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Skype Translator im Test : UH UH, Microsoft!

Ich heiße Maurice und nicht Hugo

Unser zweiter Test klappte etwas besser, wenn auch nicht wirklich gut. Wir skypten mit Maurice Lenhard. Der gebürtige Franzose lebt in Frankfurt und ist Opernsänger. Wir wollten das Gespräch locker beginnen und deswegen stellte sich Maurice erst einmal vor. Doch daran scheiterte Skype Translator schon. Aus „Je m'appelle Maurice“ wurde „Meine Name ist Hugo“. Auf einmal standen im Chat, der während des Gesprächs mitläuft und alles verschriftlicht, Sätze wie „Ich lüge Gärten, ein Fass gespräch“.

Als wir mit Absicht vom Small-Talk zum Fachgespräch wechselten, wurde es ganz bizarr. Maurice soll gesagt haben: „Direktor der Erlösung UH UH noch arbeitet mit etwas Musik, dass uh an dieser Wurzel in der Musik von John Keiichi UH auch gesagt, die mir Musik Edna 1970er Jahre, so ist dies ein Muster, das ist uh uh Kleinteile Klettern.“ Ja, wir hätten gerne noch mehr mit Maurice über Georg Büchner (“Buchrain“), John Cage („John Keiichi“) und andere andere interessante Künstler gesprochen, aber das machen wir demnächst mal in einem Café ohne Skype Translator.

Übersetzung als unlösbare Aufgabe

Der Umgang mit Skype Translator bestätigt zunächst eine Erkenntnis, die Smartphone-Nutzer schon häufiger gehabt haben dürften. Die Spracherkennung von Apple, Google, Microsoft und Blackberry arbeitet mittlerweile auf einem sehr hohen Niveau. Die Steuerung per Spracheingabe oder das Formulieren von Nachrichten oder kurzen Mails funktioniert erstaunlich gut. So werden auch bei Skype Translator die gesprochenen Worte schriftlich ziemlich exakt wiedergegeben. Diese Anwendungen sind ein enormer Erfolg für Disziplinen wie etwa die Computerlinguistik.

Doch was sich Microsoft mit Skype Translator vorgenommen hat und Google mit dem „Übersetzer“ seit einiger Zeit anbietet, sind weit ambitioniertere Projekte, denen ein wenig die Wir-können-alles-Mentalität anheftet. Die Unternehmen und ihre Forscher wollen nichts anderes als die natürliche Sprache übersetzen. Das wird nie möglich sein. Allein die Unterscheidung zwischen gesprochener und geschriebener Sprache, zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit, beschäftigt tausende Linguisten in ihren Forschungsprojekten. Letztlich beansprucht dieses Thema mehrere linguistische Teilbereiche wie Phonetik, Semantik und Pragmatik.

Auch in anderen Disziplinen wie der Philosophie ist „Übersetzung“ ein beliebtes Thema - wenngleich sich die Forscher dann mit sehr grundlegenden und wenig praxisrelevanten Problemen beschäftigen. Ein Standardwerk in der Sprachphilosophie ist dabei sicherlich das Werk „Word and Object“ des amerikanischen Logikers Willard Van Orman Quine.

Es gibt somit viele theoretische Gründe, warum Programme wie Skype Translator nicht zufriedenstellend funktionieren können. Und es gibt auch einige praktische Hürden, wie das Gespräch mit Maurice Lenhard zeigte, die die Software kaum nehmen kann. So verschlucken die Franzosen gerne mal Silben, während sie sprechen. Deshalb wird wohl auch aus einfachen Ausdrücken wie „Pas de problème“ ein „Bad Blake“. Für einen Simultanübersetzer aus Fleisch und Blut wäre dies kein Problem gewesen.

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