Maschinen profitieren besonders.

          4 Min.

          „LTE wird 2010 das große Ereignis in der Kommunikationswelt, denn die neue Mobilfunkgeneration bietet die Chance, dem mobilen Internet zum Durchbruch zu verhelfen“, sagt Erich Zielinski, der für den Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent an der vierten Mobilfunkgeneration arbeitet: LTE, die Abkürzung für Long Term Evolution, wird vom kommenden Jahr an die dritte Generation UMTS ablösen. Dann soll die Datenübertragung im Handynetz so schnell und unkompliziert wie im Festnetz werden. 60 Megabit je Sekunde für das Herunterladen der Daten und knapp 20 Megabit auf dem Weg ins Netz können fünf- bis zehnmal mehr Tempo als in den aktuell schnellsten Mobilfunknetzen bedeuten.

          „Mit der nächsten Technologiegeneration werden ganz neue Anwendungen auf mobilen Geräten möglich werden. Dazu gehören hochauflösende Videoübertragungen, Multiplayer-Online-Spiele oder sekundenschnelle Downloads großer Dateien“, sagt Günther Ottendorfer, Technology Director Europe Mobile der Telekom. Auch das Telekom-Fernsehangebot Entertain soll dann mobil werden. „Die größten Fortschritte wird LTE aber gar nicht auf den Handys der Otto Normalverbraucher auslösen, sondern zum Beispiel im Gesundheitswesen, wo dann die Übertragung der meist sehr umfangreichen Dateien wie Patientenakten problemlos mobil möglich wird“, sagt Heike Scholz, Herausgeberin des Blogs Mobile Zeitgeist.

          Kommunikation zwischen Maschinen

          Fernsehen im Auto wird mit LTE genauso möglich wie die Kommunikation zwischen Maschinen, zum Beispiel die Übertragung einer neuen Software ins Auto, die Werkstattbesuche überflüssig macht, erklärt Zielinski. Auch die Fahrzeug-Navigation wird noch einmal neu erfunden werden, wenn Echtzeitinformationen über Staus zwischen den Fahrzeugen ausgetauscht werden können. Oder Handynutzer können in Geschäften schnell den Barcode eines gewünschten Produktes einlesen und erhalten sofort den günstigen Preis eines Online-Händlers oder anderer Geschäfte angezeigt. Auch dem Thema „erweiterte Realität“ (Augmented Reality) könnte im LTE-Zeitalter der Durchbruch gelingen. Wenn ein Handynutzer zum Beispiel seine Kamera auf ein historisches Gebäude richtet, blendet eine Software ein, wer das Gebäude erbaut hat und welche Bedeutung damit verbunden ist. Das funktioniert zwar schon heute, aber der begrenzte Datentransfer limitiert die übertragenen Informationen. Diese Schranken fallen unter LTE weg, auch wenn sich dann weiterhin mehrere Nutzer die vorhandenen Kapazitäten teilen müssen.

          Für die Nutzer bedeutet die vierte Generation, dass das Internet endlich mobil wird. Alle gewohnten Anwendungen aus dem stationären Web sind dann in ähnlicher Qualität mobil verfügbar. „Zunächst wird LTE wohl in Form von USB-Surfsticks für Notebooks auftauchen. Die Handys kommen erst danach“, vermutet Zielinski. „Die Hersteller LG, Samsung, Research in Motion (Blackberry) und Nokia haben angekündigt, 2010 LTE-Geräte auf den Markt zu bringen. Die Gerüchte um ein iPhone 4G halten sich ebenfalls hartnäckig“, sagt Scholz, warnt aber vor zu schnellen Erwartungen. „In den Vereinigten Staaten hat AT&T seinen LTE-Start erst für 2011 angekündigt und dies mit den fehlenden Endgeräten begründet. Offensichtlich glauben einige Netzbetreiber nicht an die Verfügbarkeit ausreichender LTE-Geräte im kommenden Jahr. Die Geräte werden auch sehr wahrscheinlich nicht am Anfang, sondern eher am Ende des Jahres auf den Markt kommen“, sagt Scholz.

          „Erster Einsatz von LTE-Diensten Ende 2009“

          Weitere Themen

          So soll das Handy schneller werden

          FAZ Plus Artikel: Mobilfunkausbau : So soll das Handy schneller werden

          Die Bundesregierung will im Mobilfunkausbau verängstigte Bürger besser informieren. Denn die bremsen zuweilen den Antennenausbau wegen möglicher Strahlenbelastung. Doch das ist nicht der einzige Grund für den lahmenden Ausbau des Netzes.

          Hart und vernichtend

          Duell der SPD-Kandidaten : Hart und vernichtend

          Scholz zieht den Säbel, Geywitz sekundiert: Ihre Gegner, Esken und Walter-Borjans, Lieblingskandidaten der Jusos, sehen im direkten Duell der SPD-Spitzenkandidaten blass aus. Ein Abend im Willy-Brandt-Haus.

          Topmeldungen

          Verfasste laut Dokumenten aus der Stasi-Unterlagenbehörde über zwölf Berichte zu Kameraden: der neue Verleger der „Berliner Zeitung“ Holger Friedrich

          „Berliner Zeitung“ : Was ist das für ein Verleger?

          Der Einstieg von Silke und Holger Friedrich beim Berliner Verlag war furios. Sie veröffentlichten ein Manifest, alles sah nach Aufbruch aus. Und was ist jetzt, nach den Stasi-Enthüllungen?
          Geht’s nicht voran? Ein Mann wartet unterwegs auf das Internet.

          Mobilfunkausbau : So soll das Handy schneller werden

          Die Bundesregierung will im Mobilfunkausbau verängstigte Bürger besser informieren. Denn die bremsen zuweilen den Antennenausbau wegen möglicher Strahlenbelastung. Doch das ist nicht der einzige Grund für den lahmenden Ausbau des Netzes.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.