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In-Ear-Hörer von Zeitgeist : Ohrschmuck für Audiophile

Jedes Modell ist auf 200 Stück limitiert. Bild: Lucas Bäuml

Für die Marke Zeitgeist entstehen in Dieburg außergewöhnliche In-Ear-Hörer – was den Klang und was das Design angeht. Wir haben schon mal rein gehört.

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          Natürlich war Thomas Halbgewachs auch in Asien. Wer die Idee hat, eine eigene Marke für In-Ear-Hörer aufzubauen, wird erst einmal ins Flugzeug steigen und dorthin reisen, wo die Konkurrenten ihre Produkte bauen lassen – nach China. Erfolgreich gelandet ist Halbgewachs nach einem Jahr intensiver Suche nach dem passenden Lieferanten dann im hessischen Dieburg. Mit den Asiaten war er zwar ins Gespräch, aber nicht ins Geschäft gekommen. „Die haben nicht begriffen, was Manufaktur heißt“, sagt der ehemalige Beyerdynamic-Manager. An Massenproduktion denkt er nicht, unter 1000 Einheiten pro Modell werfen die Chinesen ihre Maschinen aber nicht an.

          Marco Dettweiler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zeitgeist soll eine exquisite Marke mit exklusiven In-Ear-Hörern zwischen 500 und 1000 Euro sein. Jedes Modell ist auf 200 Stück limitiert. „Im Gegensatz zu den großen Labels produzieren wir in Kleinserien“, sagt der Zeitgeist-Gründer.

          Das Unternehmen InEar in Dieburg ist spezialisiert auf die Fertigung von Gehörschutz für Industrie, Militär und auch die Formel 1. Halbgewachs kennt den InEar-Geschäftsführer Marius Schmitt schon länger, weil er dort Otoplastiken, also Formpassstücke, für sein Geschäft namens Headphone Company fertigen lässt. Halbgewachs bietet in seinem Onlineshop (mit einem Showroom in Heidelberg) zusätzlich Aufsätze aus Silikon für In-Ear-Hörer an, die dem individuellen Gehörgang angepasst sind, damit der Hörer so klingt, wie er klingen soll. Schmitt fertigt in Dieburg auch maßgeschneidert die Hörer, die Profimusiker bei Konzerten im Ohr tragen. Weil er sich mit diesem In-Ear-Monitoring auskennt, weiß er zudem, wie die Stöpsel für normale Musikhörer funktionieren. So fanden sich Halbgewachs und Schmitt – und begannen mit der Produktion von Zeitgeist-Modellen.

          Zeitgeist setzt auf besondere Materialien wie etwa Holz. Bilderstrecke
          In-Ear-Hörer von Zeitgeist : Ohrschmuck für Audiophile

          Nicht jedes Modell wird tatsächlich erst bei der Bestellung gefertigt. Dennoch soll der Kunde das Gefühl haben, etwas Besonderes im Ohr zu haben, jenseits der Massenproduktion. Es wird immer auch kleine Serien mit nicht mehr als zehn Exemplaren geben, zudem hat jedes Produkt eine Nummer wie etwa 27/500 eingraviert, die wie bei Kunstdrucken, Whiskyabfüllungen, Fotodrucken oder edlen Uhren zeigt, das wievielte Exemplar der Kunde bekommen hat. Um aufzufallen in der Masse der In-Ear-Hörer, die schon aufgrund ihrer Größe ein recht unauffälliges Produkt sind, das nach Möglichkeit im Ohr verschwinden soll, setzt Zeitgeist auf besondere Materialien wie Holz oder Acrylharz, fluoreszierende Farben oder Muster wie den Union Jack, die in einer Art 3D-Puzzle-Technik zusammengesetzt werden.

          Die Gehäuse eines In-Ear-Paars werden meist aus vier Blöcken gefräst. Hersteller aus Japan oder Amerika bieten das Rohmaterial an. „Wir fertigen auch einige Blöcke aus Acrylharz selbst“, sagt Halbgewachs. Ideen für die Zukunft hat er genug. So überlegt er, gebrauchte Fässer zu kaufen, in denen Islay-Whisky gelagert wurde, um aus diesem Holz das Gehäuse zu fertigen. Inklusive Raucharoma, wofür die Whiskys von der Hebriden-Insel Islay bekannt sind.

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