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Lautsprecher von Amazon : Drei Kugeln für Alexa

Der große Echo Bild: Amazon

Musikhören im vernetzten Heim: Wer auf Amazon und seine Alexa setzt, hat die Qual der Wahl zwischen drei neuen Lautsprechern. Einer überrascht.

          2 Min.

          Lautsprecher für die Musikwiedergabe im ganzen Haus sind auch im neuen Jahr ein angesagtes Thema, denn Musik hört man per Streaming. Wenn die vernetzten Geräte noch einen Nebenjob haben, nämlich als smarte Assistenten Auskunft zu allen nur möglichen Themen geben oder die Lichtsteuerung des Anwesens übernehmen sollen, dann ist kein System so flexibel und leistungsfähig wie die Amazon-Assistentin Alexa.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Sie ist kompatibel zu Tausenden von Diensten: Die „Skills“ genannten Fertigkeiten dienen der Steuerung externer Anwendungen, und dazu gehört auch Exotisches, wie etwa die Möglichkeit, seinen Abfallkalender über Alexa abzufragen: „Alexa, wann wird die grüne Tonne abgeholt?“

          Als Nächstes will sich Alexa sogar in einfache Gespräche des Haushalts einklinken: Etwa bei der Bestellung einer Pizza automatisch die möglichen Optionen aufzählen. Bevor das so weit ist und vermutlich in Sachen Datenschutz auf manche Bedenken stößt, bringt der Internetkonzern neue Modellvarianten seiner vernetzten Lautsprecher auf den Markt. Der Trend geht zur Kugel, der Zylinder ist out.

          Der Echo Dot mit Uhr Bilderstrecke
          Im Test : Neue Lautsprecher von Amazon

          Wir haben drei Geräte ausprobiert, zunächst den 13,5 Zentimeter hohen und ein Kilogramm schweren Echo der vierten Generation, der für 100 Euro in drei Farben lieferbar ist. Die Vorderseite der Kugel ist mit Stoff bespannt, rückseitig dominiert Plastik. Vier Bedientasten liegen an der Oberseite, und originellerweise befindet sich an der Unterseite ein Schraubgewinde, so dass sich der Echo flexibel und sicher befestigen lässt. Auch gibt es einen analogen Audioein- und -ausgang im Format der Klinkenbuchse. Zur Stromversorgung kommt leider ein Netzteil mit proprietärem Anschluss zum Einsatz, man kann nur den Kopf schütteln.

          Zur Inbetriebnahme ist die Amazon-App unerlässlich. Eine direkte Verbindung via Bluetooth ist nicht möglich, und es gelingt auch nicht, Telefonate vom Smartphone zum Lautsprecher zu übergeben. Telefonieren kann man nur über die Alexa-App, und die Gesprächspartner müssen ebenfalls ein Echo-Gerät verwenden. Die Musikwiedergabe funktioniert mit Amazon Music, und in der Alexa-App lassen sich weitere Anbieter wie Spotify, Apple Music oder Deezer einbinden. Amazon behält also alles unter Kontrolle.

          Zwei Echos lassen sich als Stereopärchen verheiraten

          Für guten Klang bringt der Echo einen 76-Millimeter-Tieftöner sowie einen 20-Millimeter-Doppel-Hochtöner mit. Wie im Vorgängermodell ist Dolby Audio an Bord, aber neu ist nun eine kontinuierliche Analyse der Raumakustik, wie sie auch die Homepods von Apple bieten. Für ein Gerät der 100-Euro-Preisklasse klingt der Echo überraschend gut – mit prägnanten Bässen und präzisen Mitten und Höhen. Erst bei anspruchsvoller Klassik und höheren Lautstärken sind die Grenzen unschwer zu hören.

          Den Bass kann man in der App dämpfen, wenn er in der Standardeinstellung als zu aufdringlich empfunden wird. Zwei Echos lassen sich als Stereopärchen verheiraten, was wir indes mit nur einem Testgerät nicht ausprobieren konnten, und zusammen mit anderen Amazon-Lautsprechern gelingt Multiroom-Audio, wobei einzelne Lautsprecher an unterschiedlichen Standorten gebündelt werden können.

          Interessant wird der neue Echo sodann durch seinen eingebauten Zigbee-Hub. Zigbee ist ein weitverbreiteter Standard für das vernetzte Heim. Mit dem Hub können nunmehr Zigbee-Geräte problemlos ohne zusätzliche Hardware in die Amazon-Welt integriert werden. Zigbee-Produkte werden mit dem Befehl „Alexa, such nach meinen Geräten“ eingebunden.

          Auch der kleine Echo Dot kommt jetzt im Kugel-Design und misst neun Zentimeter in der Höhe bei einem Gewicht von 330 Gramm. Somit gleicht er hinsichtlich Größe und Volumen dem ebenfalls neuen Homepod Mini von Apple. Es ist indes nur ein 41-Millimeter-Lautsprecher eingebaut, und der Zigbee-Hub fehlt ebenfalls. Das Standardmodell kostet 60 Euro, für zehn Euro mehr gibt es eine Version mit LC-Display, das die Uhrzeit, die Außentemperatur oder einen Timer zeigt. Hinsichtlich des Klangs darf man nicht viel erwarten, die Qualität eines Homepod Mini wird bei weitem nicht erreicht. Indes können sich die Kugeln, die man ebenfalls als Stereopaar verheiraten kann, in der Küche oder anderswo im Haus verteilt, gut dazu eignen, Amazon-Befehle für das smarte Heim entgegenzunehmen. Mit der Drop-in-Funktion kann man wie bei den Homepods zudem Sprachmitteilungen von einem Raum zum anderen senden.

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