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Präsentation in New York : Das sind die neuen Apple-Produkte

Kann jetzt auch mit Face ID entsperrt werden. Bild: Apple

Apple hat an diesem Dienstag seine Produktpalette weiter aktualisiert. Tim Cook präsentierte ein neues iPad Pro, Macbook Air und einen neuen Mac Mini.

          Gestensteuerung in neuer Form und Gesichtserkennung jetzt auch für das iPad Pro. Apple modernisiert seine beiden Tabletcomputer für den geschäftlichen Einsatz und stattet sie mit jenem Bediensystem aus, das seit dem vergangenen Jahr zunächst auf dem iPhone X debütierte und in diesem Herbst aufs iPhone XS und XS Max kam. Auf den neuen iPads, deren Design sich unverkennbar am Macbook Pro anlehnt, entfallen der Home Button und der Fingerabdruckscanner. Statt dessen kommen geräteübergreifend in der Apple-Welt die biometrische Erkennung Face ID sowie neue Gesten zum Einsatz. Damit ist ein Paradigmenwechsel abgeschlossen, jetzt passt eins zum anderen.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die beiden neuen iPad Pro-Modelle, die jetzt in New York vorgestellt wurden, haben eine Diagonale von 11 und 12,9 Zoll. Das kleinere hat klassische Tablet-Maße, das größere könnte fast als Notebook durchgehen, vor allem, wenn die Apple-Tastatur mit Pogo-Pins angeklickt wird. Bei beiden Neuerscheinungen ist wie bei den iPhones der Vorteil dünnerer Ränder und des entfallenden Home-Buttons sofort sichtbar: Mehr Anzeige auf weniger Fläche. Bringen die neuen iPhones eine charakteristische Einkerbung am oberen Bildschirmrand für die Face-ID-Kameratechnik mit, fehlt diese „Notch“ auf den iPads.

          Eine Besonderheit gilt es zu beachten

          Wer sein neues iPad Pro mit Face ID schützen will, muss eine Besonderheit beachten: Für das Anlernen von Face ID ist das Gerät im Portraitformat hochkant zu halten. Nach diesem ersten Schritt funktioniert dann aber die Gesichtserkennung auch dann, wenn man das iPad im Querformat in der Hand hält.

          Das iPad Pro 11 bringt es auf eine Auflösung von 2388 x 1668 Pixel, das größere hat 2732 x 2048 Pixel, verwendet wird ein LC-Display, das Apple wie beim iPhone XR als Liquid Retina bezeichnet. Als Prozessor kommt der A12X Bionic zum Einsatz, der noch ein bisschen schneller ist als sein Pendant auf dem iPhone XS und XS Max. Das Arbeitstempo der beiden neuen Tabletcomputer liege höher als das von 92 Prozent aller aktuell verkauften Notebooks, hieß es während der Präsentation.

          Da liegt es nahe, das iPad Pro mit einem USB-Typ-C-Anschluss noch näher an die PC-Welt zu bringen. Es mutet wie eine kleine Revolution an: Apple verzichtet bei einem iOS-Gerät auf seinen proprietären Lightning-Anschluss, der 2012 mit dem iPhone 5 und iPad der vierten Generation debütierte. Lightning wird damit abgewertet, aber für das neue iPad Pro ist der Schritt ein Gewinn: Man kann ohne Adapter auf andere USB-Medien zugreifen, Peripherie leichter anschließen und jedes USB-Typ-C-Ladegerät verwenden. Gezeigt wurde in New York der Anschluss einer Kamera und eines Docks, welches eine Monitor-Anzeige der iPad-Inhalte erlaubt. Gewiss darf man nun spekulieren, ob auch die nächste iPhone-Generation USB Typ C verwenden wird.

