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Kurzdistanz-Projektor von LG : An die Wand geworfen

  • -Aktualisiert am

Die Bilder gelangen über einen schmalen Schlitz auf der Oberseite des Geräts ins Freie. Bild: Hersteller

Der neue Beamer HU85LS von LG steckt in einem flachen weißen Gehäuse, das einer Soundbar mehr ähnelt als einem klassischen Bildwerfer.

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          Wer braucht noch Beamer fürs Heimkino? Schließlich gibt es jetzt schon 75 Zoll große Fernseher zu Kampfpreisen um 1000 Euro. Sollen die bunten Bilder allerdings die Flächen ganzer Wände füllen, ist ein Projektor ein sinnvolles Utensil. Der neue Beamer HU85LS von LG macht es vor: Er steckt in einem flachen weißen Gehäuse, das einer Soundbar mehr ähnelt als einem klassischen Bildwerfer. Tatsächlich hat er auch Soundbar-Funktion: Eingebaute Lautsprecher stecken hinter einer Frontbespannung aus grob gewebtem grauem Stoff. Die Bilder gelangen über einen schmalen Schlitz auf der Oberseite des Geräts ins Freie, um bis zur Projektionsfläche nur eine kurze Wegstrecke zurückzulegen: Der Heim-Cineast kann das Gerät praktisch direkt vor die Leinwand rücken.

          Wir haben in unseren Testreihen mit einem gerade einmal drei Finger breiten Abstand begonnen, der sich schwer unterschreiten ließ, weil die Anschlusskabel auf der Rückseite etwas Platz brauchen. Aus dieser Distanz warf der Beamer bereits zwei Meter breite Bilder an die Wand. Rückt er etwa 20 Zentimeter von der Leinwand ab, wachsen die bewegten Bilder auf rund drei Meter Breite an. Ein Spiegelsystem mit verwegen anmutender Geometrie macht es möglich. Man erkennt seine Steilkurven beim Blick in den Projektionsschlitz, den man aber nur riskieren sollte, wenn das Gerät Pause hat.

          Mindestens ebenso interessant ist die Art, wie der HU85LS die farbigen Bilder erzeugt. Dazu setzt er separate Laser-Lichtquellen für alle drei Grundfarben ein, die von einem DLP-Chip mit mikroskopisch kleinen Spiegeln Pixel für Pixel reflektiert werden. Das Laserlicht hat gegenüber konventionellen Projektionslampen den Vorteil höherer Effizienz und wesentlich längerer Lebensdauer; der Hersteller nennt 20.000 Stunden. Und anders als einfachere Laser-Beamer, die für alle drei Farben nur einen einzigen Laserstrahl einsetzen, braucht der HU85LS kein rotierendes Filterrad, das dem Lichtstrahl im schnellen Wechsel die nötige Farbe verpasst.

          Die Auflösungen gibt LG mit 4k an, genauer, mit 3840 × 2160 Bildpunkten.

          Das spart Mechanik, bringt aber auch sichtbare Vorteile, denn die sequentielle Farbgebung kann bei schnellen Bild- oder Blickwechseln regenbogenartige Artefakte hervorrufen. Die Auflösungen gibt LG mit 4k an, genauer, mit 3840 × 2160 Bildpunkten. Diese Auflösung erreicht der DLP-Chip, der lediglich Full-HD-Auflösung bietet, nur durch Pixel-Shifting, also durch sequentielle Verschiebung des Bildrasters um je ein Pixel nach oben, unten, rechts und links. Im Testbild konnten wir den Kunstgriff nachweisen. Wir haben aber auch keinen echten 4k-DLP-Chip erwartet, denn der HU85LS ist mit seinem Preis von 6000 Euro zwar kein Schnäppchen, doch Profi-Geräte mit echten 4k-Bilderzeugern kosten ein Vielfaches.

          Ein paar Details noch zur Ausstattung: Bildquellen können über zwei HDMI- und zwei USB-Anschlüsse andocken. Zum Anschluss eines Subwoofers oder anderer Aktivlautsprecher gibt es einen optischen Digitalausgang. Eine Ethernet-Buchse stellt die Verbindung zum Internet her, und eine Web-OS-Oberfläche führt zu den üblichen Online-Medien. Eine Fernbedienung mit Pointer-Funktion erleichtert die Navigation, nicht zuletzt bei der Justage der Bildgeometrie: An 12 Punkten lassen sich die Pixel verschieben, was sich als notwendig erwies. Die komplexe Spiegelgeometrie kann auch zu komplizierten Verbiegungen der Bildkanten führen. Die Projektionswand sollte makellos glatt sein. Jede Welligkeit ruft Dellen an den Bildrändern hervor.

          Die Bildqualität des HU85LS beeindruckt. Hohe Kontraste, speziell mit HDR-Bildquellen, sorgen für Kino-Feeling, die Helligkeit (das Datenblatt nennen 2700 Ansi-Lumen) reicht selbst für größte Bildformate, die Farben wirken sehr natürlich und klar, die Detailschärfe verrät nichts vom Pixelshift-Trick. Den Ton fanden wir weniger spektakulär, aber mit einem zusätzlichen Subwoofer oder gar Surround-Lautsprechern schließt auch der Soundtrack zum Kino-Erlebnis auf.

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