https://www.faz.net/-gy9-9wtpk

Fujifilm X-Pro3 ausprobiert : Bleibt alles beim Alten?

  • -Aktualisiert am

Moderner Klassiker: Die Fuji X-Pro3 im Gewand einer Messsucherkamera. Bild: Hersteller

Die Fujifilm X-Pro3 ist von außen alte Schule. Doch im Innern des Erfolgsmodells hat sich viel getan.

          4 Min.

          Früher konnte man vergessen, einen Film in seine Kamera einzulegen. Und wenn doch einer drin war, dann konnte man vergessen, was für eine Art von Film, Schwarzweiß oder Farbe, Negativ oder Dia in der Kamera steckte. Deshalb gab es an besseren Kameras die Filmmerkscheibe. Als besonders professionell galt ein flaches Einschubfach, in das die abgerissene Lasche einer Filmverpackung als Gedächtnisstütze passte. Genauso quadratisch und an derselben Stelle, mitten auf der Rückseite ihres nunmehr nur nach unten umklappbaren 3-Zoll-Monitors (1,62 Millionen Bildpunkte), hat die brandneue Fujifilm X-Pro3 einen zweiten Monitor. Dort wird auf Wunsch im Design einer grünen Fuji-Verpackung gezeigt, dass etwa die Farbcharakteristik (Fuji sagt Filmsimulation dazu) Velvia geschaltet ist und wie es um die – für einen Film dieser Art allerdings häufig absurd hohe – ISO-Empfindlichkeit und den Weißabgleich bestellt ist. Ein Gag, mehr nicht, aber eine Spielerei, die zu dem Charakter von Fujis Neuauflage der professionellen Kamera mit Hybridsucher im X-System sehr gut passt.

          Eigentlich ist der zweite Monitor, der mit 1,28 Zoll das Format einer Briefmarke hat, das an die Rückwand gewanderte sogenannte Schulterdisplay, wie man es von besseren DSLR her kennt. Nicht hell genug und wenig kontrastreich kann man sich auch von der X-Pro3 diverse Aufnahmeparameter zeigen lassen. Aber die Einstellung „Klassisch“ ist wie das gesamte Design des gegen Spritzwasser gedichteten Gehäuses, das an eine Messsucherkamera wie die M-Leica erinnert, ein stimmiges Zitat.

          Alte Schule ist auch die ganze Bedienungsweise: Man guckt vorzugsweise durch den Sucher, der das wesentliche Unterscheidungsmerkmal dieser Kamera ist, weil er sich zwischen Durchgucken und der mit dem Sensor aufgenommenen elektronischen Ansicht umstellen lässt. Man dreht, wenn man nicht auf die zwei roten „A“ der Programm-Automatik geschaltet hat, am Zeitenrad oben auf dem Gehäuse und am Blendenring, sofern das Objektiv einen hat. Wenn das nicht der Fall ist, wird es ein bisschen umständlich. Dafür entfällt an der Kamera der anderswo übliche Drehknopf für die Betriebsartenwahl. Denn wenn man nur ein „A“ am Objektiv oder am Zeitenrad einstellt, ergibt sich je nachdem eine Blenden- oder Zeitautomatik. Man kann natürlich auch rein manuell die Belichtungswerte abgleichen.

          Wie in der guten alten Zeit

          Der Hybridsucher, den es außer in der X-Pro-Serie auch in den X-100-Modellen von Fuji gab und gibt, wurde überarbeitet: Er zeigt elektronisch das, was der Sensor sieht und wie es abgebildet werden wird mit nun 3,69 Megapixeln. Im optischen Sucher wird das Bildfeld wie in der guten alten Zeit von einem dünnen Leuchtrahmen begrenzt, der sein Format automatisch beim Objektivtausch oder beim Zoomen ändert. Schon in analogen Zeiten wurde über die spezifischen Vorteile jedes der beiden Suchersysteme zwischen den Anhängern der Spiegelreflex- und der Messsuchertechnik heiß diskutiert. In der X-Pro3 hat man das Beste beider Suchertypen: Durch den optischen Sucher sieht man mehr als abgebildet wird. Das ist vor allem in der Reportagefotografie von Nutzen. Man überblickt die ganze Szene und kann im Fall des Falles den Bildausschnitt rasch korrigieren. Wie im Sucher einer Spiegelreflex sieht man mit dem elektronischen Oled-Sucher parallaxenfrei genau, was aufs Bild kommt. Der elektronische Sucher der X-Pro3 ist schneller geworden; seine Ansicht lässt sich, etwa zur Kontrolle des Weißabgleichs, als kleines Feld in der rechten unteren Ecke des optischen Suchers einblenden. Umgeschaltet wird an einer X-Pro zwischen den Ansichten mit dem Hebel an der Front, der ausschaut, als sei er eine Kreuzung aus Rückspulknopf und Selbstauslöserhebel einer M-Leica.

          Weitere Themen

          Schnell  und scharf

          Mavic Air 2 von DJI im Test : Schnell und scharf

          Die neue Hobbydrohne Mavic Air 2 von DJI setzt Maßstäbe in Handhabung und Fotoqualität. Und sie ist günstiger und leichter als unser bisheriger Favorit unter den mobilen Fluggeräten.

          Topmeldungen

          Mehr Normalität als anderswo: Freizeitvergnügen in einem Park in Stockholm

          Schwedens Corona-Kampf : Noch Sonderweg oder schon Holzweg?

          Das tut weh: Überall werden die Corona-Beschränkungen gelockert, aber für Touristen aus Schweden bleiben die Grenzen geschlossen. Die Zweifel wachsen, ob das Land am Ende besser aus der Krise herauskommt als die Nachbarn.

          Neue Häuser : Nicht auf den Leim gegangen

          Mehrfamilienhäuser aus Holz gibt es schon einige. Die Baugemeinschaft von „MaxAcht“ in Stuttgart hat die Ansprüche noch ein bisschen höher geschraubt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.