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Neues Tablet von Apple im Test : Ein iPad für alle Fälle

In Situationen, wo wenig Zeit oder Platz ist, ist die handschriftliche Notiz häufig effizienter. Der Pencil schreibt sehr exakt ohne Latenzzeit, sodass das Schreiben auf der Glasoberfläche auch nicht nervt. Als Freund des getippten Wortes und Feind des Handschriftlichen waren wir überrascht, dass uns das Kritzeln wieder gefiel. Vielleicht auch deshalb, weil sich die Notizen aus vielen Apps direkt als PDF-Datei exportieren und per Mail verschicken lassen und somit in der digitalen Welt bleiben.

Klemmbrett, Kladde und andere Assoziationen

Während des Wechsels zwischen den Funktionen als Notebook, digitaler Notizblock, Tablet und E-Book-Reader spielt das Design eine wichtige Rolle. Denn im Unterschied etwa zum Surface von Microsoft wirkt das iPad Pro so leicht und dünn, dass es in gewisser Weise nicht mehr als Objekt wahrgenommen wird. Es wandelt sich während des Tastatureinsatzes zum Bildschirm, hält man es wie ein Klemmbrett im Arm, wirkt das iPad Pro wie eine Unterlage, auf der man schreibt.

Und liest man damit Artikel als PDF-Datei, nimmt man es wahr, als wäre es eine Kladde mit kopierten Aufsätzen. Zugegeben: Man muss sich an die verschiedenen Optionen erst einmal gewöhnen. Anfangs irrt man etwas zwischen ihnen hin und her, greift mal den Stift, wenn man mit dem Finger wischen wollte, tippt auf dem Bildschirm, wenn die Tastatur geeigneter wäre.

Sehr gut, aber nicht perfekt

Das iPad Pro ist eine produktive Universalmaschine, die dazu einlädt, aktiv zu sein. Deswegen kommt sie zu Hause ebenso zum Einsatz wie unterwegs. Sie zeigt allerdings dann auch ihre Schwächen. Den Akku zwingt man bei häufigem Gebrauch an einem Tag in die Knie. Apple gibt zehn Stunden an, was zwei Stunden weniger als beim Macbook Air mit 13 Zoll ist. Hängt das iPad Pro nicht mal zwischendrin an der Steckdose, sondern muss von null auf voll geladen werden, vergehen fünf Stunden Zeit. Der Stift hält etwas länger durch und ist viel schneller geladen. Ihn muss man im Blick haben, weil es keine Halterung für ihn gibt. Die vier Lautspecher, die Apple an den vier Ecken eingebaut hat, ersetzen weder richtige Boxen noch einen guten Kopfhörer. Ihr Stereo-Effekt ist bemerkenswert, die Klangqualität weniger.

Dennoch taugt das iPad Pro als Computerersatz. Es steht in direkter Konkurrenz zu leichten Laptops, also etwa den Macbooks von Apple. Ein großer Unterschied besteht noch im Betriebssystem. Während diese noch mit Mac OS laufen, liegt dem iPad Pro iOS zugrunde. Das ist für die meisten Anwendungen kein Nachteil. Programme wie Microsoft Office werden für das neue Tablet von Apple als App angepasst, sie wird im Dezember erscheinen. Wer die Unix-Anwendung auf Mac OS zum Programmieren braucht, ist erst einmal außen vor.

Bleibt zum Schluss wie immer die Frage nach dem Preis. 899 Euro kostet das W-Lan-Modell mit 32 Gigabyte. Rechnet man den Pencil für 109 Euro und das Smart Keyboard für 179 Euro dazu, summiert sich der Preis auf knapp 1200 Euro. Das ist mehr als der Preis eines Macbook Air mit gleicher Display-Größe und weniger als der eines Macbooks. Will man sich die bestmögliche Ausstattung leisten, kostet das iPad Pro mit 128 Gigabyte internem Speicher und zusätzlichem Mobilfunkmodul 1.229 Euro. Plus Stift und Tastatur sind das dann immerhin über 1500 Euro. Dafür kann ich mir ja ein üppig ausgestattetes Notebook kaufen, werden jetzt einige sagen. Das stimmt, aber sie sollten vorher mal das iPad Pro in die Hand nehmen.

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