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iPhone 6 Plus und andere Phablets : Boah, sind die groß geworden!

Bild: F.A.Z.

Apple bringt ein Phablet auf den Markt - und plötzlich denken alle: Ist das groß! Passt das noch in die Hosentasche? Dabei hat fast jeder Hersteller ein großes Smartphone im Angebot.

          2 Min.

          Am Freitagmorgen werden wieder tausende Fans vor den Apple-Stores anstellen, um sich ein neues iPhone zu kaufen. Vermutlich wird es nach wenigen Minuten ausverkauft sein. Wer es online vorbestellt hat, muss wahrscheinlich ebenfalls warten. Als die Vorbestellung am vorherigen Samstag startete, lag nach wenigen Stunden die Wartezeit für das größere iPhone 6 Plus bereits bei drei bis vier Wochen, für das kleinere bei sieben bis zehn Tagen.

          Marco Dettweiler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Trend geht also offenbar zum großen iPhone 6 Plus, das mit 799 Euro (16 Gigabyte) aufwärts auch das bisher teuerste ist. Diese Variante hat immerhin 5,5 Zoll und die Maße von 158,1 mal 77,8 Millimeter. Es gibt bereits Videos, wie etwa das von Mashable, in denen die Größe problematisiert wird. Passt das Ding noch in meine Hosentasche? Geht es kaputt, wenn ich mich mit engen Jeans hinsetze?

          Wer den Smartphone-Markt in den letzten Jahren verfolgt hat, dürfte diese Problematik bereits gut kennen. Schließlich stellten sich diese Fragen schon, als Samsung im Jahr 2011 das Galaxy Note vorstellte. Es hatte eine Bildschirmdiagonale von 5,3 Zoll und war 146,9 Millimeter lang und knapp 83 Millimeter breit. Um das Menü ordentlich bedienen zu können, lieferte Samsung das Note mit einem induktiven Stift, der sich in diese Smartphone-Reihe mittlerweile etabliert hat.

          Samsung machte sich kurz nach der Vorstellung des neuen iPhone in einem Video über Apple lustig: Jetzt habe auch Apple ein Smartphone mit einem großen Bildschirm im Angebot. Das aktuelle Galaxy Note 4 mit 5,7 Zoll ist sogar noch größer als das iPhone 6 Plus. Dieses Mal setzt Apple bezüglich Größe keinen Trend, sondern treibt diesen nur mit voran. Es etabliert sich immer mehr die Gattung der „Phablets“, also der Mischung aus „Smartphone“ und „Tablet“.

          Das Marktforschungsunternehmen IDC geht von 175 Millionen verkaufter Phablets im Jahr 2014 aus, für das nächste Jahr erwartet das Unternehmen 318 Millionen verkaufter Smartphones, die größer sind als 5,5 Zoll. Schon jetzt hat jedes siebte Smartphone diese üppigen Maße. Ende dieses Jahres wären laut IDC dann mehr Phablets als Notebooks verkauft worden, laut Prognose im nächsten Jahr sogar mehr Phablets als Tablets. Bei dieser Schätzung ist der Verkauf des iPhone 6 grob mit eingerechnet.

          Tim Cook präsentierte in Cupertino zwei iPhone-Varianten
          Tim Cook präsentierte in Cupertino zwei iPhone-Varianten : Bild: Reuters

          Unsere Grafik zeigt, wie sich Apple jahrelang gegen den Trend zum großen Display gewehrt hat und währenddessen im vorherigen und in diesem Jahr viele große Smartphones auf den Markt kamen. Dabei fahren einige Hersteller die Für-jeden-was-dabei-Strategie. HTC hatte nach der Präsentation seines ersten One auch wenig später ein „Mini“ und „Max“ im Angebot, Sony nennt die kleine Variante des Xperia „Compact“ und sein Riesen-Xperia „Ultra“ und Samsung bezeichnet sein 6,3-Zoll-Smartphone einfach nur mit „Mega“.

          Eine große Bildschirmgröße bedeutet nicht unbedingt, dass das Gehäuse selbst auch riesig sein muss. Auch das zeigt die Grafik: Einige Smartphones sind kleiner als andere, obwohl sie das größere Display haben. So liegt etwa das LG G3 mit seinen immerhin 5,5 Zoll noch gut in der Hand und wirkt handlich, was zuletzt am „nur“ 146,3 Millimeter langen Gehäuse liegt. Ähnliches gilt auch für das Samsung Galaxy Note 4.

          Die Vorteile der Phablets liegen auf der Hand: Der Nutzer sieht mehr auf einem Bildschirm, Videos lassen sich besser anschauen und schneiden. Texte lassen sich besser lesen. Auf einigen Android-Geräten kann man zudem mehrere Fenster aufziehen, sodass man in zwei Anwendungen parallel arbeiten kann.

          Interessanterweise treten die Phablets dadurch in direkte Konkurrenz mit den 7- und 8-Zoll-Tablets, die immer beliebter werden. Noch wird bei den meisten Geräten darauf verzichtet eine Telefonfunktion anzubieten. Somit ersetzen sie nicht das Smartphone. Hersteller wie Samsung haben dies bei einigen Tablets bedacht, so etwa beim neuen Galaxy Tab S. Mit diesem kann man auch telefonieren.

          Wir werden am Mittwochmorgen einen ausführlichen Test von Michael Spehr auf FAZ.NET haben, in dem auch auf die Größenunterschiede des iPhone 6 und der Plus-Variante eingegangen wird.

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