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Lautsprechertrends : Hoch-Genuss

  • -Aktualisiert am

Porzellan als Gehäusebaustoff: Gemeinschaftswerk von Teufel und Rosenthal. Bild: Hersteller

Außergewöhnlich, drahtlos und retro: Die Lautsprecherhersteller Teufel und Devialet machen dem guten Ton Beine.

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          Als die Lautsprecher noch Ecken und Kanten hatten, mussten sie nur schön klingen; alles andere nahmen ihre Besitzer billigend in Kauf. Inzwischen hat die HiFi-Community gelernt: Das Auge hört mit, und so dürfen Schallwandler auch mit Äußerlichkeiten punkten. Zwei Hersteller bemühen sich in diesen Tagen um den Nachweis solcher Qualitätsbalance: Teufel in Berlin und Devialet in Paris. Die Ideen beider Unternehmen machen neugierig, denn zur visuellen Bereicherung des Wohnzimmers taugen sie allemal.

          Das Teufel-Projekt bricht zudem mit Traditionen der Marke. Dort gab es bisher ein breites Spektrum zwischen elektronischen Zweckbauten und stilistischen Anleihen bei der Bühnenelektronik. Messeauftritte garnierte der Hersteller schon mal mit einem Militärlastwagen, passend zu den Akustik-Philosophien des Hauses: Saft, Kraft und Power zählten gern zu den Primärtugenden von Teufel-Lautsprechern. Jetzt haben die Berliner offenbar den Reiz des Filigranen entdeckt. Das jedenfalls signalisiert das neue W-Lan-Lautsprechersystem Teufel × Rosenthal. Der Name sagt es: Die fränkische Porzellanmanufaktur fertigt die Gehäuse für dieses Set in penibler Handarbeit und in limitierter Auflage. Lediglich 500 Exemplare soll es geben.

          Schon vor mehr als zwei Jahren zeigte Teufel erste Prototypen; erst jetzt ist das System fertig für die Auslieferung. Denn die Spezialisten für feines Geschirr mussten zunächst lernen, wie man über den Brennprozess hinweg exakte Maßhaltigkeit garantieren kann. Die aber ist unverzichtbar: Sowohl die Bohrlöcher für die Lautsprecherchassis als auch die Volumina der Gehäuse müssen stimmen, wenn am Ende alles passen soll. Drei Behausungen fertigt Rosenthal für jedes Set, je eines für den rechten und den linken Lautsprecher und ein weiteres für die Elektronik, einen Schaltverstärker mit viermal 40 Watt und eine W-Lan-Funkstation für den musikalischen Streaming-Verkehr. Berührungsempfindliche Felder, mit passenden Symbolen markiert, dienen zur Einstellung der Lautstärke und zum direkten Abruf von Playlisten oder Radiostationen. Alles Übrige steuert Teufels Raumfeld-App, die auch Musikquellen wie Spotify, Napster, Tidal, Soundcloud und das Internetradio Tunein erschließt. Auf den Bluetooth-Transfer versteht sich die Elektronik ebenfalls. Smartphones können also ohne Umwege mitspielen, ebenso CD-Player, die über eine Cinch-Buchse andocken. Weiße, textilummantelte Kabel mit großen Klinkensteckern stellen die Verbindungen zwischen der Elektronik-Einheit und den Lautsprechern her.

          Runde Backen für satte Bässe: Lautsprecher mit W-Lan Phantom Reactor.
          Runde Backen für satte Bässe: Lautsprecher mit W-Lan Phantom Reactor. : Bild: Hersteller

          Die Gestalt der zierlichen Schallwandler erfüllt so manches Ideal des Lautsprecherbaus. Ihre runde Silhouette bietet Schallwellen kein Hindernis, an dem sie reflektiert oder gebrochen werden könnten. Damit sind die Lautsprecher prädestiniert für präzise räumliche Abbildung, zu der auch der koaxiale Aufbau der eingebauten Chassis beitragen könnte: In den Zentren der zwölf Zentimeter großen Aluminiummembranen für die tiefen und mittleren Töne spielen 25 Millimeter große Textilkalotten für die hohen Frequenzen. Und schließlich: Mit ihren Bassreflex-Schallführungen an den unteren Enden erinnern die Gehäusekörper an den Urtyp jener Helmholtz-Resonatoren, die später zur Entwicklung des Bassreflex-Prinzips führten. Damit die zarten Rundlinge in der richtigen Höhe musizieren, nehmen sie in passenden Gestellen aus schwarzen Stahlrohren Platz.

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