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IFA : Hören und Sehen und Fühlen

Hightech im Alltag: Kaffeemaschine von Jura Bild: Hersteller

Die Hersteller von Unterhaltungselektronik gehen neue Wege in die Zukunft: Jedes Teil, von der Waschmaschine bis zum Heimkino, soll mit einem anderen verbunden und jederzeit einsatzbereit sein.

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          Klänge, Bilder und Vernetzung: Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin wird es eine Flut neuer Geräte und Produkte geben. Dabei soll jedes Teil mit einem anderen verbunden und zu jeder Zeit einsatzbereit sein – mit Chips und Apps gesteuert, durch Computer kontrolliert, vom Kühlschrank bis zur Stereoanlage, von der Waschmaschine bis zum Heimkino. Kleine Rechner werden Schaltzentralen des Alltags, zu Musentempeln im Taschenformat.

          Stephan Finsterbusch

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wenn die IFA diese Woche ihre Tore öffnet und die Hersteller aus Europa, Asien und Amerika zu ihrer jährlichen Leistungsschau bitten, werden große Technologie- und Markenunternehmen wie Lenovo, Sony, Samsung oder Philips mit ihren Produkten die gegenwärtigen Konsumtrends, kleine Technologiefirmen wie der Audiospezialist Teufel die Technologie von morgen und Forschungsinstitute die Visionen von übermorgen präsentieren. Die Welt tickt digital: eins oder null, Erfolg oder Versagen, alles oder nichts.

          Während Lautsprecher lauter klingen, Waschmaschinen sauberer waschen, Kaffeekocher schneller kochen und Fernsehgeräte schärfere Bilder zeigen sollen, dreht sich auf der Produkt- und Geräteschau der IFA in diesem Jahr vieles um die vollkommene Digitalisierung der Sinne. Hören und Sehen sind schon seit Jahren im Binärcode des Computerzeitalters gebannt – jetzt will die Branche mehr.

          Rechenflunder: Samsung zeigt seinen neusten Tabletcomputer

          Der Porsche unter den Kaffeemaschinen

          Fenstergroße TV-Geräte oder mannshohe Musikanlagen werden auf dem Messegelände am Rande der Hauptstadt in den kommenden Tagen im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Nicht weit davon entfernt sind die Haushaltsgeräte zu finden. Die Kühlschränke von Samsung mit ihren eingebauten berührungsempfindlichen und internetfähigen Flachbildschirmen an der Tür sind mittlerweile ein Klassiker.

          Das will auch der Kaffeemaschinenhersteller Jura werden. Die Schweizer Marke digitalisiert das Kaffeekochen. Mit einem neuen Modell verspricht sie eine neue Dimension des Genusses und bietet quasi den Porsche unter den Kaffeemaschinen an. Neueste Technik zu guten Preisen: Die Konkurrenten von Bosch bis WMF, von AEG bis Philips ziehen mit beim Kaffee aus chipgesteuerten Maschinen.

          Im Audiogeschäft will sich die Traditionsmarke Grundig in Berlin noch einmal daran machen, das Hören zu revolutionieren. Sie wird auf der IFA ein tragbares Digitalradio zeigen. Der Konkurrent Tivoli Audio stellt ein digitales Tischradio daneben. Die Edelmarke Loewe präsentiert mit Soundvision gleich ein paketgroßes Audiosystem.

          Dünne Rechenflundern sind die neuen Stars am Gerätehimmel

          Im Fernsehsegment stellen die fränkischen Metz-Werke ihr neuestes Angebot an TV-Flachbildschirmen vor. Sony, Samsung und LG breiten hier die ganz große Palette aus. Neben bewegten Bildern erfreut sich auch die Fotografie massenhafter Aufmerksamkeit. Sony zeigt in Berlin die flachste Digitalkamera der Welt. Die japanische Fujifilm stellt den vorerst letzten Stand der Technik an ihrer digitalen Spiegelreflexkameras vor – verpackt im schicken Design der dreißiger Jahre, ein Klassiker für die Zukunft.

          Über Bilder und Klänge, über Sehen und Hören hinaus haben die Aussteller in diesem Jahr in Berlin das Fühlen auf ihre Agenda genommen. Das machen berührungsempfindliche Bildschirme zwar schon seit einiger Zeit möglich. Aber mit der im Frühjahr vergangenen Jahres einsetzenden massenhaften Nachfrage nach Tabletcomputern tun sich neue Horizonte auf. Das macht die dünnen Rechenflundern zu den neuen Stars am Gerätehimmel der Unterhaltungsindustrie. Die Branche geht davon aus, dass sich der Absatz solcher Geräte in diesem und im nächsten Jahr jeweils verdoppelt, ist doch die Nachfrage riesig. In zwei Jahren könnten allein in Deutschland mehr als 5 Millionen Tabletcomputer im Einsatz sein, global wären es dann fast 100 Millionen.

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