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iPhone 6s von Apple im Test : Das kann das neue iPhone 6s

Neues iPhone und iPad : Große Show bei Apple

Mit einer Ausnahme: Die Live Photos spielen bewusst mit Effekten. Ein fester Fingerdruck aufs Foto lässt es scheinbar zum Leben erwecken. Es wird zum Video, weil 1,5 Sekunden vor und nach der Aufnahme zusätzlich als Bewegtbild aufgezeichnet wurden. Die Aufnahme startet schon beim Öffnen der Kamera-App, allerdings werden die Videodaten nur dann gespeichert, wenn man den Auslöser drückt. Die Funktion ist abschaltbar. Der Auslöseton fehlt mit Live Photos. Wir haben uns die Aufnahmen auf der Dateiebene unter Windows angesehen. Demnach werden für ein Live Photo zwei Dateien gespeichert: Die gewohnte JPG-Datei in der 12-Megapixel-Auflösung und zusätzlich eine zweite Filmdatei mit der Endung Mov, die sich unter Windows zum Beispiel mit der VLC-Software wiedergeben lässt. Diese Datei ist meist um die 3,5 Megabyte groß, das 3-Sekunden-Video wird mit 1440 x 1080 Pixel aufgezeichnet. Die Bildrate liegt unter 15 Bilder pro Sekunde, die Datenrate unter 10 MBit/s.

Der Eindruck ist überwältigend

Wer Videos in höherer Qualität schießen will, kann erstmals mit einem iPhone in 4K aufzeichnen. In vier wählbaren Einstellungen beherrscht das Gerät jetzt Formate von 720p über HD bis hin zu 4K mit einer Auflösung von 3840 x 2160 Pixel und 30 Bildern pro Sekunde. Eine Minute Video benötigt in der sparsamsten Einstellung 60 Megabyte, mit 4K sind es 375 Megabyte. 4K ist so üppig, dass auf unserem gewiss nicht langsamen Windows-Rechner eine ruckelfreie Wiedergabe mit VLC nicht gelang.

Am Macbook Pro funktionierte es. Der Eindruck ist überwältigend, selbst die Standbilder sind knackscharf, Tiefe und Schärfe überzeugen. Schade nur, dass das ebenfalls neue Apple TV, das für den Oktober angekündigt ist, die 4K-Videos nicht wiedergeben kann.

Am Ende des ersten Tages war der Akku nie leer

Hinsichtlich der Akkulaufzeit ändert sich nichts. Mit dem von uns präferierten großen 6s Plus kamen wir oft auf zwei Tage, und selbst im sehr intensiven Einsatz mit viel Fotografie war am Ende des ersten Tages der Akku nie leer. Dass das Arbeitstempo und das Datentempo erhöht wurden, fällt im Praxiseinsatz weniger auf. Schließlich iOS 9, das Betriebssystem, das auch für ältere Geräte zur Verfügung steht. Hier kann sich jeder mit seinem Apple-Gerät seit dem 16. September selbst ein Bild machen.

Bemerkenswert: Die intelligente Suche ist eine Enttäuschung und spielt in den Details weit unter jenem Niveau, das man üblicherweise von Apple erwarten darf. Einige Beispiele: In den Vorschlägen der zu kontaktierenden Personen tauchte nie diejenige auf, mit der wir uns am häufigsten austauschen. Auch nach der Eingabe des Vornamens war sie weder unter den Top-Treffern noch unter den ersten drei in den Kontakten sichtbar.

Vollends Apple unwürdig: Passt ein Suchbegriff nahezu perfekt zu einem Markennamen, wird der Großteil des Bildschirms mit App-Reklame zugepflastert – selbst dann, wenn man in „Einstellungen“, „Spotlight-Suche“ der Einbeziehung des App-Stores ausdrücklich widersprochen hat. Die Anzeige von Sonderzielen in der Nähe fehlt. Selbst eine scheinbar einfache Sache, nämlich die nach bestimmten Begriffen in der E-Mail, funktioniert mit dem neuen Spotlight nicht befriedigend.

Zwischen 740 und 1070 Euro

Die Preise blieben konstant hoch. Die Spanne für die beiden neuen S-Modelle liegt zwischen 740 und 1070 Euro je nach Speichergröße (16, 64 und 128 Gigabyte, nicht erweiterbar). Als vierte Farbe debütiert Roségold. Beide Geräte sind eine Evolution, keine Revolution. Wie bei den Vorgängermodellen steht Apple für einen behutsamen Fortschritt ohne Kampfgeschrei.

Das könnte das Geheimnis des Erfolgs sein: Der Kunde macht nichts verkehrt, erhält ein hochwertiges, sehr gut verarbeitetes Produkt mit sinnvoller Ausstattung, überzeugender Kamera und einem sicheren Betriebssystem.

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