https://www.faz.net/-gy9-91n5h

10 Jahre Jubiläum : Zeit für ein ganz besonderes iPhone

2007 begann der Siegeszug des iPhones: Steve Jobs stellte damals das erste Modell vor Bild: dpa

Wenn an diesem Dienstag Abend Tim Cook das neue iPhone vorstellen wird, sind die Erwartungen ganz besonders hoch. Zehn Jahre sind vergangen seit das iPhone die Welt verändert hat.

          Zwei oder drei neue iPhone-Modelle wird Tim Cook an diesem Dienstag in Kalifornien vorstellen. Die alljährliche Veranstaltung in Amerika ist zu einem Ritual geworden. Bis zur letzten Minute steigt die Spannung, und wie immer brodelt es in der Gerüchteküche. Womit wird uns Apple in diesem Jahr überraschen? (Liveblog auf FAZ.NET ab 19 Uhr) Die Kult-Veranstaltung ist in diesem Jahr besonders spannend. Denn Apple feiert das zehnjährige Jubiläum des iPhone. Das erste iPhone wurde im Januar 2007 vorgestellt, es kam im Juni auf den amerikanischen und im November 2007 auf den deutschen Markt.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Apple hat das Smartphone nicht erfunden, aber das iPhone war ein Meilenstein. Seit 2007 wurden in aller Welt mehr als eine Milliarde Geräte verkauft. Es gilt als das Smartphone schlechthin, als Referenz, an dem sich alle anderen messen lassen müssen. Ob es das beste Gerät ist, sei dahingestellt. Aber es ist das wichtigste seiner Gattung und für rund zwei Drittel des Apple-Umsatzes verantwortlich.

          Die Kalifornier haben mit ihrem ersten Smartphone den gesamten Markt durcheinander gewirbelt. Alteingesessene Marktführer wie Nokia, Blackberry und Motorola wurden Geschichte, und alle Mitbewerber, die fortan bestehen wollten, haben Apples Ideen kopiert. Jedes heute verfügbare Gerät, mit welchem Betriebssystem es auch immer läuft, ist maßgeblich vom iPhone geprägt.

          Das erste iPhone: Steve Jobs stellte es am 9. Januar 2007 in San Francisco vor. Die Bedienung über ein berührungsempfindliches Display sollte die Handy-Welt nachhaltig verändern. Bilderstrecke

          Als Steve Jobs vor zehn Jahren das erste iPhone vorstellte, brachte er das Problem der bestehenden Produkte auf den Punkt: Mini-Tastatur und Stift in Verbindung mit einem kleinen Display boten nur rudimentären Bedienkomfort. Das war die Crux einer Technik, die es schon lange gab, seit Mitte der 90er Jahre. Was Internetbegeisterte faszinierte und antrieb, war vor allem die mobile E-Mail: Unterwegs auf seinen elektronischen Posteingang sehen, lautete der Traum. Communicator hieß bezeichnenderweise das seit 1996 von Nokia hergestellte Referenzgerät für solche Anwendungen; mit seinem Klappmechanismus sah es wie ein Mini-Notebook aus.

          Die Smartphones kämpften an vielen Fronten: Man verwendete Flüssigkristall-Anzeigen mit geringer Auflösung in Schwarzweiß. Es gab noch keine paketvermittelten Datennetze im Mobilfunk, wie wir sie heute kennen, sondern man wählte sich für eine Online-Sitzung leitungsgebunden ein. Langsam flossen die Daten ins Telefon, teuer war das zudem. Erste Protokolle für das mobile Internet zeigten die Inhalte des WWW nur in rudimentärer Form, und an Multimedia dachte man kaum.

          Das Hauptproblem der Smartphones vor 2007 war jedoch das Betriebssystem. Unternehmen wie Nokia sahen ihre Kernkompetenz in der Herstellung der Telefone in eigenen Fabriken. Die Hardware stand über der Software. Man schleppte alte Entwicklungen mit, viele Marotten waren nur historisch zu erklären. Mit einem Nokia und seinem Symbian-Betriebssystem konnte man 2007 nicht nahtlos vom heimischen W-Lan ins mobile Datennetz wechseln. Man musste manuell Zugangspunkte definieren und je nach Aufenthaltsort von einem zum anderen wechseln. Über ein ebenfalls mit Symbian laufendes Smartphone von Sony Ericsson hieß es hier in „Technik und Motor“: „Es ist total verbastelt, inkonsistent, umständlich in der Bedienung und langsam.“ Die Handhabung wechselte, wenn man die Klappe über dem Display öffnete oder schloss, Menü-Schaltflächen lagen auf verschiedenen Stellen der Anzeige, eine systemübergreifende Logik fehlte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Auch drei Düsen könnten genügen: Airbus A380 der Fluglinie Emirates.

          Airbus : Wann darf ein A380 mit drei Turbinen fliegen?

          Ein Airbus A380 braucht zum Fliegen nicht unbedingt vier Triebwerke. Er kommt auch mit einem weniger ans Ziel. Unter bestimmten Voraussetzungen und Vorschriften.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.