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Smartphone HTC Desire Eye : HTC hat die Jugend im Auge

Angenehm bunt: das HTC Desire Eye Bild: Marco Dettweiler

Es ist bunt, es ist aus Kunststoff und es könnte nicht nur Jugendlichen gefallen. HTC hat sein neues Smartphone Desire Eye in New York vorgestellt - und nicht nur das.

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          Es ist gar kein so schlechter Zeitpunkt, den sich HTC für dieses Ereignis ausgesucht hat. Als die Taiwanesen an diesem Mittwoch in New York die Weltpremiere ihre neuen Smartphone Desire Eye feierten, hat der Hype um das iPhone 6 schon etwas nachgelassen. Zudem macht der „#bentgate“ - zumindest hinsichtlich der Reputation - Apple zu schaffen, auch wenn man das in Cupertino nicht wirklich wahr haben will.

          Andere Hersteller haben ebenfalls schon ihre Flaggschiffe vorgestellt. Allen voran Sony mit seinem Xperia Z3 und Z3 Compact. Dieser Doppelpack in der Oberklasse ist eine echte Alternative zu den beiden iPhone 6-Modellen. Man muss sich dann allerdings auf Android einlassen. In der Qualität der Verarbeitung und in der optischen Anmutung konkurrieren nicht nur die Sony-Geräte mit Apples Bestseller. Materialien wie Glas und Aluminium locken in dezenten Farben wie schwarz oder weiß. Kunden sollen schließlich das Gefühl haben, ein sehr hochwertiges, edles Smartphone gekauft zu haben.

          Nun kommt HTC und stellt mit dem Desire Eye ein buntes Smartphone aus Kunststoff vor. Es ist jenes Unternehmen, das bei seinem immer noch aktuellen Flaggschiff One (M8) damit geworben hatte, es sei zu 90 Prozent aus Metall. Offenbar ist man in Taiwan auf die Idee gekommen, dass es auch genug potentielle Kunden geben könnte, die auf Farbkombinationen wie „white/coral“ und „aquablue“ stehen, und denen ein Gehäuse auf Polycarbonat lieber ist.

          Wasserdicht für die Poolparty

          Und das Desire Eye ist in seiner Erscheinung tatsächlich eine angenehme Abwechslung zu aktuellen Modellen der Konkurrenz. Um es an dieser Stelle rechtzeitig klar zu stellen: Natürlich gibt es mit dem iPhone 5c ein farbiges Oberklasse-Smartphone aus Kunststoff. Und die Modelle der Lumia-Reihe von Nokia fallen ja gerade aufgrund ihres roten, blauen oder gelben Rückens besonders auf. Insofern ist HTC nicht der erste Hersteller, der bunt daher kommt. Nur das Herstellungsverfahren ist neu. Mit der sogenannten Double-Shot-Technik „fließen“ beim Herstellungsprozess die beiden Kunststoffelemente so dicht zusammen, dass keine Übergänge zu erkennen sind.

          Doch das neue Smartphone von HTC könnte noch mehr die Jugendlichen ansprechen, weil es neben des hippen Äußeren noch ein paar weitere Funktionen hat, die der jungen Generation gefallen könnte. So hat die Frontkamera 12 Megapixel und eine Dual-LED für den Blitz. Ein eigener Knopf für die Kamera führt direkt zur Aufnahme. Die Anwendung ist klar: perfekte Selfies machen und möglichst scharf im Videochat aussehen. Das Selfie kann sogar auf Zuruf (Codewort: „Lächeln“) ausgelöst werden. Beim Videochat darf man sich vor der Kamera sogar bewegen. Der Fokus fährt in einem Bereich von 160 Grad mit.

          Und laut darf es weiterhin sein. HTC hat wieder seinen „Boomsound“ eingebaut, also jeweils einen kleinen Lautsprecher oben und unten. Damit man sich während der Party direkt in den Pool stürzen kann, ist das Desire Eye auch gemäß IPX7-Norm wasserdicht. Die Hardware zeigt sich absolut erwachsen. Wie auch im One (M8) steuert der Qualcomm-Prozessor Snapdragon 801 mit 2,3 Gigahertz die Aktionen. Der Arbeitsspeicher von 2 Gigabyte reicht aus, der interne Speicher von 16 Gigabyte wohl eher nicht. Er kann per Micro-SD-Karte auf 128 Gigabyte erhöht werden.

          Der erste Eindruck in der Hand ist Leichtigkeit. Das geringe Gewicht dürfte an dem „Softtouch“-Rücken des Desire Eye liegen. Es wiegt mit 154 Gramm in etwa so viel wie Sonys Xperia Z3. Das Display ist immerhin 5,2 Zoll groß, das Smartphone hat aber keine wirkliche Phablet-Anmutung. Wie auch beim One (M8) läuft als Betriebssystem Kitkat 4.4.4, wieder leicht modifiziert mit Anwendungen wie Blinkfeed. HTC hat des Weiteren die Kamerasoftware etwas reduziert und sortiert, was der Snapshot-Generation gefallen dürfte. Ob der Preis von 529 Euro berechtigt ist, wird sich zeigen müssen. Es liegt damit zwar am unteren Rand der Oberklasse-Geräte von Apple, Sony, LG oder Huawei. Andererseits ist es aber auch teurer als so manches Android-Gerät der Mittelklasse.

          Die Kamera für Blindflug-Fotografen

          HTC hat noch ein weiteres Produkt in New York vorgestellt: die RE Kamera. Ihr Design ist - man kann es nicht anders sagen - missraten. Das Gerät sieht aus wie ein mobiler Inhalator für Asthmatiker. Es ist aber in Wirklichkeit eine Kamera, mit der man im Blindflug Bilder macht oder Videos aufnimmt, weil sie keinen Monitor hat. Sie hat keinen An/Ausschalter, der Griff mit der Hand aktiviert sie. Ein Mikro kann auch Ton aufnehmen.

          Wozu braucht man so eine RE Kamera? Auch hier hat HTC offenbar die Snapshot-Generation im Fokus. Man schießt Fotos aus der Hüfte. Die Trefferquote steigt mit der Häufigkeit ihres Einsatzes. Die Software kann sowohl Zeitlupe als auch Zeitraffer aufnehmen. Mit entsprechender App auf dem Smartphone lässt sie sich fernsteuern, wenn beide per Bluetooth miteinander verbunden sind. Laut HTC hält die Verbindung bis zu sechs Meter. Ein optischer Bildstabilisator soll für scharfe, ruckelfreie Bilder sorgen. Auch die RE Kamera ist wasserdicht.

          HTC verlangt für die RE Kamera knapp 200 Euro. Das ist zu viel für ein Gerät, das im Vergleich zur Smartphone-Kamera nur einen Vorteil hat: Dass man es mit einer Hand bedienen kann und die Kamera sofort schußbereit ist.

          Technische Daten und Preis

          Maße: 151,7 x 73,8 x 8,5 Millimeter

          Gewicht: 154 Gramm

          Bildschirm: 5.2 Zoll Full HD (1080p)

          Prozessor: Qualcomm Snapdragon 801 mit 2.3 GHz

          Betriebssystem: Android 4.4.4

          Interner Speicher: 16 GB, erweiterbar mit MicroSD bis 128GB

          Arbeitsspeicher: 2GB

          Schnittstellen: LTE, NFC, Bluetooth 4.0, DLNA

          Kamera: Vorne und hinten mit 13 Megapixel, einer Blende von f/2.0 und 1080p bei Videoaufnahmen sowie Dual-LED

          Preis: 529 Euro

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