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Infotainment im Audi A6 : Audi strebt nach der Schirmherrschaft

Gleich drei Schirme gibt’s im neuen Audi A6. Bild: Hersteller

Das neue Multi-Media-Interface fährt jetzt auch im A6 mit und lebt vom Berühren und Kommandieren. Es kommt ohne Controller aus.

          Als voll vernetzt beschreibt Audi seinen neuen A6, und die große Neuheit besteht darin, dass nun das MMI Touch Response aus dem A8 in die obere Mittelklasse einzieht. Das neue System kommt ohne Controller aus und ersetzt viele mechanische Bedienelemente durch berührungsempfindliche Anzeigen. Wie beim Smartphone kann man alles personalisieren, also Dutzende Shortcuts für Fahrzeugfunktionen, Navigationsziele oder Telefonnummern auf dem Bildschirm individuell ablegen.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          In der Instrumententafel befindet sich das große 10-Zoll-Display mit einer virtuellen Taste, die jederzeit ins Hauptmenü führt und darunter liegen vier weitere Tasten für Radio, Medien, Telefon und Navigation. Wichtiges ist damit schnell erreichbar, die Bedienung der Anlage ist einfach. Beim Tippen auf die virtuellen Tasten reicht es nicht, die Glasoberfläche sanft zu berühren, man muss etwas Druck ausüben, so wird eine Fehlbedienung verhindert. Man spürt einen Klick als Bestätigung. Andere Funktionen werden ausgelöst, wenn man die virtuellen Schaltflächen länger drückt. Das schnörkellose Design der Menüs gefällt, und wer vom Hauptmenü aus weitere Menüebenen sucht, kommt abermals schnell zum Ziel, weil wenige große Kacheln direkt den Weg weisen.

          Ein zweites Touch-Display mit 8,6 Zoll auf der Konsole des Mitteltunnels dient zur Steuerung der Klimaanlage und zur Texteingabe mit Handschrifterkennung, etwa zur Erfassung von Navigationszielen. Die Texteingabe mit dem malenden Finger ist nicht neu, hier überrascht jedoch die Größe des Eingabefeldes. Ebenfalls nicht neu, aber wie gehabt faszinierend ist das virtuelle Cockpit hinter dem Lenkrad auf einer Breite von 12,3 Zoll. Man kann Tachometer und Drehzahlmesser zurücktreten lassen zugunsten einer Panoramakarte für die Navigation und die Anzeige als Zweitbildschirm verwenden.

          Der voll vernetzte Audi A6

          Die Sprachsteuerung gilt neuerdings als Königsdisziplin des Infotainments. Mehrere hundert Kommandos werden verstanden, unabhängig von starren Menüstrukturen und gegebenenfalls mit Rückfragen und pfiffigen Algorithmen. Teils erfolgt die Erkennung im Fahrzeug, teils in der Cloud, die Sprachschnipsel werden also per Mobilfunk hochgeladen. Doch im Vergleich mit dem neuen M-Bux von Mercedes-Benz holt sich Audi nur den zweiten Platz. Wer die „Audi Phone Box“ für das induktive Laden des Smartphones und die Antennenankopplung bestellt, sollte wissen, dass es Probleme mit Apple Pay und dem NFC-Chip gibt: Legt man das iPhone auf die vorgesehene Stelle, schaltet das Bezahlsystem das Smartphone-Display permanent ein, und es gibt bei der Musikwiedergabe oder Telefonie Störgeräusche. Die Datendienste übernimmt im Audi A6 das eingebaute Mobilfunk-Modem mit fester Sim-Karte, das auch einen W-Lan-Hotspot für die Mitreisenden bietet. Mit den Datendiensten kommen Premium-Verkehrsinformationen ins Fahrzeug, sie stammen vom Gemeinschaftsunternehmen Here, an dem neben Audi auch BMW und Mercedes-Benz beteiligt sind. Wir waren im Audi A8 mit der Qualität der Verkehrsdaten nicht zufrieden.

          Hier hat Here nun nachgebessert und liefert detailreiche Informationen, die meist auf den Meter genau passten. Innovativ ist die Möglichkeit, sich permanent verschiedene Routen mitsamt berechneter Verzögerungszeit anzeigen zu lassen. Ein Parkassistent markiert die Straßen in Zielnähe mit der höchsten Wahrscheinlichkeit für einen freien Parkplatz. MMI Touch Response, die Navigation und die Spracherkennung sind Serienausstattung des Audi A6. Das virtuelle Cockpit mitsamt Soundsystem, Online-Anbindung und Smartphone-Interface kostet ein Aufgeld von 2200 Euro.

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