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Teure Smartphones : Lohnt sich eine Handy-Versicherung?

29 Euro für eine neues iPhone-Display sind eigentlich nicht viel. Bild: Picture-Alliance

Ob Bruch, Diebstahl, Wasser oder Leichtsinn: Die Angebote, das Smartphone dagegen zu versichern, sind sehr unterschiedlich. Fallstricke sind manchmal gut versteckt.

          Die Reparatur des Display-Schadens habe nur 29 Euro gekostet, schwärmt der Vater einer Abiturientin und ergänzt, dass viele ihrer Mitschüler jedes Jahr mindestens einen Glasbruch beklagen. Da sind 29 Euro für eine neues iPhone-Display nicht viel. Denn der Händler um die Ecke verlangt 100 Euro und mehr. Wenn es eine „offizielle“ Reparatur von Apple sein soll, fallen je nach Modell sogar zwischen 150 und 170 Euro an. Der Trick des stolzen Vaters: Er hat eine Handy-Versicherung abgeschlossen, in diesem Fall Apple Care Plus. Für 150 Euro erhält man neben telefonischer Beratung durch Fachleute einen Hardware-Schutz für zwei Jahre mit bis zu zwei Reparaturen. Allerdings nur bei unabsichtlicher Beschädigung und unter Zuzahlung von 29 Euro für den Austausch eines Displays oder 99 Euro für alle anderen Schäden. Ein Displayschaden kostet demnach mindestens 179 Euro, so günstig ist das Angebot also nicht.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Indes sind Handyversicherungen in Mode gekommen. Fachleute schätzen, dass in Deutschland 2,5 bis 3 Millionen Verträge laufen. Bereits beim Kauf eines neuen Geräts werden einem erweiterte Garantieleistungen, Schutzbriefe und Elektronikpolicen geradezu aufgedrängt. Nicht nur im stationären Handel, sondern auch beim Kauf im Netz. Vor dem Gang zur Kasse ploppt der Hinweis auf, dass man doch lieber auf Nummer Sicher gehen soll, und der Appell an die Vollkaskomentalität scheint anzukommen.

          Gewährleistung kann vertraglich nicht ausgeschlossen werden

          Dabei genießt der Kunde in Deutschland ohnehin die gesetzliche Gewährleistungspflicht, die zwar für Gebrauchtwaren auf zwölf Monate reduziert werden kann, aber bei neuen Geräten zwei Jahre beträgt. Die Gewährleistung kann vertraglich nicht ausgeschlossen werden. Tritt ein Problem auf, wird zugunsten des Verbrauchers in den ersten sechs Monaten nach Übergabe der Ware angenommen, dass der Mangel schon zum Zeitpunkt der Lieferung bestand.

          Ergänzend bieten viele Hersteller zusätzlich zur gesetzlichen Gewährleistung eine Garantie an. Das ist eine freiwillige und frei gestaltbare Dienstleistung eines Händlers oder Herstellers, und die Garantiezusage bezieht sich meist auf die Funktionsfähigkeit von Teilen oder des gesamten Geräts über einen bestimmten Zeitraum. Der Zustand der Ware zum Zeitpunkt der Übergabe an den Kunden ist unerheblich.

          Die Tücke liegt wie immer im Detail

          Ob sich eine Handyversicherung lohnt, ist angesichts dieser Basisabsicherung genau zu prüfen, und die Tücke liegt wie immer im Detail. Apple Care Plus für das iPhone springt zum Beispiel nicht nach einem Diebstahl oder Verlust des Geräts ein. Hier sind umfassende Handyversicherungen die bessere Wahl, wie ein Blick auf die Angebote der Netzbetreiber und Provider zeigt.

          Telekom, Vodafone und O2 verlangen für ihre Versicherungen zwischen 9 und 10 Euro im Monat. So kommen 10 bis 20 Prozent des Geräteneupreises pro Jahr zusammen; ziemlich teuer, wenn man beispielsweise vergleichend auf die Kosten einer Vollkasko-Versicherung fürs Auto blickt. Stets gibt es zudem eine Selbstbeteiligung, sie beträgt in der Handyversicherung L der Telekom 60 Euro, in der Smartphone- und Tabletversicherung von Vodafone 35 oder 70 Euro (günstiges oder teures Gerät) und in der PremiumHandyversicherung von O2 10 Prozent des regulären Gerätepreises. Eine Absicherung gegen Diebstahl ist in diesen Paketen enthalten, gegen den Verlust des Geräts ist man jedoch nicht geschützt. Die Mindestlaufzeit des Vertrags beträgt zwei Jahre, danach ist er monatlich kündbar.

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