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Infotainment im Audi Q7 : Wie Audi die digitale Zukunft sieht

Bunter Auftritt: Q7 mit drei Anzeigen und nur wenigen physischen Tasten. Bild: Hersteller

Wie im Audi A8 gehört das jüngste Infotainmentsystem der Ingolstädter auch hier zur Serienausstattung. Es hört auf den sperrigen Namen MMI Touch Response und kommt nahezu ohne Schalter und ohne Controller aus.

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          „Bereit für die digitale Zukunft.“ Das will der Audi Q7 sein, sagt sein Hersteller, und als sich das riesige SUV in Bewegung setzt, schöne Musik aufspielt und sich der Fahrer auf eine entspannte und ruhige Tour freut, fehlt es nur an einem: an der Bereitschaft des Navigationssystems, sich zwar nicht der Zukunft, wohl aber der Zieleingabe zu nähern. Die Spracherkennung ist noch nicht so weit. Motoren starten noch immer schneller als Hochleistungsprozessoren und Hightech-Systeme.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Wie im Audi A8 gehört das jüngste Infotainmentsystem der Ingolstädter auch hier zur Serienausstattung, es hört auf den sperrigen Namen MMI Touch Response und kommt nahezu ohne Schalter und ohne Controller aus. Mechanische Bedienelemente werden durch berührungsempfindliche Anzeigen ersetzt, und wie beim Smartphone kann man alles personalisieren, also Dutzende Shortcuts für Fahrzeugfunktionen, Navigationsziele oder Telefonnummern auf dem Display individuell ablegen.

          In der Instrumententafel befindet sich das große 10,1-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1540 × 720 Pixeln. Hier erfolgt die Steuerung von Navigation, Telefonie, Medienbetrieb und Fahrzeugeinstellungen, fünf virtuelle Tasten auf der linken Seite führen stets in die wichtigsten Menüs, große Kacheln rechts davon sind mit dem Finger schnell erreichbar. Beim Tippen auf die virtuellen Tasten reicht es nicht, die Glasoberfläche sanft zu berühren, man muss etwas Druck ausüben, so wird eine Fehlbedienung verhindert. Man spürt einen Klick als Bestätigung. Andere Funktionen werden ausgelöst, wenn man die virtuellen Schaltflächen länger drückt. Das schnörkellose Design gefällt.

          Großer Auftritt: Audi Q7

          Ein zweiter berührungsempfindlicher Bildschirm mit 8,6 Zoll und einer Auflösung von 1280 × 660 Pixeln auf der Konsole des Mitteltunnels dient zur Steuerung der Klimaanlage und zur Texteingabe mit Handschrifterkennung, etwa zur Erfassung von Navigationszielen. Die Texteingabe mit dem malenden Finger ist nicht neu, hier überrascht jedoch die Größe des Eingabefeldes. Ebenfalls nicht neu, aber wie gehabt faszinierend ist das virtuelle Cockpit hinter dem Lenkrad auf einer Breite von 12,3 Zoll und 1920 × 1080 Pixeln. Man kann Tachometer und Drehzahlmesser zurücktreten lassen zugunsten einer Panoramakarte für die Navigation und die Anzeige als Zweitdisplay verwenden.

          Die Sprachsteuerung im Audi Q7 versteht mehrere hundert Kommandos unabhängig von starren Menüstrukturen und verwendet gegebenenfalls Rückfragen. Teils erfolgt die Erkennung im Fahrzeug, teils in der Cloud, die Sprachschnipsel werden also per Mobilfunk hochgeladen. Den Vergleich mit dem jüngeren M-Bux von Mercedes-Benz verliert Audi allerdings.

          Die Datendienste übernimmt im Q7 das eingebaute Mobilfunkmodem mit fester Sim-Karte, das auch einen W-Lan-Hotspot für die Mitreisenden bietet. Mit den Datendiensten kommen Premium-Verkehrsinformationen ins Fahrzeug, sie stammen vom Gemeinschaftsunternehmen Here, an dem neben Audi auch BMW und Mercedes-Benz beteiligt sind. Das alles ist ebenfalls Serienausstattung. Wie in der Oberklasse üblich lässt sich eine Visualisierung der Verkehrslage jeder einzelnen Straße einblenden.

          Ein Parkassistent markiert die Straßen in Zielnähe mit der höchsten Wahrscheinlichkeit für einen freien Parkplatz. Was nervt, sind die notorisch falschen Einträge von Geschwindigkeitsbegrenzungen im Kartenmaterial. Die kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung (ebenfalls Serienausstattung) arbeitet zwar gut. Wenn indes Tempolimits aus dem Kartenmaterial priorisiert werden, ärgert man sich über einen irreführenden Hinweis nach dem anderen, sofern das Tempolimit mittlerweile aufgehoben oder nach oben hin geändert wurde. Auch das gibt es in Deutschland, gelegentlich.

          Davon einmal abgesehen darf man im Q7 über die mehr als üppige Serienausstattung staunen. Was sich andere in der Oberklasse teuer bezahlen lassen, fährt hier ab Werk in jedem SUV vor. Sinnvolle Extras aus der Infotainment-Aufpreisliste sind das Head-up-Display für 1400 Euro und die Musikanlage, wahlweise von Bose mit 19 Lautsprechern für 1150 Euro, oder man investiert 6150 Euro in feinen Luxus von Bang & Olufsen mit 23 Lautsprechern und Subwoofer sowie einer Verstärkerleistung von sage und schreibe 1920 Watt.

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