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Amazon-Lautsprecher „Echo“ : Wie gefährlich ist der Wohnzimmer-Spion?

Wenn Echo kommuniziert, leuchtet der Kreis Bild: Hersteller

Amazon wirbt mit einem Lautsprecher, der zuhören und sprechen kann. Ist das nur ein nettes Gadget? Oder stellt man sich da einen Spion ins Wohnzimmer? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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          Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft hat Amazon ein neues Produkt vorgestellt. Es ist ein Lautsprecher namens Echo, der nicht nur Musik abspielen kann, sondern auch Sprache versteht und Antworten geben kann. Da er einen aufladbaren Akku hat, kann er irgendwo im Raum plaziert und in einen anderen mitgenommen werden. Amazon bietet Echo zunächst nur in Amerika an.

          Marco Dettweiler
          (made), Technik & Motor, Wirtschaft

          Solch ein Gadget dürfte Datenschützer aufhorchen lassen, denn rein technisch könnte Echo dank seiner sieben Mikrofone und entsprechender Filter, die die Umgebungsgeräuche filtern, nahezu jedes Gespräch „mitschneiden“. Und wie geht Amazon überhaupt mit den Sprachanweisungen um, die „Echo“ erhält? Hier die Antworten auf diese und andere Fragen.

          Sind solche Gadgets ein neuer Trend?

          An der Spracherkennung kommt man nicht mehr vorbei. Vor allen Dingen, weil viele Wearables notwendigerweise per Sprache bedient werden müssen, weil sie entweder kein oder ein kleines Display haben. Bei den Smartphone hat sich diese Art der Bedienung schon etabliert. Apple, Microsoft und Google bieten eine ausgereifte Technik an.

          Wie ist Echo mit dem Internet verbunden?

          In einem Demo-Video hat es den Anschein, dass Echo erst mit dem Smartphone freigeschaltet werden muss. Möglicherweise ist dies nur einmalig, um den Lautsprecher per App die W-Lan-Daten zu übermitteln und ihn ins heimische Netz einzubinden. Alternativ könnte es ein Wi-Fi Protected Setup (WPS) geben, sodass die Einbindung ins Netz per Knopfdruck ohne Smartphone oder ähnliches geschieht. Denkbar ist aber auch eine WiFi-Direct-Verbindung, aber auch unwahrscheinlich aufgrund des Videos, weil auf Echo auch mit dem Smartphone zugegriffen werden kann.

          Wie funktioniert die Spracherkennung?

          Bei Echo dürfte Amazon auf seine Entwicklung und Erfahrung bei Fire TV zurückgegriffen haben. Die Streaming-Box versteht Befehle, indem man diese in das Mikro der Fernbedienung spricht. Die Daten werden dann zu den Cloud-Servern von Amazon übermittelt, wo sie gegebenenfalls übersetzt und verarbeitet werden. Bei Fragen „Wie ist das Wetter“ oder „Wie hoch ist der Mount Everest“ greift Amazon entweder auf eigene Datenbanken zu oder die von Drittanbietern.

          Wann hört Echo mit?

          Der Lautsprecher ist „always on“, fühlt sich aber nur angesprochen, wenn jemand „Alexa“ sagt. Dieses Prinzip wurde ausführlich besprochen und kritisiert, als Motorola das Smartphone Moto X vorstellte. Im Unterschied zur Spracherkennung wie Apples Siri und Microsofts Cortana wird hier Androids Google Now aktiviert, ohne dass man einen Knopf drücken muss. Es reicht, wenn man in der Nähe des Moto X sagt „Okay Google“. Genau so, nur mit einer anderen Anrede, funktioniert Echo auch.

          Gab es das schon vorher?

          Die Sorge bei den Datenschützern war damals entsprechend groß, weil die Geräte eben „always on“ sein müssen, um im richtigen Moment auf ihren Einsatz zu reagieren. Das bedeutet eigentlich, dass das Moto X und nun auch Amazons Echo fortwährend mithören müsste. Das iPhone empfängt normalerweise erst einen Befehl, wenn man mechanisch den Home-Button drückt. Bei den Nokia- und Android-Modellen muss man ebenfalls erst durch Tippen oder Wischen „Google Now“ aktivieren. Ansonsten ist das Mikro deaktiviert.

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