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Matebook 13 von Huawei im Test : Der Spion, den ich liebte?

Das neue Matebook 13 von Huawei Bild: Hersteller

Das Matebook 13 von Huawei ist flink und günstig. Als schöne und bestens verarbeitete Mac-Alternative macht das Matebook eine gute Figur.

          3 Min.

          Der chinesische Konzern Huawei steht unter Druck. Amerikanische Behörden warnen vor Spionage, seine Produkte könnten ein Sicherheitsrisiko darstellen. Huawei bestreitet das. Und bislang sind zumindest die europäischen Kunden unbeeindruckt, die Smartphones und Notebooks verkaufen sich hierzulande bestens. Das gute Preis-Leistungsverhältnis überzeugt. Wir haben das neue Matebook 13 ausprobiert, das auf dem Mobile World Congress in Barcelona debütierte. Es gibt es in zwei Varianten, und der Preis ist heiß: Mit Core-i5-Prozessor der achten Generation („Whiskey Lake“), 8-Gigabyte-Speicher und 256-Gigabyte-SSD beträgt die unverbindliche Preisempfehlung 1000 Euro.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Für 200 Euro mehr gibt es das sonst baugleiche und von uns erprobte Modell mit Core-i7-Prozessor, 8-Gigabyte-Speicher und 512-Gigabyte-SSD. Das ist ein Wort, vor allem im naheliegenden Vergleich mit Apple, denn das Design kommt einem doch bekannt vor. Das Macbook Air mit 8 und 256 Gigabyte und langsamerem Zweikern-Core-i5-Prozessor kostet mindestens 1600 Euro. Wer gar mit vier Kernen und dem Core-i7 liebäugelt, muss bei Apple die 2000-Euro-Hürde nehmen.

          So gesehen nahmen wir das neue Matebook 13 gern in die Hand, man kann es als kleinen Bruder des Matebook X Pro verstehen. Mit Maßen von 29 × 21 Zentimeter und einer Dicke von 1,5 Zentimetern ist das Matebook 13 sehr kompakt und kann sich hinter einem DIN-A4-Blatt durchaus verstecken. Was nicht ganz passt: Das Gewicht von 1,3 Kilogramm lässt es zwar nicht schwer erscheinen, aber für diese Bauform sind es doch 100 oder 200 Gramm zu viel.

          Mit Maßen von 29 × 21 Zentimeter und einer Dicke von 1,5 Zentimetern ist das Matebook 13 sehr kompakt.

          Die haptische Anmutung ist exzellent: Das Unibody-Gehäuse wirkt stabil und robust, nur stört das auf den oberen Gehäusedeckel geklebte Huawei-Logo den stimmigen Gesamteindruck. Das Display lässt sich sehr weit nach hinten drehen, bis ungefähr 150 Grad, und es löst mit 2160 × 1440 Pixeln im etwas ungewöhnlichen 3:2-Format auf. Die Anzeige ist sehr weit an den Rand gezogen, Helligkeit, Kontraste und Farbdarstellung überzeugen. In dunklen Schwarzpartien, etwa beim Betrachten von Videos, zeigen sich indes mitunter kleine Helligkeitswolken. Hauptkritikpunkt ist indes, dass die Anzeige ungemein stark spiegelt. Man ist immer wieder damit beschäftigt, den Winkel neu einzustellen, das kann es nicht sein.

          Im Unterschied zum amerikanischen Matebook 13 muss die deutsche Version ohne berührungsempfindliche Anzeige auskommen, und die zusätzliche Grafikeinheit Nvidia Geforce MX 150 fehlt ebenfalls. Nichtsdestotrotz ist das Matebook ungemein flott unterwegs, auch das Hochfahren in wenigen Sekunden fasziniert. Im Geekbench-Test erreichte es einen Multicore-Score von 17 350 Punkten, das ist ein ganz exzellentes Testergebnis. Ungeachtet des hohen Tempos springt der Lüfter eher selten an und säuselt leise vor sich hin. Leider muss man sich mit Windows Home begnügen. Wenigstens ist der Rechner frei von nerviger Demo-Software mit Ausnahme der Zumutungen, die Microsoft selbst mit Windows 10 aufspielt. Die einzige Huawei-Anpassung ist der PC-Manager, der sich nützlich machen will, indem er die Hardware testet und Treiber zur Aktualisierung anbietet. Mit dem eingebauten Huawei Share lassen sich Fotos und andere Daten vom Smartphone schnell übertragen, sofern das Telefon auch ein Huawei ist. Der Hersteller spricht von 1000 Fotos in zwei Minuten.

          Das Unibody-Gehäuse wirkt stabil und robust.

          Die Tastatur mit bis an den Rand gezogenen Tasten hat Normalgröße, ist etwas weicher als die Butterfly-Tastatur von Apple, und der Hub ist etwas länger. Die äußeren Tasten reagieren für unseren Geschmack schwammig. Eine Beleuchtung lässt sich in zwei Stufen dazuschalten, blickt man schräg auf das Keyboard schimmert das Licht leider unter den Tasten durch. Das Touchpad hat zwar eine schöne Breite von 12 Zentimetern, ist aber nur 6,5 Zentimeter hoch.

          Jeweils eine USB-Typ-C-Schnittstelle findet sich an der linken und rechten Gehäuseseite. Nur über die linke lässt sich der fest eingebaute Akku laden, die rechte dient dem Anschluss von Zubehör, unter anderem wird auch Displayport unterstützt. Freundlicherweise liefert Huawei einen Adapter für den herkömmlichen USB-Port, HDMI und VGA mit. Was indes fehlt: Thunderbolt 3 für mehr Peripherie und superschnellen Datentransport. Das ist dann doch eine gravierende Einschränkung, auch im Vergleich mit der Apple-Welt. Sehr schön wiederum und bestens funktionierend: der biometrische Fingerabdrucksensor in der Ein- und Ausschalttaste. Der Akku mit 3660 Milliamperestunden lässt sich mit dem Quick-Charge-Verfahren in rund zwei Stunden vollständig laden. Mitgeliefert wird ein 65-Watt-Netzteil. Nach Herstellerangaben liegt die Laufzeit beim Surfen im Internet bei sieben Stunden, für die Videowiedergabe sind sogar zehn Stunden angegeben. Wir kamen meist auf sieben Stunden, was kein Rekordwert ist, aber angesichts der schnellen Prozessoren auch nicht wundert.

          Als schöne und bestens verarbeitete Mac-Alternative macht das Matebook also eine gute Figur. Noch in diesem Monat kommt von Huawei das erneuerte Matebook X Pro für 1700 Euro, und ein weiterer Rivale ist bald das in den Handel kommende Matebook 14 mit größerem Display, Touchscreen, dezidierter Grafikkarte und 256-Gigabyte-SSD für 1100 Euro.

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