https://www.faz.net/-gy9-95msf

Bildbearbeitung auf dem Tablet : Die Bändigung der Bilderflut

Detailgenau bis in die Haarspitzen: Ebenen und Auswahlwerkzeuge von Affinity Photo im Einsatz. Bild: Hersteller

Für die Bearbeitung seiner Schnappschüsse braucht man kein Profi-Equipment. Mit dem Tablet kann man nicht nur vorsortieren, sondern auch Fotos bearbeiten.

          Workflow und Ökosystem, das muss es heute mindestens sein. Was sich geschwurbelt anhört, hat aber durchaus seinen Sinn, etwa wenn es um die Bildbearbeitung geht.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Wie der Profi-Fotograf seine mit der Spiegelreflexkamera geschossenen Aufnahmen von der Speicherkarte der Kamera auf den Rechner holt und in die Software Lightroom von Adobe importiert, um dort viele immer wiederkehrende Bearbeitungsschritte automatisch ablaufen zu lassen, kann auch der Hobby-Knipser mit wenig Aufwand von Workflow und Ökosystem profitieren.

          Bleibt man in einer Betriebssystem-Welt und nutzt die angebotenen Wege, sind die einzelnen Schritte zum besseren Foto einfach. Wir werfen einen Blick auf Apples Bilderwelt; die Freunde von Android finden ein ähnliches Angebot rund um Google Photos ebenfalls vor.

          Wer mit dem iPhone fotografiert, kann seine Bilder auf dem Gerät lassen und mit einem USB-Kabel zum PC überspielen. Der erste Schritt hin zu einer automatisierten Bearbeitung ist jedoch die Nutzung entweder des Fotostreams oder der iCloud-Fotomediathek.

          Einen Monat lang auf 1000 Aufnahmen zugreifen

          Die eigenen Schnappschüsse werden selbsttätig im Hintergrund über eine W-Lan-Verbindung hochgeladen. Mit dem Fotostream sind die letzten 1000 Aufnahmen 30 Tage lang auf jenen Geräten verfügbar, die mit demselben iCloud-Account angemeldet sind. Die Fotomediathek erlaubt eine umfassendere Nutzung in der iCloud, ohne jede Begrenzung, indes muss man gegebenenfalls iCloud-Speicher kaufen.

          Fotostream und Fotomediathek sind ungemein praktisch, weil sich jedes neue Foto in größerer und besserer Darstellung auf dem iPad betrachten lässt. Nicht nur das: Mit dem Menü Bearbeiten gelingt das Drehen oder Beschneiden des Fotos in Sekunden, und von Haus aus bietet Apple etliche weitere Einstellungen für die nachträgliche Änderung von Farbe, Kontrast, Licht und anderen Parametern. Auch lassen sich zahlreiche Filter anwenden.

          Pixelmator ist gut für den Fingereinsatz gerüstet

          Sind mehr Bildbearbeitung und mehr Optionen gefragt, nehme man den Pixelmator in den Blick. Die App kostet 5,50 Euro für die Mobilgeräte, 33 Euro für den Mac, und eine Pro-Version für den Mac ist seit kurzem ebenfalls erhältlich. Bereits die von uns ausprobierte günstige iOS-Variante auf iPhone und iPad kann etliches: Malen, Löschen, Retuschieren, aber auch das Arbeiten mit übereinanderliegenden Ebenen. Selbst das vom Photoshop bekannte Dateiformat PSD wird unterstützt, mitsamt allen Ebenen.

          Pixelmator auf dem iPad ist mit großen Symbolen gut für den Fingereinsatz gerüstet, vieles ergibt sich nahezu von selbst. Auch die Tonwertkurven lassen sich flink mit dem Finger anpassen. Vom Pixelmator aus kann man entweder in die Fotoabteilung des Geräts exportieren oder in die iCloud oder in eine andere App. Mit seinem geringen Preis ist Pixelmator für iPhone und iPad eine gute Wahl.

          Eine Stufe darüber steht Affinity Photo von Serif. Es läuft auf schnelleren iPads und dem iPad Pro, nicht jedoch auf dem iPhone, und kostet 22 Euro. Das Programm gibt es seit 2015 für den Mac, ein Jahr später kam die Windows-Version, und nun gelang der Schritt in die mobile Welt.

          Wer Affinity Photo startet, ist zunächst erschlagen von der Fülle der Möglichkeiten. Abermals denkt man an Photoshop. Gewöhnungsbedürftig sind die unterschiedlichen Hauptmenüs, Persona genannt. Alle weiteren Menüs befinden sich an den Bildschirmrändern; sie sind mit dem Finger gut zu erreichen, aber noch besser geht es mit dem Apple Pencil, also dem Stift, der sich mit den iPad-Pro-Modellen verwenden lässt.

          Hier fährt dann die App ein Angebot auf, das fasziniert und begeistert. Auswählen und Retuschieren gelingt ungemein präzise, ungezählte Effekte sind natürlich abermals dabei, und das Ergebnis wird in einer Live-Vorschau gezeigt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          TV-Kritik: Anne Will : Welche Zukunft hätten Sie gern?

          Wer Klimaschutzpolitik als Kampf zwischen den Generationen etikettieren will, ist schief gewickelt. Die Zahl besorgter Eltern und Großeltern, die vergangenen Freitag an der Seite von Kindern und Enkeln auf die Straße gingen, war beachtlich. Der ganzen Debatte fehlt es an Optimismus.
           Ein Flugzeug von Thomas Cook steht auf dem Rollfeld des Flughafens von Manchester.

          Sanierung gescheitert : Thomas Cook ist pleite

          In der Nacht wurde das Aus besiegelt: Der älteste Reisekonzern der Welt steht vor der Zwangsliquidation. Das betrifft auch Zehntausende deutsche Urlauber. Condor-Maschinen sollen zunächst weiter fliegen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.