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Jobs präsentiert „iPad“ : Apples Computer für alles und jeden

Der Messias und sein neuester Streich: Steve Jobs und das neue „iPad” Bild: AFP

Die Welt kann aufatmen: Steve Jobs hat endlich seinen Tablet-Computer präsentiert. Doch die Skeptiker müssen die Luft anhalten. Apple hat ein neues Gerät im Programm, das einen ähnlich revolutionären Effekt haben könnte wie das iPhone.

          6 Min.

          Steve Jobs hat dieses Mal nicht lange gefackelt, bevor er sein Wunderding auspackte. Normalerweise darf das Publikum erst am Ende der Veranstaltung staunen, mit welchen Produkten Apple dieses Mal die digitale Welt revolutionieren will. Doch das „one more thing“ verkündete Steve Jobs an diesem Mittwoch schon nach ein paar Minuten, nachdem er wie üblich Geschäftszahlen mitgeteilt und an seine historischen Leistungen erinnert hatte. Die Erwartungen waren doch wohl zu hoch - und Jobs Nervösität zu groß.

          Marco Dettweiler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Es ist also ein „iPad“, was für den Apple-Chef eines der wichtigsten Produkte seiner Karriere ist und was er selbst auf der Veranstaltung als „magical and revolutionary product“ einführte. Die Spekulationen von Fachleuten und Apple-Fans werden in der Tat zur Wirklichkeit: Das iPad sieht aus wie ein riesiges, dünnes iPhone und ist dennoch ein vollwertiger Computer. Jobs selbst ordnet es zwischen iPhone und MacBook Pro ein. Der Apple-Chef spricht von einer neuen Gerätekategorie zwischen Smartphone und Notebook.

          Es ist kein Zufall, dass sich Steve Jobs auf ein Sofa setzte, um das iPad vorzuführen. Das soll ein Tablet-PC sein: Ein Computer, der immer dabei ist, egal wo, und sofort betriebsbereit. Der Nutzer mailt und surft, wo immer er will. Nach Meinung von Jobs ist Apple für den Bau solcher Geräte bestens geeignet. Denn Apple sei mittlerweile „das größte Unternehmen in der Welt für mobile Geräte.“

          16 bis 64 GB Flashspeicher und ziemlich dünn: das „iPad” in der Seitenansicht
          16 bis 64 GB Flashspeicher und ziemlich dünn: das „iPad” in der Seitenansicht : Bild: AFP

          Hard- und Software überzeugen

          Hier zunächst die harten Fakten: Das iPad ist mit einem neu entwickelten A4-Chip mit 1 Gigahertz ausgestattet. Der Tablet-Computer hat ein knapp zehn Zoll großes Glossy-Display (25 Zentimeter Diagonale und etwa 4:3-Format) mit LED-Hintergrundbeleuchtung, das Youtube-Videos und iTunes-Filme in HD-Qualität (1024 x 768 Pixel) zeigen kann. Die Festplatte ist ein Flashspeicher (SSD) von 16, 32 oder 64 Gigabyte, welcher eine sehr geringe Zugriffszeit und somit blitzschnelle Bereitschaft garantiert. Das äußerst dünne Alu-Gehäuse (knapp 25 Zentimeter hoch und 19 Zentimeter breit) mit Glasscheibe hat eine Tiefe von lediglich 1,34 Zentimetern und wiegt 680 Gramm (730 Gramm mit UMTS-Modul). Daten können kabellos mit WiFi- oder Bluetooth-Schnittstelle übertragen werden. Ein Mikrofoneingang ist ebenso vorhanden wie ein Kopfhörerausgang. Im vollen Betrieb (im Wlan-Netz mit Abspielen von Video- oder Audio-Dateien) soll es eine Ausdauer von zehn Stunden haben. Im Stand-by-Modus hält der Akku angeblich mehrere Wochen durch. Ebenso wie das iPhone hat das iPad einen Kompass und einen Bewegungssensor. Eine fehlende Funktionalität (jedenfalls hat sie Jobs nicht explizit erwähnt), die schon das iPhone nicht hat und die sich viele wünschen, gerade weil das etwa die Google-Handys können, ist die Multi-Tasking-Fähigkeit.

          Die weichen Fakten sind ebenfalls beachtlich, wenngleich bekannt: Das Betriebssystem wird iPhone Os sein. Welche Version es ist, hat Jobs nicht verraten. Alle Programme wirken sehr verwandt mit den üblichen Mac Os-Programmen wie Mail, iCal, iPhoto und Safari. Diese wurden modifiziert und aufgehübscht, manche Namen geändert zu: Photos, Video, Calendar oder Contacts. Neu ist etwa das Programm „Maps“. Was sich leider nicht geändert hat: Wie auch beim iPhone laufen auf Webseiten keine Flash-Anwendungen. Wer sich sein iPhone bereits mit Apps vollgeladen hat, kann diese per iTunes-Store einfach synchronisieren. Es wurde zudem eine Spezial-Version von iWork vorgestellt, die den Besonderheiten des iPads angepasst wurde. Texte zu schreiben sowie Tabellen und Präsentationen zu erstellen soll somit genauso gut möglich sein, wie mit den iMacs oder MacBooks. iWork-Programme wie Keynote, Pages, oder Numbers kosten jeweils 9,99 Dollar.

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