https://www.faz.net/-gy9-9lpqe

Infotainment Mercedes E-Klasse : Jetzt machen die uns ein E für ein A vor

Neues Comand Online mit Seitenmenü Bild: Daimler AG

Das spektakuläre Infotainmentsystem M-Bux ist in der E-Klasse noch nicht angekommen. Dafür hat Mercedes Comand noch einmal ordentlich aufgehübscht.

          Sieht so aus wie, ist es aber nicht. Immer wieder werden wir gefragt, ob dass das neue M-Bux von Mercedes-Benz sei. Dieses spektakuläre Infotainmentsystem debütierte im vergangenen Jahr in der A-Klasse. Wir bewegten indes die E-Klasse, hier ist M-Bux noch nicht angekommen. Aber auf dem Weg dorthin hat Mercedes-Benz sein betagtes Comand Online noch einmal so aufgehübscht, dass es kaum wiederzuerkennen ist. Wie bei M-Bux dominieren zwei riesige Anzeigen den Innenraum, wenn man das Widescreen Cockpit und das Media Display (für jeweils 1000 Euro) wählt. Zweimal 12,3 Zoll messen die Monitore, der linke ist für die klassische Cockpit-Darstellung mit Tachometer und Drehzahlmesser zuständig, der rechte für sämtliche Kommunikationsdienste.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die Nähe zu M-Bux entsteht jedoch nicht nur durch die schiere Größe der Anzeigen, sondern auch durch die Lenkradtasten aus der A-Klasse sowie die an M-Bux orientierten Menüs und Symbole. Navigation, Radio, Medien, Telefonie, Office und Connect heißen die Hauptabteilungen, die sich mit dem Controller anwählen lassen – oder mit physischen Tasten unterhalb der Bedienelemente für die Klimatisierung des Fahrzeugs. Unterschiede zu M-Bux entdeckt man, sobald der Smartphone-Freund die Anlage mit dem Finger auf dem Display bedienen will. Das funktioniert hier nicht. Schade eigentlich, denn Android Auto und Apple Carplay müssen deshalb allein mit dem Controller bedient werden, wofür sie nicht gemacht sind.

          Die Bedienung des modernisierten Comand Online setzt auf größtmögliche Flexibilität. Man kommt auf verschiedenen Wegen zum Ziel, kontextabhängige Menüs finden sich nun auf der rechten Displayseite mit dem Nachteil, dass reichlich vorhandener Platz auf dem Hauptbildschirm nicht genutzt wird und man selbst für triviale Funktionen wie den Titelsprung oder das Pausieren der Musikwiedergabe zunächst in dieses Menü gehen muss. Wie gehabt, kommt auch eine Spracherkennung zum Einsatz. Sie ist allerdings nicht so flexibel und leistungsfähig wie ihre jüngere Schwester in M-Bux, vermag aber durchaus zu überzeugen.

          Zweimal 12,3 Zoll messen die Monitore, der linke ist für die klassische Cockpit-Darstellung mit Tachometer und Drehzahlmesser zuständig

          Das Navi hat eine neue Kartendarstellung erhalten, sie wirkt frischer und bietet die Anzeige von Echtzeit-Verkehrsinformationen für jede einzelne Straße. Eine Mobilfunk-Sim-Karte mit LTE-Mobilfunkmodul gehört zur Serienausstattung jeder neuen E-Klasse. Die Verkehrsdaten können in den ersten drei Jahren nach der Zulassung unentgeltlich genutzt werden. Mit LTE kommen nicht nur Stauinfos ins Auto, sondern auch zusätzliche Anwendungen rund um Mercedes Me. Mit dem mobilen Office im Fahrzeug kann man beispielsweise Ortsangaben im Bürokalender als Navi-Ziel übernehmen.

          Für einen Aufpreis von 240 Euro lässt sich die E-Klasse mit einer Qi-Ladestation zum kabellosen Betanken des Smartphone-Akkus ausrüsten. Das große iPhone XS Max liegt nicht plan in der Halterung, wird aber trotzdem geladen. Allerdings führt die in der Station vorhandene NFC-Anbindung regelmäßig zu dem Problem, dass beim Hineinlegen der Bezahldialog von Apple Pay auf dem Handy-Bildschirm erscheint. Der NFC-Funkchip wird vermutlich und irrtümlich als Bezahlterminal angesehen. In einem Untermenü von Comand kann man NFC deaktivieren, damit ist das Problem gelöst.

          Alles in allem ist das jüngste Comand Online wirklich gut geworden, aber M-Bux ist in fast jeder Hinsicht besser und noch weitaus flexibler. Für die Cockpitanzeige gibt es nur drei unterschiedliche Bildschirmeinstellungen, weitergehende Anpassungen wie in der A-Klasse sind nicht vorgesehen, auch nicht die Einblendung der Navi-Karte hinter Tacho und Drehzahlmesser.

          Das leidige Comand-Problem, dass man die akustischen Fahrhinweise nicht permanent ausschalten kann, bleibt in der E-Klasse ebenfalls bestehen. Wer ein M-Bux-Fan ist, kaufe also die A-Klasse, die neue B-Klasse, den CLA oder den GLE von Mercedes-Benz oder warte, bis auch die E-Klasse mit der neuesten Spitzentechnik ausgerüstet ist.

          Weitere Themen

          Für das wilde Leben

          Action Cam von DJI im Test : Für das wilde Leben

          Da hat sich DJI dicht am amerikanischen Vorbild Gopro orientiert: Die erste Action Cam der Chinesen kommt mit elektronischer Bildstabilisierung und eignet sich nicht nur fürs Tauchen.

          Eine ingeniöse Meisterleistung Video-Seite öffnen

          F.A.Z.-Fahrbericht Audi e-tron : Eine ingeniöse Meisterleistung

          Das erste Voll-Elektro-Auto der Vier-Ringe-Marke ist nur vordergründig eine Vernunft-Entscheidung gegen Abgase und für bessere Luft. Denn mit 80.000€ schlägt ein Preis zu buche, der eine ingeniöse Meisterleistung verspricht, die es zu Erfüllen gilt.

          Das Darknet - Ort der Kriminalität? Video-Seite öffnen

          Erklärvideo : Das Darknet - Ort der Kriminalität?

          Die internationalen Polizeibehörden haben ein Pädophilen-Netzwerk zerschlagen, das im Darknet operierte. Diesen dunklen Bereich des Internets nutzen Menschen, die verborgen unterwegs sein wollen. Dazu gehören neben Schwerkriminellen auch Whistleblower und Regimekritiker, die Zensur umgehen wollen.

          Topmeldungen

          Analyse der Europawahl : Grüne Großstädte – blauer Osten

          Die Grünen punkten bei der Europawahl in den Städten und in der Fläche, die AfD ist stärkste Kraft in Teilen Ostdeutschlands. Doch auch andere Entwicklungen sind bemerkenswert: Gab es einen Rezo-Effekt für die CDU? Und woher kommen die Stimmen für „Die Partei“?

          Starke AfD im Osten : Ein Alarmsignal für die Landtagswahl

          Bei der Europawahl liegt die AfD in Sachsen vorn, bei den Kommunalwahlen ist das Bild nicht so eindeutig. Klar ist jedoch: Die Skepsis gegenüber dem „Raumschiff“ Brüssel ist in Ostdeutschland weit verbreitet. Das liegt auch an der Struktur der Wähler.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.