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Skype Translator im Test : UH UH, Microsoft!

Bild: F.A.Z.

Skype übersetzt jetzt auch ins Deutsche. In Sprache und Text. Und zurück. Wir haben mit einer Chinesin und einem Franzosen die Übersetzungsfunktion ausprobiert.

          3 Min.

          Es wäre so praktisch. Skype übersetzt hin und zurück in die Sprachen Chinesisch (Mandarin), Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und jetzt auch Deutsch. Doch so einfach ist es leider nicht. Das fängt mit der Hard- und Software an. Um die Funktion nutzen zu können, muss man ein zusätzliches Programm installieren. „Skype Translator Preview“ - immer noch in der Beta-Phase - läuft zur Zeit nur auf Windows 8.1 oder der Preview-Version von Windows 10. Derjenige, der einen Skype-Anruf erhält, braucht nicht die neueste Windows-Version. Es darf sogar ein Apple-Gerät wie etwa ein MacBook sein. Was bei unseren Tests nicht funktioniert hat, waren mobile Geräte beim Empfänger wie ein iPad oder iPhone.

          Sind die Voraussetzungen erfüllt, ist man von der Skype-Übersetzung nicht mehr weit entfernt. Sich selbst und dem Gesprächspartner weist man noch die jeweilige Sprache zu. Dann kann es losgehen. Fast. Denn bevor die Verbindung freigegeben wird, weist Microsoft bei jedem Verbindungsaufbau ausdrücklich darauf hin, dass die Worte auf ihren Servern gespeichert werden, um sie danach für die Verbesserung des Programms analysieren zu können. Dies geschieht ohne die Verknüpfung mit dem Skype-Konto. Wer das nicht will, kann sein Gespräch nicht übersetzen.

          Weibliche Computer City

          Wir wollten gleich den Härtetest machen und haben eine chinesische Muttersprachlerin angerufen. Chia-Ling Chang-Ripper lebt in Darmstadt und ist Chinesisch-Lehrerin. Sie konnte uns daher nach dem Gespräch noch ein paar Auskünfte geben, warum die Übersetzung vom und ins Chinesische schwieriger ist als bei anderen Sprachen. Die Gesprächseröffnung mit der Begrüßungsfloskel hat der Translator noch geschafft. Auch die Frage nach der Beruf unserer Test-Skyperin führte noch zu einem verständlichen Ergebnis. Doch als es inhaltlich darum ging, ob sich Chia-Ling Chang-Ripper vorstellen könnte, dass so ein Programm sie als Lehrerin überflüssig machen könnte, kamen so Sätze an wie „Weibliche computer city ist die gleiche Aussprache“ oder „sind zwei Hunde“. Nur weil sie unsere deutschen Worte gehört hatte, bevor sie ins Chinesische übersetzt wurden, konnte das Gespräch aufrecht erhalten werden. Wäre man nur auf den Translator angewiesen, wäre der Dialog im Chaos geendet.

          Unsere chinesische Muttersprachlerin schilderte im Anschluss an den Skype-Dialog ganz klassisch am Telefon ihre Eindrücke und konnte sogleich einige Erklärungen geben. Ihrer Einschätzung nach habe die Software vom Deutschen ins Chinesische besser übersetzt als umgekehrt. Dennoch tappte der Translator in bekannte Fallen. So hat er das Anredepronomen „Sie“ verstanden als Personalpronomen in der dritten Person Plural, was zu Verständnisschwierigkeiten führt. Richtig unverständlich wird es vom Chinesischen ins Deutsche, weil die Wörter aus wenigen Silben gebildet werden, deren Bedeutung sich erst durch eine bestimmte Betonung oder im Kontext ergibt.

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