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Neue Produkte : Microsoft kann auch Notebook

Ein Detachable: Bildschirm abnehmen, als Tablet benutzen Bild: Hersteller

Es gibt noch Überraschungen von Microsoft. Erwartungsgemäß hat der Softwarekonzern seinen neuen Tablet-Computer Surface Pro und zwei Lumia-Smartphones vorgestellt. Doch auch etwas viel Spannenderes.

          Die Keynote von Microsoft dauerte knapp zwei Stunden. Das ist lange. Doch es soll keiner sagen, Microsoft hätte auf Zeit gespielt. Das Unternehmen hat mehrere Produkte an diesem Dienstag vorgestellt. Darunter waren einige Nachfolger von Smartphones und Tablets, die es bereits gibt. Doch es wurde auch das erste Notebook von Microsoft präsentiert. Dieses „Surface Book“ war die große Überraschung des Abends, die bei den Spekulationen im Vorfeld eigentlich nie auftauchte.

          Windows 10 ist erwartungsgemäß der Klebstoff, der alles zusammenhält. Die neuen Geräte überzeugen allerdings derart, dass sie nicht als Vehikel für das neue Betriebssystem zu sehen sind. Microsoft ist mittlerweile auch ein Hardware-Unternehmen geworden.

          Smartphone Lumia 950 und 950 XL

          Wie zu erwarten folgt auf das (noch) aktuelle Nokia Lumia 930 nun ein neues Smartphone-Flaggschiff: das Lumia 950 und 950 XL. Die große Variante hat einen 5,7 Zoll großen Bildschirm, das „normale“ 5,2 Zoll. Die Pixeldichte ist somit 564 und 518 ppi. Sie sind ähnlich wie bei anderen Smartphone-Herstellen als Weiterentwicklung der bisherigen Geräte zu sehen. Deshalb wird auch hier viel Wert gelegt auf den noch schnelleren Prozessor, eine neue „adaptive Antennentechnologie“ und dünneres Design.

          Lumia-Modelle sind bekannt für ihre guten Kameras. Auch hier hat Microsoft nachgelegt. Die 20-Megapixel-Kamera wird von einem Drei-Fach-Blitz unterstützt, der gerade bei Porträtaufnahmen natürliche Gesichtsfarben erzeugen soll. Bildstabilisator ist natürlich ebenso mit an Bord, damit Bilder auch bei Bewegung scharf werden. Ganz praktisch ist immer noch – und von anderen Herstellern mittlerweile auch eingeführt – ein Knopf am Rand des Gehäuses, der nur für die Kameraufnahmen zuständig ist. Die aufgenommenen Bilder gehen übrigens direkt in die Cloud, sodass sie auch auf den anderen Microsoft-Geräten zur Verfügung stehen.

          Verbunden und aufgeladen wird das Gerät mit dem USB-C-Anschluss. Um den Akku des neuen Smartphones um die Hälfte aufzuladen, benötige man nur eine halbe Stunde, heißt es. Die Gesichtserkennung zum Entsichern des Smartphones – Nutzer der Xbox dürften sie bereits kennen –  funktioniert jetzt auch bei den neuen Lumia-Modellen. Die Preise für Amerika stehen schon fest: 550 Dollar wird das Lumia 950 kosten, 650 Dollar die XL-Variante.

          Surface Pro 4

          Ebenfalls wenig überraschend stellte Microsoft die nächste Version seines Tablets vor. Man ist nun beim Surface Pro 4 angelangt. Auch in dieser Kategorie geht es darum, am bisherigen festzuhalten, aber alles ein bisschen aufzupeppen. Und das mit ordentlich Würze. Das neue Surface Pro 4 soll um 30 Prozent schneller sein als der Vorgänger. Das sind sogar 50 Prozent mehr Arbeitsgeschwindigkeit als beim Konkurrenzprodukt von Apple, dem Macbook Air.

          Damit muss das Microsoft-Produkt auch in der Tat vergleichen. Denn zusammen mit dem – ebenfalls verbesserten – Type Cover, das jetzt ein größeres Trackpad und eine Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung hat, wird aus dem Tablet ein Computer. So lässt sich auch die Festplatte und der Arbeitsspeicher auf 1 Terabyte und 16 Gigabyte erhöhen. Das Surface Pro 4 ist nur noch 8,4 Millimeter dünn, hat eine Bildschirmgröße von 12,3 Zoll und eine Pixeldichte von 267 ppi bei 5 Millionen Pixel. Der sehr gute Bildschirm ist eine Stärke des Surface-Reihe. Microsoft machte dafür seine Technologie namens PixelSense verantwortlich. Das Glas ist nur noch 0,4 Millimeter dünn.

          Der Stift (Surface-Pen) ist immer noch dabei. Der Bildschirm reagiert also auf Berührung durch Finger ebenso wie auf den Druck des Stiftes. Drückt man ihn kurz hinten, öffnet sich automatisch One Note. Hält man ihn etwas länger, aktiviert man Microsofts Spracherkennung Cortana. Braucht man ihn nicht, „klebt“ man ihn aufgrund der magnetischen Funktion einfach an den Rand des Gehäuses.

          Das neue Surface Pro 4 wird Ende Oktober zu kaufen sein. Der Preis beginnt ab 900 Dollar. Je nach Ausstattung geht der Preis des Surface schnell „steil“ nach oben.

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