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Magenta Zuhause Hybrid : Doppelt verbunden und einfach schneller

  • -Aktualisiert am

Der Speedport-Hybrid-Router Bild: Wiseman

Mit Magenta Zuhause Hybrid beschleunigt die Telekom DSL mit zusätzlichem LTE. Beide werden bei Bedarf im Router zu einem Kanal gebündelt.

          3 Min.

          Dass DSL in Deutschland längst nicht flächendeckend die Leistung bringt, die zum flüssigen Zugriff aufs Internet notwendig ist, ist kein Geheimnis. Nun bringt die Telekom mit Magenta Zuhause Hybrid die Kopplung eines lahmen DSL-Anschlusses mit LTE im Mobilfunk. DSL und LTE werden bei Bedarf im Router zu einem Kanal gebündelt. So erfolgt bei der Übertragung großer Datenmengen über das zugeschaltete LTE automatisch der Leistungsschub. Der Vorteil gegenüber reinen LTE-Funk-Verträgen für daheim liegt darin, dass es keine Volumenbegrenzung gibt, sondern eine Internetflatrate, wie bei DSL-Tarifen üblich. Beinahe selbstverständlich beinhaltet der Vertrag auch eine Telefon-Flat ins deutsche Festnetz. Nur muss das LTE der Telekom am Ort verfügbar sein, eine weitere Einschränkung.

          Wir prüften den Internetzugriff im gemischten Doppel mit dem Tarif Magenta Zuhause M Hybrid, der für Downloads bis 50 MBit/s gut ist und Uploads bis maximal 10 MBit/s erlaubt und monatlich 40 Euro kostet. Hinzu kommen zehn Euro für die Miete des Routers Speedport Hybrid, der zwingend vorausgesetzt wird.

          Viele Faktoren beeinflussen den Übertragungserfolg: Entscheidend sind die Entfernung und die richtige Ausrichtung der Antenne zum nächsten Sendemast. Darüber hinaus ist die Auslastung der Funkzelle ein wichtiges Kriterium, da sich alle Teilnehmer die Kapazität teilen. Unbestätigt, aber vielfach vermutet ist, dass bei der Verteilung der Leistung Magenta Hybrid erst nach LTE-Handys und reinen LTE-Routern rangiert.

          Gute Ergebnisse zwischen 25 und über 50 MBit/s

          Offensichtlich war in unserer Funkzelle im vergangenen Jahr recht wenig Betrieb, was sich sicherlich nicht verallgemeinern lässt, durchaus aber zeigt, wozu die Hybrid-Technik in der Lage ist. So konnten wir beim Hybrid-Betrieb konstant gute Ergebnisse zwischen 25 und teilweise über 50 MBit/s im Download erreichen, während unser DSL-Anschluss allein auf lediglich 6 MBit/s kam. Die besten Ergebnisse konnten wir messen, wenn wir den DSL-Anschluss trennten, wofür im Router-Menü ein Mausklick genügt. Vor allem die Upload-Rate verdreifachte sich in diesem Fall von rund 3 MBit/s auf oft über 9 MBit/s, was die Übertragung großer Dateien deutlich beschleunigte. Allerdings kann in dieser Zeit nicht telefoniert werden, da die IP-Telefonie über die DSL-Leitung des Routers läuft.

          Positiv bemerkbar machte sich bei der Datenübertragung die externe Doppelantenne LTE 1800 MIMO von Novero Dabendorf, die wir aufs Dach setzten und an die beiden SMA-Anschlüsse des Hybrid-Routers anschlossen. Wichtig bei der Wahl der Antenne ist, dass sie dem Frequenzbereich des LTE-Senders entspricht. Der Speedport Hybrid unterstützt mit seinem LTE-Modem Frequenzen von 800, 1800 und 2600 MHz. Mit fünf Leuchtbalken signalisiert der Router auf dem Gehäuse und im Konfigurationsmenü die Empfangsstärke: Vier Balken waren hier der Maximalwert, den wir erreichten. Die Außenantenne im passenden Frequenzbereich erwies sich allerdings bei gleicher Signalstärke als deutlich leistungsfähiger, vor allem wenn die Wahl nicht der automatischen Funktion des Routers überlassen, sondern fixiert wurde.

          Nicht auf der Höhe der Zeit ist der einzige USB-Port

          Die Einrichtung des Routers ist unkompliziert. Für den LTE-Zugang wird die separat gelieferte Micro-Sim-Karte in den Router-Steckplatz eingelegt und für DSL das beiliegende Kabel in die Netzbuchse eingesteckt. In Betrieb genommen wird der Speedport Hybrid wie bei der DSL-Router-Konfiguration gewohnt durch die Eingabe der Zugangsdaten. Bei der Erstinstallation werden dann auch gleich das integrierte W-Lan (a/b/g/n/ac mit 2,4 und 5 GHz) eingerichtet und die Telefone (zwei schnurgebundene Apparate und bis zu fünf Dect-Mobilgeräte) verbunden. Hierbei können die üblichen Einstellungen vorgenommen werden, wie die Zuordnung von Rufnummern. Einen integrierten Anrufbeantworter vermisst der Fritzbox-verwöhnte Anwender aber ebenso wie die PC-Faxfunktion. Nicht auf der Höhe der Zeit ist der einzige USB-Port, der nur USB 2.0 bietet und an den eine Festplatte angeschlossen werden kann, die sich als NAS-Dateispeicher oder Medienserver nutzen lässt, oder ein Netzwerkdrucker.

          Was den Netzzugriff auf Endgeräte, die Zuweisung von Ports und die externe Verbindungsaufnahme über dynamisches DNS betrifft, erfüllte der Router unsere Ansprüche ebenso wie mit seinen Zeitschaltregeln, die sich auf einzelne Netzgeräte festlegen lassen, und den Filtern, mit denen man Ports, Funktionen und Websites sperren kann. Bedauerlich ist allerdings, dass sich Heimnetz-Geräten im Router keine feste IP-Adresse zuweisen läßt. Wer sicherstellen will, dass beispielsweise Netzwerkdrucker sich immer unter der gleichen Adresse ansprechen lassen, sollte ihnen im Gerät eine IP zuordnen, die außerhalb des konfigurierbaren Adressraums des integrierten DHCP-Servers liegt. So vermeidet man Überschneidungen mit der automatischen Adressvergabe.

          Im Endeffekt erweist sich der Speedport Hybrid als durchaus brauchbarer Router, der allerdings manche Wünsche, nicht aber die Wahl offenlässt. Seine Fähigkeit ist das Bonding von DSL und LTE, so dass bei den Hybrid-Tarifen der Telekom für den Endanwender kein Weg an ihm vorbeiführt. Auf dem Weg zur flächendeckenden Versorgung ist er höchstens eine Nebenstraße zum Ziel, auch wenn er uns ermöglichte, am TV-Gerät ruckelfrei die Videos der Fernsehmediatheken zu sehen. Wem es an passabler Internetgeschwindigkeit mangelt, der findet im Tarif und dem Router zumindest eine Variante, ohne Volumenbeschränkung aufs Internet zuzugreifen, vorausgesetzt, LTE ist in ausreichender Stärke verfügbar.

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