          Die beiden neuen iPad Pro-Modelle haben eine Diagonale von 11 und 12,9 Zoll. Bilderstrecke

          Die Kamera beider iPad Pro löst mit 12 Megapixel auf, hier ändert sich nichts. Wie gehabt gibt es zwei Modellvarianten: Eine mit W-Lan und eine zweite mit W-Lan und Mobilfunk-Modul. Die neuen Geräte sind erstmals mit bis zu ein Terabyte Speicher erhältlich. In der kleinsten Version sind es jedoch nur 64 Gigabyte. Die Preise beginnen bei 879 Euro für das iPad Pro 11 in kleinster Ausstattung und 1269 Euro für das 12,9-Zoll-Modell mit W-Lan- und Mobilfunk-Modul.

          Der Eingabestift Apple Pencil wird ebenfalls modernisiert, schon deshalb, weil er bislang mit seinem Lightning-Stecker im iPad geladen wurde. Der neue Stift lässt sich magnetisch am Gehäuse der iPads befestigen, das kennt man von Microsoft, und wird induktiv geladen, sobald er am iPad hängt. Zugleich soll der Stift der zweiten Generation mehr Fähigkeiten bekommen, so wird es möglich, etwa die Strichstärke direkt am Stift zu ändern. 

          Macbook Air und Mac Mini

          Schließlich ein neues Macbook Air. Das erste Air wurde vor zehn Jahren von Steve Jobs während der Präsentation überaus spektakulär aus einem Manila-Umschlag herausgezogen und als dünnstes Notebook der Welt beworben. Die ein Kilogramm leichte Variante mit 11,6-Zoll-Display war zuletzt durch eine mit 13,3-Zoll-Anzeige ersetzt worden, die mit lediglich 1440 x 900 Pixel auflöst. Das neue Macbook Air gleicht diesen Makel aus, bekommt jetzt ein Retina-Display, und die Auflösung beträgt 2560 x 1600 Pixel. Auch hier wird der Rand reduziert, die eingebaute Kamera unterstützt Facetime-Telefonie, es gibt ein größeres Touchpad unterhalb des Keyboards, das nun wie bei den Macbook-Geschwistern ebenfalls in der Butterfly-Technik mit sehr kurzem Tastenhub gehalten ist. Das mag nicht jeder.

          Ein biometrischer Fingerabdruckscanner befindet sich rechts oben auf der Tastatur. Wie bei den Mobilgeräten will Apple persönliche Daten mit einem eigenen Sicherheits-Chip namens T2 schützen. Zwei USB-Typ-C-Anschlüsse dienen der Anbindung von Peripherie, sie unterstützen Thunderbolt 3 mit schnellem Datentransport. Der neue Macbook Air habe 17 Prozent weniger Volumen als sein Vorgänger, sagt Apple, und stellt ihn als besonders schnellen, leichten und kompakten Immer-Dabei-Notebook heraus. Er ist ab dem 7. November erhältlich und kostet in der kleinsten Variante mit acht Gigabyte Speicher und 128 Gigabyte SSD 1350 Euro. Wichtigster Rivale im eigenen Haus bleibt der 12-Zoll Macbook mit 2304 x 1440 Pixel zu Preisen von 1500 Euro an.

          Dass es auch einen neuen Mac Mini gibt, haben die meisten Freunde des Hauses nicht mehr zu hoffen gewagt. Der Kleinstrechner im Format einer Keksdose wurde 2005 der Öffentlichkeit vorgestellt und zuletzt als Mac Mini Server der vierten Generation Ende 2012 überarbeitet. Nun soll der Mini zu neuer Größe geführt werden, aktuelle Prozessoren der achten Generation kommen zum Einsatz, bis zu 64 Gigabyte Arbeitsspeicher und bis zu zwei Terabyte Flash-Speicher sind eine Ansage. Mit gleich vier USB-Typ-C-Anschlüssen plus HDMI und anderen herkömmlichen Schnittstellen ist der Mini ebenfalls groß, wobei allerdings der Preis für das Einstiegsmodell mit Core-i3-Prozessor und 128 Gigabyte SSD mit 900 Euro sehr hoch ist.

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