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Smartphone Mate 20 ausprobiert : Huawei treibt es nur noch bunt

Mit iPhone XS Max gleichauf

Erste Eindrücke aus der Praxis: Draußen bei schönem Wetter gelingen eindrucksvolle Aufnahmen mit schöner Detailzeichnung und hohen Kontrasten. Der üppige Brennweitenbereich ist unzweifelhaft ein Gewinn und lädt zu Experimenten ein. Wir fotografierten Bücher im Regal aus zwei Meter Entfernung mit Fünffach-Zoom, und siehe da: Die Schrift auf dem Buchrücken war gut lesbar, die Darstellungsqualität des vergleichend hinzugezogenen iPhone XS Max lag allerdings gleichauf. Auch in schummriger Beleuchtung unterschieden sich beide Smartphones kaum. Dass man in absolut dunkler Umgebung im Nachtmodus des Mate 20 Pro eine aberwitzige Belichtungszeit von bis zu 32 Sekunden einstellen kann, brachte bei ersten Versuchen keinen Gewinn.

Der Akku des Mate 20 Pro hat mit 4200 Milliamperestunden eine hohe Leistung. Das kleinere Mate 20 hat 4000 Milliamperestunden. Zudem bietet Huawei jetzt ein spektakuläres Schnellladen mit 40 Watt, das es erlaube, den leeren Kraftspender innerhalb von nur einer halben Stunde auf 70 Prozent zu befüllen. Erstmals implementiert Huawei das kontaktlose Laden in einem Smartphone für den Massenmarkt. Der Qi-Standard wird mit bis zu 15 Watt unterstützt, eine entsprechende Ladestation liegt jedoch nicht bei. Das Sahnehäubchen heißt Wireless Reverse Charging: Auf diese Weise kann das Smartphone ein anderes Qi-Handy oder Qi-fähiges Gerät aufladen, die beiden Partner müssen nur übereinander liegen.

Liebe zum Detail

Dutzende kleinerer Verbesserungen zeigen die Liebe zum Detail: Neu ist ein Kennwort-Manager, wie man ihn aus der Apple-Welt kennt, Datensicherungen des Geräts lassen sich auch auf NAS-Servern ablegen, und Huawei-Share zum Datenaustausch steuert jetzt Drucker an, sofern sie Mopria-kompatibel sind. Das Smartphone-Display lässt sich um einen Computer-Monitor erweitern, Stichwort Wireless Projection, das Mobilgerät wird zum Ersatz des Desktop-PC. Im Unterschied zu älteren Huawei-Modellen funktioniert das jetzt ohne Kabelverbindung. Allerdings muss der Monitor Miracast unterstützen.

Die neuen Huaweis sind wahlweise mit einem Sim-Kartenschacht oder als Dual-Sim erhältlich. Der Schacht befindet sich originellerweise an der Unterseite des Handys, beide Sim-Karten liegen Rücken an Rücken. Für die große Variante bietet der Hersteller die Option einer NM Card an. Das ist eine Speicherkarte, die exakt die Maße einer Nano-Sim hat. Dummerweise ist das Format zu nichts kompatibel. Verfügbare Speichergrößen liegen zwischen 64 und 256 Gigabyte. Das Mate 20 und Mate 20 Pro bringen in der hierzulande erhältlichen Version 128 Gigabyte Speicher mit und sollen 800 und 1050 Euro kosten.

Ebenfalls neu ist die Watch GT, die als Sportuhr und Fitness-Tracker eine Akkulaufzeit von bis zu zwei Wochen bieten soll. Bei Sportaktivitäten mit Messung der Herzfrequenz liege die Laufzeit bei 22 Stunden. Sie arbeitet nicht mit Googles-Uhrenbetriebssystem Wear OS, sondern mit einem proprietären und ist sogar kompatibel zum iPhone. Die ein Zentimeter dicke Uhr hat ein Oled-Display, ein Gehäuse aus Glas und Edelstahl und eine Höhe von 46 Millimeter. Die Watch GT soll 200 Euro in der Sport-Version und 230 in der Variante Fashion kosten.

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