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MacBook-Serie erneuert : Apple lüftet seine Notebooks

Aus einem Alublock gefräst: die neuen MacBook-Gehäuse Bild: AP

Nach der Auffrischung der iPod-Familie lässt Apple nun ein technisch und ästhetisches Update der MacBook-Serie folgen. Steve Jobs stellte die neuen Laptops vor: Das MacBook Air hat den Designern offensichtlich den Marsch geblasen - und gehört gleichzeitig zu den Verlierern.

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          Nun also doch die Notebooks. Blogger und Fachleute haben seit vielen Monaten über neue Modelle spekuliert, Steve Jobs hat sie im kalifornischen Cupertino vorgestellt. Apple hat seine Laptop-Familie erneuert: Bei der technischen Ausstattung wurde schwer nachgebessert, das Produktionsverfahren des Gehäuses ist umweltfreundlicher geworden und bei der Gestaltung des aktuelle Aussehens haben sich die Designer sichtbar am MacBook Air und iMac orientiert. Ebenso wie bei der Neugestaltung der iPod-Familie hat Apple auch bei den Notebooks die Preise überarbeitet. Für etwas weniger Geld bekommen Kunden bessere Technik. Wie sieht das genau aus?

          Die Laptop-Familie bestand bisher aus dem dünnen MacBook Air (13,3 Zoll), dem etwas schwachen, aber günstigen MacBook (13,3 Zoll) und dem MacBook Pro (15 und 17 Zoll). Letztlich war für jeden etwas dabei. Aber nur fast. Wer ein schnelles, üppig ausgestattetes Notebook mit 13-Zoll-Display suchte, dessen technische Bauteile in einem Alu-Gehäuse zusammengehalten werden sollten, wurde von Apple alleine gelassen. Das MacBook Air konnte diese Ansprüche nicht erfüllen. Diese Lücke im kleinen Displaybereich hat Jobs bei der Präsentation der neuen Modelle nun geschlossen.

          Verspiegelt für alle

          Denn das MacBook hat ein neues Gewand bekommen. Es ist von nun an aus Aluminium, dabei werden aus einem massiven Aluminiumblock dünne, aber gleichzeitig extrem stabile Gehäuse aus einem Stück gefräst. Das Produktionsverfahren „Unibody“ wendet Apple auch beim MacBook Pro (15 Zoll) an. Das MacBook verdünnt sich dadurch gerade mal um drei Millimeter auf eine Höhe von 2,41 Zentimeter. Der größere Bruder, das MacBook Pro, schrumpft auf die gleiche Größe um lediglich zwei Millimeter, und ist mit knapp 2,5 Kilogramm wie bisher etwas schwerer als das MacBook, das jetzt etwas über 2 Kilogramm wiegt. In Bezug auf das Material und die Höhe sind das MacBook und MacBook Pro identisch.

          Keine Angst: Das MacBook ist kleiner geworden
          Keine Angst: Das MacBook ist kleiner geworden : Bild: AFP

          Beide haben das Glasdisplay vom MacBook Air bekommen, das mit seinem schwarzen Rand allerdings dem Bildschirme des iMac gleicht. Die Glasfront zieht sich bis zum Rand und - zum Ärger vieler Kunden - lässt sich bei bestimmten Lichtverhältnissen schlecht lesen, weil es verspiegelt. In der 13-Zoll-Variante haben die Notebooks eine Auflösung von 1280 x 800 Punkten und eine Nummer größer (15 Zoll) 1440 x 900 Bildpunkte. Die LED-Hintergrundbeleuchtung sorgt dafür, dass der Bildschirm sehr dünn bleibt.

          Grafikchipsatz von Nvidia

          Wichtigste Neuerung im Innern der aktuellen Notebooks ist der Einsatz eines Grafik-Chipsatzes von Nvidia. Im kleinen MacBook ist ein GeForce 9400M mit DDR3-Speicherinterface und integrierter Grafik eingebaut. Das wird alle Multimedia-Anwender und Computerspieler freuen. Im Spitzenmodell MacBook Pro verbaut Apple gleich zwei Grafikchips von Nvidia: den GeForce 9400M und den 9600M. Letzteren kann der Nutzer komplett abschalten, um die Akkukapazität schonen zu können. Laut Apple halte dadurch der Akku eine Stunde länger.

          Ansonsten stattet Apple die neuen Modelle mit dem Multi-Touch-Trackpad aus. Diese vom iPhone inspirierte Oberfläche hatte das MacBook Pro zwar schon - der Nutzer konnte bestimmte Anwendungen aufgrund der Fingerbewegung ausführen -, doch das neue Trackpad ist aus Glas und hat keine Taste. Diese Änderung hat dazu geführt, dass die zu berührende Fläche viel größer geworden ist, was schon beim ersten Blick auf die Tastatur deutlich sichtbar wird.

          Die Preise sind ungefähr die gleichen geblieben. Da die Laptops viel besser ausgestattet sind, kann man letztlich von einer leichten Preissenkung sprechen. Das MacBook gibt es ab 1.199 Euro, die besser ausgestattete Variante kostet 1.499 Euro. Wer nochmal dreihundert Euro drauflegt, kann sich schon für 1.799 Euro das MacBook Pro (15 Zoll) kaufen, das mit mehr Leistung und Festplattenplatz für 2.249 Euro im Laden steht. Das MacBook Air kostet weiterhin 1.699 Euro. Nach wie vor bedient Apple auch Plastikfetischisten: Das gute, alte, weiße MacBook wechselt den Besitzer für 949 Euro.

          Wer geht da noch in die Luft?

          Steve Jobs hätte die Notebook-Familie radikaler umgestalten können. Er hat die MacBook-Serie nicht konsequent vereinheitlicht: Alu-Anhänger können zwar wählen zwischen 13, 15 und 17 Zoll. Doch der 17-Zoller ist das bisherige MacBook Pro und somit ein Überbleibsel aus der alten Zeit. (Gut für alle, die das neue Glasdisplay nicht mögen) Mit dem weißen Plastik-MacBook fängt Apple natürlich Kunden, die weniger als 1000 Euro für ein Notebook ausgeben wollen. Doch wer sollte ins Netz gehen, wenn es für 1200 ein viel hochwertiges Apple-Laptop aus Alu gibt?

          Als Jobs im letzten Jahr das MacBook Air vorstellte, hieß es, er wolle dadurch die Lücke unter den hochwertigen Alu-Modellen stopfen. Denn wer sich damals ein kleines Apple-Alu-Notebook kaufen wollte, suchte vergebens nach einer Lösung. Doch das MacBook Air war es für viele nicht: nur ein USB-Anschluss, zu schwach in der Ausstattung, kein CD/DVD-Laufwerk. Selbst in Apple-Läden hörte man häufig den Spruch: Das Air sei nur Spielerei. Die neuen MacBooks könnte ernsten Laptop-Suchern gefallen. Bleibt nur die Frage: Warum sollte sich jemand jetzt noch das MacBook Air kaufen?

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