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Microsoft Surface im Test : Augen auf beim Notebook-Kauf

Surface Pro X

Die zweite Neuerscheinung von Microsoft ist das Surface Pro X, das uns der Hersteller zu spät zur Verfügung stellte. Der Rechner in der Bauform eines Tablet mit andockbarer Tastatur hat eine Besonderheit, die zugleich sein K.-o.-Kriterium ist: Er arbeitet mit einem ARM-Prozessor. Das Betriebssystem sieht zwar aus wie Windows 10, und Microsoft nennt es auch Windows 10 Home.

Es ist jedoch eine für ARM-Prozessoren angepasste Version, die nach Berichten der Redaktionen, die früher ein Testgerät erhielten, jene Probleme hat, die wir schon bei einem vergleichbaren Gerät von Lenovo konstatieren mussten: Die ARM-Architektur kann klassische Windows-Software der x68-Welt nicht ausführen. Doch nicht nur auf der Prozessorebene treffen zwei inkompatible Sphären aufeinander, sondern auch die Grafikbibliotheken sind inkompatibel. 64-Bit-Apps laufen generell nicht. Liegen die x86-Anwendungen als 32-Bit-Version vor, verwendet Microsoft einen Emulator, der die gewohnte Prozessorarchitektur nachbilden soll. Der Nachteil dieses Tricks: Hundertprozentige Kompatibilität ist nicht gewährleistet, und die Emulation fordert den Prozessor enorm. Ein weiterer Nachteil von Windows 10 on ARM: Für Drucker, Kameras und andere Peripherie benötigt man zwingend ARM-Treiber, die aber eher Mangelware sind.

Kurz und knapp: Wie die Kollegen berichten, gibt es Kompatibilitätsprobleme mit vielen Apps, die Akkulaufzeit des Geräts sei viel zu kurz, und das Tablet arbeite zu langsam. Dem Surface Pro X zu Preisen zwischen 1150 und 2000 Euro nähere man sich also mit Vorsicht.

Surface Pro 7 mit Type Cover

Wer die Bauform mag, werfe statt dessen einen Blick auf das Surface Pro 7 mit Type Cover, das zu Preisen von 1650 Euro an jetzt im Handel ist. Der Charme besteht in der Nutzung als Tablet, wenn man die mit magnetischen Pogo-Pins angedockte Tastatur abnimmt. Die Bildschirmdiagonale beträgt 12,3 Zoll, es ist also ein recht großes Tablet, und die Auflösung liegt bei 2736 × 1824 Pixel, wie beim Notebook liegt also ein Seitenverhältnis 3:2 vor. Das Gewicht von fast 800 Gramm ohne und 1100 Gramm mit Tastatur erschwert ebenfalls den mobilen Einsatz. Zum Vergleich: Ein iPad Pro mit 11 Zoll wiegt 470 Gramm, und das riesige 12,9-Zoll-iPad bringt es nur auf 630 Gramm.

Während alle namhaften Hersteller mittlerweile die Anzeige möglichst dicht an den Rand ziehen, um die Bauform kompakt zu halten, sind hier noch immer die antiquiert wirkenden schwarzen Trauerränder rund um das Display ein Ärgernis. An den Seiten werden 1,5 Zentimeter verschenkt, an Ober- und Unterseite etwas weniger.

Unser Testgerät mit demselben Core i7-Prozessor wie der Surface Laptop 3 und 16 Gigabyte Speicher arbeitete etwas langsamer als das Notebook, aber den Unterschied bemerkt man kaum. Eher stört die kürzere Akkulaufzeit zwischen fünf und neun Stunden. Auch die Ausstattung mit Schnittstellen bleibt wie beim Laptop karg, allerdings gibt es einen Micro-SD-Kartenleser unter dem rückseitigen Standfuß. Die Tastatur mit Alcantara-Oberfläche wirkt zwar klapprig, erlaubt aber ein durchaus flinkes Schreibtempo und ist in mehreren Farben erhältlich. Unter Last wird die obere Hälfte des Tablets heiß. Ohne Tastatur ist das Surface Pro 7 von 900 Euro an erhältlich, allerdings in einer kaum sinnvollen Ausstattung, nämlich mit Core-i3-Prozessor, 4 Gigabyte Speicher und 128 Gigabyte SSD. Die nächst teurere Solo-Variante liegt bereits bei 1050 Euro und hat trotzdem nur eine 128 kleine Gigabyte SSD.

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