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Internet-Telefonie : Eine schlaue Nummer?

Im nächsten Versuch installierten wir die Sip-App des Anbieters Sipgate auf einem iPhone 4S. Auch hier ist die Einrichtung flink erledigt und die Akustik bei Gesprächen über das W-Lan ausgezeichnet. In den Einstellungen kann man angeben, ob Voip auch via Mobilfunk-Datenverbindung genutzt werden soll. Der Schalter „Multitasking“ aktiviert die Erreichbarkeit für eingehende Anrufe. Die Akkubelastung ist spürbar, fällt aber nicht so dramatisch ins Gewicht wie bei Android.

Beitrag einzahlen und dann „abtelefonieren“

Wer mit seinem Sipgate-Anschluss abgehend ins Festnetz oder in die Mobilfunknetze telefonieren will, kann beim Voip-Anbieter zwischen verschiedenen Tarifen wählen oder nach dem Prepaid-Prinzip vorab einen Beitrag einzahlen und dann „abtelefonieren“. Was bei uns in Deutschland mit iPhone und Android prima funktionierte, musste sich während einer längeren Amerika-Reise im Praxiseinsatz bewähren. Mit gefülltem Guthabenkonto wollten wir ins deutsche Festnetz telefonieren, es kam jeweils das W-Lan des Hotels zum Einsatz. Das enttäuschende Ergebnis: Nur ein einziges Gespräch kam zustande, alle weiteren Versuche scheiterten schon am Rufaufbau. Und nach zwei Tagen hatte die Sipgate-App beim Start sämtliche Login-Parameter vergessen.

Für die nächste Reise haben wir bei Skype ein Guthaben eingezahlt. Die passende App für beide Betriebssysteme ist ebenfalls flink installiert und nahezu selbsterklärend. Gratis kann man mit allen anderen Skype-Kunden telefonieren, die gerade online sind. Telefonate in ein Festnetz dieser Welt kosten 2,2 Cent die Minute, ferner gibt es Abonnements für Vielnutzer. Da zu dem eigenen Skype-Anschluss keine Rufnummer gehört, ist man aus dem Fest- oder Mobilfunknetz nicht für ankommende Telefonate erreichbar. Auch das Gegenüber muss Skype nutzen. Abhilfe schafft eine Skype-Online-Rufnummer, die aber 17 Euro für drei Monate kostet. Selbst dann sieht es mit der Erreichbarkeit auf dem Smartphone eher mau aus.

Geringe Verbreitung, unbefriedigende Akustik

Abschließend ein Blick auf weitere Konkurrenten. Die Gratis-App Fring ist für etliche Betriebssysteme schon sehr lange auf dem Markt. Sie vereint verschiedene Dienste unter einem Dach, darunter auch die Chat-Systeme von Microsoft, Google, ICQ und AOL. Telefonate lassen sich zu anderen Fring-Nutzern unentgeltlich führen. Allerdings ist die geringe Verbreitung der App ebenso problematisch wie die unbefriedigende Akustik.

Wenn die ganze Familie Apple-Produkte einsetzt, sollte man einen Blick auf Facetime werfen. Damit gelingen (Video-)Telefonate untereinander von und zum iPhone 4 oder 4S, iPad 2, iPod Touch oder Mac-Rechner mit Kamera in ausgezeichneter Qualität. Facetime funktioniert derzeit nur mit Wireless-Lan, und man muss auf den Mobilgeräten nicht einmal eine App installieren, denn es ist im Betriebssystem verankert.

Ein Geheimtipp für beide Smartphone-Welten ist Viber. Es ist gratis, erlaubt Telefonate über W-Lan und Mobilfunk und bietet zudem ein Messaging-System. Man kann allerdings nur mit anderen Viber-Partnern telefonieren. Eine (kostenpflichtige) Festnetz-Option fehlt. Indes funktioniert das Ganze bei uns mit iPhone und Android sehr zuverlässig.

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