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iPad im Praxistest : Faszination oder Fingerakrobatik?

Wie beim iPhone und iPod dient ein 30-poliger proprietäter Dock-Anschluss der Kontaktaufnahme zum PC und fungiert als Ladestecker. Am USB-Anschluss des PC oder Mac nimmt das iPad nur dann neue Energie auf, wenn auf der Gegenseite ein High Power-USB mit 500 mA vorhanden ist. Zwei Lautsprecher und ein Mikrofon sind eingebaut, ferner gibt es einen Stereo-Kopfhöreranschluss und natürlich Wireless-Lan für die Verbindung ins Netz. Der (nicht vom Besitzer wechselbare) Akku hält länger als 10 Stunden durch, und demnächst gibt es auch eine Variante mit UMTS-Mobilfunk, die allerdings eine neue Form der Sim-Karte („Micro-Sim“) voraussetzt. Eine Datenanbindung mit dem eingebauten Bluetooth und einem Handy funktioniert nicht. USB-Anschlüsse hat der iPad nicht. Also keine Chance für den Datentransport via USB-Stick oder einen UMTS-Stick. Auch fehlen eine Kamera und ein SD-Speicherkartenleser.

Mit eigenen Daten wird das iPad nur über die iTunes-Software am PC oder Mac bestückt, für die erste Inbetriebnahme muss es an einen Rechner mit Internetverbindung angeschlossen werden. Der geneigte Leser merkt es schon: es handelt sich wie beim iPhone um ein hermetisch geschlossenes System. In der Tat kommt als Betriebssystem OS 3.2 zum Einsatz, das mit leichten Modifikationen der aktuellen iPhone-Software entspricht. Was das bedeutet, ist weithin bekannt und schnell aufgezählt: Auf dem iPad lassen sich nur jene Apps installieren, die von Apple abgesegnet und in den hauseigenen App Store aufgenommen wurden. Es gibt kein dem Nutzer zugängliches Dateisystem. Zugriff auf eigene Dateien hat man bestenfalls über Apps, Nutzerdaten müssen trotzdem am PC mit dem Umweg über iTunes ins iPad transferiert werden. Man kann nichts spontan über einen USB-Stick oder seinen externen Server ins Tablett einspielen. Welche Größe für den eingebauten Flash-Speicher des eigenen iPad angesagt sind (16, 32 oder 64 Gigabyte), bemisst sich danach, wie viel Musik, Fotos und elektronische Bücher man auf dem Gerät mitnehmen will. Der Speicherplatz hat jedenfalls keinen Einfluss auf das Arbeitstempo.

So gut wie alle derzeit erhältlichen iPhone-Apps laufen auch auf dem iPad, allerdings wahlweise mit der geringen Bildschirmauflösung des Smartphones oder in einer hochgerechneten, die grobschlächtig aussieht. Indes werden die Apps zügig an die die verbesserte Darstellung des iPad angepasst.

Wie beim iPhone kommt eine virtuelle Bildschirmtastatur zum Einsatz

Die Idee, ein Smartphone-Betriebssystem nahezu unverändert auf einen Tablet-PC zu übertragen, ist gewagt. Zugegeben: Das iPad bietet damit die beim iPhone liebgewonnene Schönheit und Raffinesse in den Menüs und zusätzlich den Pluspunkt der höheren Displayauflösung. Die meisten Internetseiten werden ebenso gut dargestellt und ebenso schnell aufgebaut wie am PC, der eingebaute Single-Core-Prozessor von ARM mit 1 Gigahertz sorgt für ein insgesamt sehr hohes Tempo. Gegenüber dem iPhone verbessert hat Apple zudem die eingebauten Programme wie Kalender, Kontakte und EMail. Schlägt man den Kalender oder das Adressbuch auf, zeigt sich die feine Optik eines teuren Filofax. Bei der E-Mail wird der aktuelle Posteingang in einer (ausblendbaren) Seitenspalte angezeigt, das alles überzeugt. Wie beim iPhone kommt eine virtuelle Bildschirmtastatur zum Einsatz, auch hier ist das Mehr an Fläche ein Gewinn, wenngleich man die Finger nicht auf dem kapazitiven Display ablegen kann und eigene Tasten für die deutschen Umlaute fehlen, man erzeugt sie wie beim iPhone durch einen längeren Tastendruck.

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