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Mobil telefonieren : Auf drei Wegen zum Ziel

Volltönend: Nokia Freisprechanlage 616 Bild:

Die neue Nokia-Freisprechanlage 616 für den Autoeinbau bietet viel Flexibilität und sehr gute Akustik.

          3 Min.

          Bei den Freisprechanlagen fürs Auto hat sich Nokia in den vergangenen Jahren gut positioniert. Spektakulär war vor einem Jahr die Präsentation von Sim-Access. Bei diesem Bluetooth-Profil kann eine Freisprechanlage kabellos die Sim-Karte des Handys lesen: Um sich in das Mobilfunknetz einzubuchen, erfolgt quasi ein Fernzugriff auf die Sim-Karte. Das bedeutet in der Praxis vor allem eins: Wenn man mit dem Mobiltelefon bei eingeschaltetem Bluetooth ins das Auto steigt, muß man sich um nichts mehr kümmern. Die fest eingebaute Anlage übernimmt die Kontrolle und ist nun die Sende- und Empfangseinheit. Ein lästiges Wechseln der Sim-Karte entfällt, und man genießt alle Vorzüge eines fest eingebauten Autotelefons. Dieses System ist optimal, hat allerdings einen kleinen Nachteil: Es gibt bislang nur eine Handvoll Nokia-Handys mit dem Sim-Access-Profil. So haben sich die Finnen nun entschlossen, ihre sehr gute Freisprechanlage 610 durch ein Modell abzulösen, das den komplizierten Namen "Nokia 616 Profi Funk-Kfz-Einbausatz" trägt. Wir haben diese Anlage zwei Wochen lang ausprobiert.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Für 400 Euro bekommt man die Telefoneinheit, die sich unter dem Beifahrersitz oder im Handschuhfach verstauen läßt. An diese Schachtel werden Lautsprecher, Mikrofon und GSM-Antenne angeschlossen. Das Display ist daumengroß und am besten im Blickfeld des Fahrers angebracht. Dazu gibt es einen kleinen Knubbel zur Bedienung: vier Tasten und ein Drehsteller für alle Funktionen. Einen Hörer gibt es nur als Zubehör. Vom Äußeren her gefällt diese dezente Lösung, die sich mit wenig Aufwand auch wieder entfernen läßt.

          Alle guten Dinge sind drei

          Beim ersten Einsatz muß man sich für einen Betriebsmodus entscheiden. Ist ein reines Autotelefon gefragt, steckt man einfach seine Sim-Karte in die Telefoneinheit. Mit dem Drehsteller wird die Pin eingegeben und wenn nötig das Sim-Telefonbuch in die Anlage kopiert. Das Adreßbuch faßt bis zu 1000 Einträge, und es gibt eine Sprachwahl für bis zu zwölf Kontakte. Ferner kann man kleine Sprachnotizen von bis zu drei Minuten aufzeichnen, also das Telefon zum Diktiergerät machen. Besonders praktisch ist die Möglichkeit, zwei Nutzerprofile (für Telefonbucheinträge, Sprachwahl, Klingeltöne) anzulegen. Die Feldstärke ist permanent im Display sichtbar, und zum Anrufen wird der Kontakt mit dem Drehsteller flink aus dem Telefonbuch herausgesucht. Im Autotelefon-Modus hat die Anlage die beste Sprachqualität und die besten Sende- und Empfangseigenschaften. Wir konnten bei problematischer Funkversorgung im Hochtaunus ohne Unterbrechung oder Störung Dauergespräche führen, auch an Stellen, an denen sonst jedes Handy-Telefonat abbrach. Die Akustik ist sehr ordentlich, hier gibt es nichts zu kritisieren.

          Ähnlich vorbildhaft zeigt sich das Nokia 616 im Sim-Access-Modus. Ist Bluetooth eingeschaltet, übernimmt die Anlage die Kontrolle über das Handy. Auf dem Display des Mobiltelefons erscheint ein entsprechender Hinweis. Während des Sim-Access-Zugriffs läßt sich das Handy nicht nutzen, erst beim Verlassen des Autos wird es automatisch wieder aktiv. Das alles funktioniert ebenso einfach und zuverlässig wie beim Nokia 610.

          Etwas anders ist schließlich der Bluetooth-Handsfree-Modus. Hier verhält sich die Anlage wie jede Sprechgarnitur mit dem Blauzahn-Kurzstreckenfunk. Man koppelt also beide Partner, und fortan ist Bluetooth nur für das Freisprechen zuständig, während das Handy nach wie vor die Sende- und Empfangsaufgaben erledigt. Wegen der fehlenden Außenantenne muß man Kompromisse machen: Die Akustik ist nicht mehr so gut, Telefongespräche in Regionen mit unzureichender Funkversorgung brechen eher ab. Die Gesprächsqualität wird besser, wenn der Handy-Rücken mit seiner Antenne direkt auf die Fahrzeugscheiben zeigt und schlechter, wenn das Telefon irgendwo im Fuß- oder Kofferraum in einer Tasche verstaut ist. Für den gelegentlichen Einsatz ist das Handsfree-Profil also geeignet, weniger jedoch für den Profi, der oft und lange spricht. Man kann mit der kleinen Bedieneinheit Rufnummern wählen oder Kontaktdaten via Bluetooth in die Anlage transportieren, was äußerst praktisch ist. Allerdings sieht man auf der Anzeige leider nicht die aktuelle Feldstärke.

          Mit seinen drei Betriebsmodi ist das Nokia 616 der derzeit leistungsfähigste und flexibelste Freisprecher fürs Auto. Man macht hier nichts verkehrt: Dank Bluetooth und Sim Access "überlebt" die Anlage alle Handy-Moden und ist damit zukunftskompatibel. Sie kann so alt werden wie das Auto. Wegen der sehr guten Sende- und Empfangseigenschaften und guten Akustik empfiehlt sich das Gerät besonders dem professionellen Nutzer.

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