https://www.faz.net/-gy9-y50a

Microsoft-Mobilfunkchef Berg im Interview : „Das beste Betriebssystem, das es je gab“

  • Aktualisiert am

„Wir haben mit den Telefongesellschaften und den Herstellern gesprochen”: Achim Berg Bild: dpa

Microsoft hat im Markt für Smartphones den Anschluss verpasst. Mit dem Betriebssystem Windows Phone 7 will Microsoft zurück in den Massenmarkt, den heute Apple und Google beherrschen. Das hofft jedenfalls Mobilfunkchef Achim Berg.

          2 Min.

          Microsoft hat im Markt für Smartphones den Anschluss verpasst. Mit dem Betriebssystem Windows Phone 7 will Microsoft zurück in den Massenmarkt, den heute Apple und Google beherrschen. Das hofft jedenfalls Mobilfunkchef Achim Berg.

          Herr Berg, startet Microsoft mit seinem neuen Betriebssystem Windows Phone 7 den Angriff auf Apple und Google?

          Nein, so sehen wir das nicht. Wir haben uns viel Zeit gelassen, eineinhalb Jahre, um nun das beste mobile Betriebssystem anbieten zu können.

          Mancher Kritiker sagt, zu viel Zeit. Schließlich fällt ihr Marktanteil, während Apples und Google einen Rekord nach dem anderen brechen.

          Ich will das mal mit einer Analogie aus der Autowelt beschreiben. Wenn Sie bei einem Rennen den Motor auswechseln, dann müssen Sie erst einmal anhalten, und die anderen können überholen. Dann aber bauen Sie einen stärkeren Motor ein, und mit dem holen Sie die Konkurrenz bald wieder ein. So ähnlich geht es uns mit Windows Phone 7.

          Und wann haben Sie die Konkurrenz eingeholt?

          Wir haben einen langen Atem.

          Microsoft hat im Smartphone-Geschäft jetzt nur noch eine Anteil von 5 Prozent - und er soll weiter sinken, glaubt man den Analysten.

          Diese Analysen wären nicht die ersten, die revidiert werden müssten. Wir wollen jedenfalls wachsen.

          Was macht Sie so optimistisch?

          Wir haben jetzt das beste Mobilbetriebssystem, das es jemals gab. Ein guter Teil der eineinhalbjährigen Entwicklung ist nicht für das reine Programmieren verwendet worden, sondern für sehr ausführliche Tests. Wir haben dabei 10 000 Geräte im Einsatz gehabt, die einige Millionen Stunden an Stresstests absolvieren mussten. Außerdem haben wir 50 000 Menschen befragt, wie sie ihr Smartphone nutzen und welche Verbesserungen sie sich wünschen.

          Können Sie ein Beispiel nennen?

          Beispielsweise die Größe der Icons. Die sollten ungefähr so groß sein wie ein Fingerabdruck. Und das sind sie auch.

          Einige Handyproduzenten haben sich zuletzt reserviert in Sachen Windows Phone gezeigt. Samsung und auch HTC scheinen Android den Vorzug zu geben.

          Wir haben mit den Telefongesellschaften und den Herstellern gesprochen und von überall großen Zuspruch erhalten. Wann kommt ihr endlich, wurde da gefragt. Jetzt starten wir in Deutschland vom 21. Oktober an mit allen vier Netzanbietern und mit fünf Geräten - von HTC, LG und auch von Samsung.

          Wollen Sie künftig verstärkt Privat- oder Geschäftskunden ansprechen?

          Beide Gruppen. Wir gehen davon aus, dass der Kunde sich künftig sein Handy privat aussucht und in sein Unternehmen einbringt. Dort ist es dann die Aufgabe der IT, das Gerät in die Computerarchitektur einzubinden. Was es Microsoft wiederum leicht macht, weil wir sozusagen ein komplettes Ökosystem anbieten. Wir zielen also auf den Massenmarkt.

          Der Erfolg mobiler Betriebssysteme ist eng verbunden mit der Zahl der Apps. Können Sie da mithalten?

          Das wollen wir gar nicht. Wir haben festgestellt, dass nur eine begrenzte Zahl wirklich genutzt wird. Diese relevanten Programme gibt es alle bei uns. Wir setzen klar auf Qualität vor Quantität. Außerdem nutzt gut die Hälfte der Smartphone-Besitzer das Gerät stark für Spiele. Auch hier sind wir mit 100 Spielen aktuell schon gut aufgestellt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Triumphaler Wahlsieg: Boris Johnson am Freitagmorgen in London

          Sieben Antworten zur Wahl : Naht das Ende des Vereinigten Königreichs?

          Boris Johnsons Konservative triumphieren, Labour und die kleinen Parteien haben wenig zu lachen – bis auf schottische Nationalisten und irische Republikaner. Unser Korrespondent beantwortet die wichtigsten Fragen zur britischen Wahl.
          Sollen am Checkpoint Charlie die Brandwände sichtbar bleiben, als Erinnerung an die Teilung Berlins? Oder soll man hier Hochhäuser bauen und die Erinnerung einem unterirdischen Museum überlassen?

          Dauerbaustelle Berlin : Unter dem Pflaster liegt der Filz

          Der Skandal um die Bauakademie und weitere Berliner Symbolprojekte zeigen, dass die Kulturpolitik ein Kungelei- und Kompetenzproblem hat. Wird man wenigstens im Streit um den Checkpoint Charlie eine gute Lösung finden?

          EU-Gipfel in Brüssel : Polen stellt sich quer

          Der EU-Gipfel sagt zu, die EU bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen - ausgenommen Polen. Warschau blockiert so das erhoffte Signal zum Ende der Klimakonferenz in Madrid.
          Allein geht es nicht: Der Rapper Kollegah kann sich forsche Töne leisten, weil er einen Beschützer hat.

          Familienclans und Rocker : Die „Rücken“ der Rapper

          Rapper in Deutschland haben oft mit kriminellen Milieus zu tun. Sie lassen sich von Rockern und Clans beschützen. Wenn die Hintermänner streiten, wird es gefährlich. Ein Einblick in die Welt von Kollegah, Capital Bra und Bushido.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.