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Neues Tablet von Apple im Test : Ein iPad für alle Fälle

Gegenüber den bisherigen Produkten hat das Smart Keyboard zwei Vorteile. Erstens schreibt man - gerade mit der Zehn-Finger-Methode - hervorragend darauf, weil die Tastatur nicht minimiert ist und der Druckpunkt ein flüssiges Schreiben ermöglicht. Wir haben diesen Text nahezu komplett auf dem Smart Keyboard getippt. Die einzige Schwäche, die wir etwa im Vergleich zu einer Macbook-Tastatur feststellen konnten, ist das lautere Knacken beim Anschlag.

Der zweite Vorteil ist die Verbindung über den Smart Connector. Wir haben schon häufiger die schlechte Erfahrung mit Bluetooth-Tastaturen gemacht, die auf Zugfahrten oder auf Messen immer wieder unterbrochen wurde, weil zu viele andere Bluetooth-Geräte in der Nähe waren. Mit der neuen Schnittstelle besteht dieses Problem nicht mehr. Leider gibt es das Smart Keyboard noch nicht für das deutsche Qwertz-Layout.

Split View für zwei aktive Apps

Mit den neuen Funktionen in iOS 9 entfernt sich das iPad Pro noch weiter vom klassischen Tablet, das eher für den Konsum als für die Produktion eingesetzt wird. Allen voran mit den Funktionen Slide Over und Split View: Nach einer Wischgeste vom rechten Rand des Bildschirms wird eine Leiste eingeblendet, die mehrere Apps zur Auswahl anbietet. Wählt man eine App aus, wird diese innerhalb dieser Leiste aktiv.

Hat man auf beiden Seiten eine genuine Apple-App ausgesucht, lässt sich die Bildschirmverteilung anders gewichten. Der Leiste, die etwa ein Viertel des Platzes einnimmt, kann man auch auf 50 Prozent aufziehen. Bei dieser Funktionalität kommen die 12,9 Zoll des Bildschirms voll zur Geltung. Apps wie der Browser Safari auf der linken und Mail auf rechten Seite lassen sich parallel bedienen, weil sie beide aktiv sind.

Sprung in eine andere Gattung

Und zu was wandelt sich das iPad Pro? Es wandelt sich bei Einsatz der Eingabehilfen wie Stift und Tastatur zu einem Exemplar einer heterogenen Gattung, die noch ihre Identität sucht. „Detachables“, also Notebooks mit abziehbarem Bildschirm, findet man dort ebenso wie „Convertibles“, also Notebooks mit drehbarem Bildschirm. Beide Gerätearten sind mehr Computer als Tablet.

Das iPad ist trotz aller Wandlungsfähigkeiten immer noch mehr Tablet als Computer, man würde es dennoch dieser Gattung zurechnen. Ähnliche Produkte gibt es dort bereits mit dem Surface von Microsoft. Aus dem leistungsfähigen Tablet wird ein Notebook, wenn man eine Tastatur anschließt und zudem gibt es auch die Möglichkeit, den Bildschirm mit einem Stift zu bedienen.

Je mehr sich diese Gerätegattung durchsetzt, desto mehr bedroht ist der klassische Computer, sei es als Desktop oder Laptop. Deshalb haben wir knapp eine Woche lang das iPad Pro als Computer für alle Fälle benutzt. Da das nur 3,2 Millimeter dünne Smart Keyboard zugleich auch Schutzhülle und Ständer ist, war es immer dabei. Mit dieser Kombination haben wir zwar mit dem iPad Air 2 viel Erfahrung gesammelt. Doch der Wunsch, bestimmte Arbeiten mit einem Notebook zu erledigen, kam beim iPad Pro selten auf. Drei Zoll mehr Bildschirm und eine vollständige Tastatur können einen großen Unterschied ausmachen. Schreiben, Mailen, Surfen oder Lesen mit dem 5,6-Millionen-Pixel-Display geht komfortabel vonstatten.

Leichte Laptops als Alternative?

Dass man dann gleich bei seinem Macbook Air oder dem neuen Macbook bleiben könne, ist ein diskussionwürdiger Einwand. Doch das iPad Pro bietet dank seiner Wandlungsfähigkeiten mehr. Wer sich an den Stift gewöhnt hat, will ihn nicht mehr missen. Apps wie „Good Notes“ oder „Good Reader“ zeigen ihre volle Stärke. Das schnelle Erstellen von Notizen oder das Bearbeiten eines Textes mit dem Stift macht Spaß und dürfte Studenten in Vorlesungen oder Seminaren ebenso gefallen wie Vertretern, Unternehmensberatern, Ingenieuren, Ärzten oder Architekten in ihrem Job.

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