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iRobot Roomba i7+ im Test : Saugroboter auf Umwegen

iRobot Roomba i7+ Bild: Hersteller

Ein Saugroboter, der sich selbst entleert, ist praktisch. Doch wie gut reinigt der Roomba i7+ von iRobot? Er tut sehr ordentlich, aber auf amerikanische Art.

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          Saugroboter sind auch nur Maschinen. Aber wenn sie selbstbewusst über das Parkett ziehen, sich aufmerksam umschauen, hartnäckig mit Kabeln raufen und an Wäscheständern verzweifeln, bekommen sie menschliche Züge. Als der RX 2 von Miele durch unsere Räume zog, erinnerte er an einen akkuraten und pflichtbewussten Buchhalter. Jederzeit war nachzuvollziehen, was er tat und warum er es tat. Irgendwie typisch deutsch. Nun lassen wir einen amerikanischen Saugroboter auf die Wohnung los. Er heißt Roomba i7+, kostet stramme 1200 Euro und kommt vom Hersteller I-Robot. Wir sind gespannt, welche Wesenszüge dieser kleine Roboter zeigt.

          Wie es sich heute gehört, muss erst einmal eine App auf dem Smartphone installiert werden, welche die Basisstation mit dem Router verbindet, damit die Daten, die mit einem noch zu erstellenden Konto verknüpft werden, in der I-Robot-Cloud gespeichert werden können. Während der Einrichtung darf man Standesbeamter spielen und dem Roboter einen Namen geben. Wir nennen ihn Robi.

          Der i7+, also Robi, reinigt übrigens nicht nur, sondern entsorgt auch den Müll. Das unterscheidet ihn von anderen Staubsaugerrobotern. Deshalb ist seine Basisstation, wo er sich ausruht und Kraft tankt, deutlich größer als bei der Konkurrenz. Im Schacht steckt ein Staubsaugerbeutel, wie man ihn von klassischen Geräten kennt. Dort wird er seinen Müll nach getaner Arbeit entladen. Damit bietet I-Robot eine praktische Funktion, für man gerne ein paar Euro mehr zahlt.

          Hat nur einen Kehrarm Bilderstrecke

          Als Robi losgelassen wird, zeigt er sofort, dass er anders drauf ist also etwa sein Kumpel RX 2 aus Deutschland. Alles andere als zielgerichtet fährt er einfach mal drauf los bis zum nächsten Hindernis. Jetzt würde ein deutsches Produkt Stuhlbein, Eckschrank, Bettkante oder Wäscheständer umfahren, indem es sich um das Hindernis langsam herumtastet. Doch Robi dreht auf eigenwillige Art erst einmal um und fährt in die andere Richtung bis zum nächsten Objekt, das ihn aufhält. Mit seinen größeren Rädern holt er gern schwungvoll Anlauf, um Türschwellen zu nehmen. Im Stil eines SUV schafft er mehr als etwa der RX 2.

          Angetan hat es ihm der Wäscheständer, durch dessen Beine er mehrmals fahren will, obwohl in der App eingestellt ist, dass er bitte je Reinigung nur einmal jeder Stelle saugen soll. Nach mehrmaligen Versuchen besiegt er auch diesen. Es will mit dem Kopf durch die Wand, kann nicht aufgeben.

          Wir beobachten Robi, den wir zwischendrin Rambo getauft haben, was nicht ganz fair ist, weil er bis auf Türschwelle und Wäscheständer alle anderen Gegenstände vorsichtig behandelt, fast eine Dreiviertelstunde im Schlafzimmer. Nur einmal erkennen wir eine Strategie. Er fährt mehrere Bahnen so lange parallel, bis er an ein Hindernis stößt. Ansonsten herrscht Chaos. Seine Lieblingsecke reinigt er dreimal, unter dem Bett findet sich kein Krümel Staub mehr, weil er auch dort mehrmals unterwegs ist. Die Fahrt auf einer langen Gerade unterbricht er, um plötzlich nach links abzudrehen.

          Roomba i7+, auf Robi getauft, ist eher ein bisschen Rambo, ein bisschen Trump, er hat eine amerikanische Seele. Auf seine Weise ist er gründlich, aber wenig effizient. Roomba braucht mehr als eine halbe Stunde für ein 15 Quadratmeter großes Schlafzimmer. Manchmal findet er seine Heimat nicht, dann muss man nachhelfen. Aber er kann mächtig Dampf ablassen. Wenn Robi in die Basisstation fährt, bläst er seinen Auffangbehälter leer, Staub und Schmutz landen im Beutel. Wie er den Raum gesaugt hat, bleibt sein Geheimnis.

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