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iPhone 6s von Apple im Test : Das kann das neue iPhone 6s

Das iPhone 6s kommt in vier neuen Farben Bild: apple Screenshot

Die meisten Neuerungen bei den beiden neuen iPhone-6s-Modellen sind überzeugend, die neue Qualität der Videos ist sogar überwältigend. Nur ein Detail ist vollends Apple unwürdig.

          Am Freitag kommen die beiden neuen iPhone-6s-Modelle in den Handel. Wir hatten bereits direkt nach der Produktvorstellung die Gelegenheit zum Test. Alle Daten und Fakten sind seit der Ankündigung in San Francisco hier nachzulesen. Wir können uns also auf Eindrücke und Erfahrungen konzentrieren. Design und Optik bieten keinen Anlass zu Überraschungen. Die Maße der jungen Geräte unterscheiden sich nur um Zehntelmillimeter von den alten. Hüllen und Halterungen für die Vorjahresprodukte sollten weiterhin passen. Wer ein Händchen fürs Gewicht hat, bemerkt den Unterschied zwischen alt und neu am ehesten: iPhone 6s und 6s Plus sind mit 143 und 192 Gramm jeweils 14 und 20 Gramm schwerer als ihre Vorgänger. Der Zuwachs ist nicht etwa einem stärkeren Akku geschuldet, sondern hochwertigeren Materialien und der Technik für das druckempfindliche Display, die Apple 3D Touch nennt.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Beginnen wir gleich hier: Aus dem berührungsempfindlichen Display wird zusätzlich ein druckempfindliches. Das Gerät erfasst mit Sensoren rund um die Anzeige einen stärkeren Druck des Fingers und führt eine andere Funktion aus als mit leichtem Berühren. Die Technik an sich ist nicht neu. Aber sie wird hier durchgängig im Betriebssystem iOS 9 und in vielen Apps als neue Bedienebene eingesetzt, an die man sich schnell gewöhnt. Ein längerer Druck auf das Mail-Symbol lässt vier wichtige Funktionen in einem Kontextmenü sofort aufploppen. Oder man kann im Kalender ein Ereignis sofort hinzufügen. Die Wege werden also kürzer, der feste Druck arbeitet wie die rechte Maustaste am PC. Es ist kein spektakuläres Detail, aber man gewöhnt sich schnell daran. Gleich dem Trackpad des Macbook gibt ein elektromagnetischer Motor ein taktiles Feedback, das sich verblüffend realistisch anfühlt.

          Auch das zweite neue Detail ist eingängig. Der biometrische Fingerabdruckscanner wurde dahingehend verbessert, dass man das Scannen des Daumens oder Zeigefingers nicht mehr als eigenständigen Vorgang wahrnimmt. Das Fingerauflegen auf den runden Homebutton weckt das Gerät und authentifiziert den Nutzer. Geschmeidiger und bequemer geht es wohl nicht mehr.

          Die Maße der jungen Geräte unterscheiden sich nur um Zehntelmillimeter von den alten Bilderstrecke

          Die wichtigste Innovation des neuen iPhone ist seine Kamera. Die vordere für Selfies wurde deutlich verbessert, sie löst nun mit 5 Megapixel auf, und der fehlende Blitz wird dahingehend kompensiert, dass der Bildschirm kurzzeitig weiß aufblitzt. Das Ergebnis überzeugt, Selfies gelingen deutlich besser. Die rückseitige Kamera macht den Sprung von 8 auf nunmehr 12 Megapixel und erlaubt erstmals Videoaufnahmen im 4K-Format. 4K ist vierfache HD-Auflösung, das Smartphone hält damit den Anschluss an die aktuelle Generation der 4K-fähigen Fernsehgeräte. Ungeachtet der höheren Auflösung wächst die physikalische Dateigröße nur unerheblich, es wird also stark komprimiert. Typische Innenraumaufnahmen waren wie gehabt nur um die 2 Megabyte groß. Die unkomprimierte Dateigröße, wie sie etwa der Photoshop anzeigt, wächst erwartungsgemäß deutlich stärker, bei unseren Vergleichsfotos von typischerweise 23 auf 35 Megabyte.

          In der Vergrößerung ist die höhere Detailtreue sofort sichtbar, feinere Strukturen lassen sich erkennen. Aber das alles ist eher ein kleiner Fortschritt, der sich nur bei genauem Hinsehen erschließt. Weiterhin fiel auf: Es sind weniger Artefakte sichtbar und der Bildeindruck ist selbst nach starkem Zoom gefälliger. In der Farbwiedergabe sind keine Unterschiede feststellbar. Aufnahmen mit sehr wenig Licht gelingen mit dem neuen iPhone etwas besser als mit dem alten. Wo im Grenzbereich mit dem Vorgänger so gut wie nichts sichtbar ist, erkennt man mit dem 6s und 6s Plus immerhin noch Strukturen.

          Draußen bei gutem Licht sind die Unterschiede zwischen alt und neu klarer zu erkennen: Mehr Details, knackigere Farben, eine insgesamt bessere Abstimmung sind der Gewinn, typische Dateigrößen liegen zwischen 3 und 4 Megabyte. Als wichtigster Vorzug der iPhone-Kamera bleibt, dass sie in so gut wie jeder Situation ausgewogene, harmonische Fotos schießt, sie ist auf einen guten Gesamteindruck ausgerichtet – und nicht auf spektakuläre Effekthascherei.

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