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Telekom-Hotline : Hoffen und Harren ohne DSL

Volker Weber suchte Rat beim Twitteracount @telekom_hilft Bild: Spehr

„Falls das irgendjemand bei der Telekom liest“: So beginnt die ins Internet geworfene Flaschenpost des Journalisten Volker Weber. Er wollte einfach nur wieder ein funktionierendes Festnetz-Internet.

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          „Falls das irgendjemand bei der Telekom liest“: So beginnt die ins Internet geworfene Flaschenpost des Journalisten Volker Weber, dem das Festnetz-Internet in der vergangenen Woche verlorenging. Es gibt tagelang keine Lösung für Ticketnummer 169 495 202, und so schreibt er diesen Hilferuf auf seine Website. Das alles spielt sich keineswegs in der Wüste ab, sondern in der Darmstädter Innenstadt.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die Straße hat kein VDSL, und zwar seit Samstag. An diesem Werktag passiert trotz Störungsmeldung und Entstörpflicht binnen 24 Stunden nichts, am Sonntag erst recht nicht. Was für die Telekom ganz schwer zu verstehen ist: Wenn es nicht nur einen Anschluss betrifft, sondern die ganze Nachbarschaft, liegt es wahrscheinlich nicht am Kunden und dessen Router. Obwohl Weber vom Fach ist und sich bestens auskennt, spult die Telekom-Hotline immer wieder ihr Standardrepertoire ab: Router vom Strom trennen, zwei Minuten warten, wieder verbinden. Der Router sei defekt, man benötige einen neuen, ein elendes Spiel. Einer der Störungstechniker will Weber gar eine kostenpflichtige Heimnetzüberprüfung für 99,95 Euro verkauft haben, das kommt erst später heraus. Schließlich dann, Montag Morgen: „Techniker ist beauftragt und schon unterwegs.“ Im Klartext, er kommt zwischen 16 und 20 Uhr - jedenfalls, wenn die Störungsstelle Feierabend hat.

          Montag Abend: Der Techniker setzt am grauen DSLAM-Verteilerkasten den Port zurück, es hilft nicht. Es müsste die gesamte Baugruppe im DSLAM (das Kürzel steht für Digital Subscriber Line Access Multiplexer) neu gestartet werden, wissen Weber und der Techniker, aber Letzterer darf es nicht. Weber jucken die Finger, der Schalter ist in Sicht- und Reichweite.

          Am Dienstag ein weiterer von insgesamt einem Dutzend Anrufen bei der Kundenbetreuung. Jetzt sei die Netztechnik dran, heißt es, aber nicht mehr heute, die habe eine Betriebsversammlung. Volker Weber schreibt seinen Hilferuf. Auch auf Twitter hatte er @telekom_hilft eingeschaltet, die Social-Media-Berater der Telekom zwitschern nur, tun aber nichts. „Wenn irgendjemand wenigstens einen Neustart der Baugruppe versuchen würde“, klagt Weber. Dienstag, 11.25 Uhr, Anruf bei Weber: „Baschek, Telekom Münster. Wie sieht’s aus?“ - „Wie sieht was aus?“ - „Na, Internet.“ - „Schlecht.“ - „Ich habe gerade die Gruppe resettet.“ Weber rennt in den Keller. Info-LED aus. Weber rennt nach oben. „Noch dran?“ - „Ja, geht nicht.“ - „Moment - ich resette noch mal einen Teil.“ Ergebnis: „Internetverbindung wurde erfolgreich hergestellt.“ Baschek: „Ich habe gelesen: ,Falls das irgendjemand bei der Telekom liest‘ - und ich habe gesagt: Den Pokal holen wir jetzt nach Münster.“

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