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Lenovo Ideapad 710S im Test : Ein Notebook will nach oben

Notebook Ideapad 710S von Lenovo Bild: Hersteller

Das Notebook Ideapad 710S ist attraktiv und relativ günstig. Lenovo schummelt aber ein bisschen.

          3 Min.

          Darf es etwas günstiger sein? Wenn das neue Notebook nicht als Business-Gerät des Arbeitgebers, sondern privat angeschafft wird, ist die Qual der Wahl groß. Schon für 500 Euro erhält man ausreichende Rechenleistung, allerdings in Hartplastik und meist eher klobig. Soll das neue Gerät schöner aussehen und vielleicht sogar eine Zierde für den heimischen Schreibtisch sein, spielt das Design eine herausragende Rolle. Mit seinen klaren und schlichten Formen lächelte uns das Ideapad 710S von Lenovo an. Es wurde im Januar auf der Computerfachmesse CES in Las Vegas erstmals gezeigt und ist nun lieferbar.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Dieses Lenovo orientiert sich in Optik und Bauform an der Oberklasse. Aber der Einstiegspreis liegt bei moderaten 900 Euro, und man staunt, weil das Gerät als typisches 13-Zoll-Subnotebook aufgeräumt, flach, kompakt und nur 1,16 Kilogramm leicht daherkommt. Noch größer wäre das Erstaunen, hätte der Bildschirm auch wirklich die von Lenovo auf seiner Website angegebene QHD-Plus-Auflösung von 3200 × 1800 Pixel.

          Die Oberseite des Ideapad besteht aus Aluminium und Magnesium

          Etliche Journalisten übernahmen diese Angabe - und waren geradewegs aus dem Häuschen. Wer ordentlich testet und genau prüft, sieht indes: Tatsächlich liefert die nicht berührungsempfindliche und dankenswerterweise nicht spiegelnde Anzeige jedoch nur Full HD mit 1920 × 1080 Pixel. Das dem Gerät beiliegende technische Datenblatt des Herstellers korrigiert die Angaben stillschweigend mit den richtigen Zahlen. Mittlerweile hat Lenovo nach unserer Kritik auch die Angaben auf der Internetseite berichtigt.

          Die Oberseite des Ideapad besteht aus Aluminium und Magnesium, die Unterseite aus Aluminium. Zugeklappt ist das Lenovo erfreulich verwindungssteif. Öffnet man das Notebook, wirkt die Oberseite mit dem schlankem Rahmen um den Bildschirm etwas fragil. Die Anzeige lässt sich komplett um 180 Grad nach hinten klappen, der Scharniermechanismus hat jedoch nicht die Robustheit der teureren Lenovo-Modelle.

          Das Gehäuse mit Maßen von 31 mal 21 mal 1,4 Zentimeter ist kein Unibody, und Lenovo beschränkt sich ob der flachen Bauform, die sich nach vorn hin verjüngt, auf die wichtigsten Anschlüsse: Zweimal USB 3.0, HDMI in der Mini-Variante und Speicherkarten-Slot sind an den hinteren Seiten angebracht. Was fehlt? Für den Business-Einsatz vermisst man einen Ethernet-Port und einen Kensington-Lock als Diebstahlschutz.

          Das Gehäuse mit Maßen von 31 mal 21 mal 1,4 Zentimeter ist kein Unibody

          Die Tastatur mit zuschaltbarer Hintergrundbeleuchtung ist leicht versenkt und hat eher flache Tasten mit schwachem Druckpunkt. Das Touchpad unterhalb der Tastatur verzichtet auf physikalische Tasten, ist außergewöhnlich groß und erlaubt die Programmierung mit Gesten bis zu vier Fingern.

          Haptik und Anmutung sind in Ordnung, der 10-Finger-Schnellschreiber kommt gut zurecht. Die Helligkeit des matten IPS-Displays liegt bei maximal 326 Candela je Quadratmeter, das ist ein leicht überdurchschnittlicher Wert für Subnotebooks. Die Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung gibt keinen Anlass zu Kritik, und der Kontrast von 956:1 ist ebenfalls in Ordnung.

          Das Ideapad 710 S ist in zwei Basiskonfigurationen lieferbar. In der kleinen kommt ein Intel Core i5-6200U-Prozessor mit bis zu 2,3 Gigahertz zum Einsatz. Vier Gigabyte Speicher und die Intel-Grafik 520 sind an Bord. Empfehlenswert ist jedoch die etwas leistungsstärkere und von uns erprobte Variante für 1200 Euro. Nicht wegen des Core-i7-6560U-Prozessors, sondern vor allem wegen des doppelten Speichers von acht Gigabyte und der Intel-Grafik Iris 540.

          Tatsächlich liefert die nicht berührungsempfindliche und dankenswerterweise nicht spiegelnde Anzeige jedoch nur Full HD mit 1920 × 1080 Pixel

          In beiden Versionen ist Windows 10 nur in der Variante Home aufgespielt. Unser Testgerät hatte deutlich weniger Crapware (unerwünschte Software) aufgespielt als sonst bei Lenovo üblich. Aber trotzdem kommt man nach der Inbetriebnahme des fabrikneuen Geräts nicht um eine erste Säuberungsaktion umhin, wobei man auch den Murks entfernen sollte, den Microsoft mitliefert (etwa Candy Crush Soda Saga).

          Beide Ideapads sind mit einer flinken Samsung-SSD ausgerüstet, die 256 Gigabyte fasst. Stereolautsprecher von JBL sorgen für einen guten Raumklang. Das W-Lan-Modul AC 3165 von Intel versteht neben dem 2,4-Gigahertz-Band auch das weniger genutzte 5-Gigahertz-Band, muss aber mit einer Antenne auskommen, so dass die Bruttodatenrate bei um die 400 MBit/s liegt. Der vom Anwender nicht zu wechselnde 4-Zellen-Akku hält ungefähr sechs bis sieben Stunden durch. Das Gehäuse erwärmt sich im laufenden Einsatz kaum, störende Lüftergeräusche sind selten zu hören. So ist das Ideapad 710S ein interessanter Kandidat, der erfolgreich in der Oberklasse wildert.

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