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HDR-Allianz für Fernsehgeräte : Ein Plus für mehr Kontrast

  • -Aktualisiert am

Kontrastprogramm auf dem jüngsten Panasonic-Fernseher Bild: Hersteller

HDR steht für „High Dynamic Range“. Das sind Techniken, mit denen sich Bilder wenigstens annähernd so einfangen und wiedergeben lassen, wie wir sie im wirklich wahren Leben sehen. Samsung und Panasonic schmieden dafür nun eine Allianz .

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          Schwarze Bühne, gleißende Spotlights, im Vordergrund der dunkel gewandete Solist mit seinem golden strahlenden Saxophon – das ist ein klassischer Fall für HDR.

          Das Kürzel steht für „High Dynamic Range“ und meint Techniken, mit denen sich Bilder wenigstens annähernd so einfangen und wiedergeben lassen, wie wir sie im wirklich wahren Leben sehen – nämlich mit einem gewaltigen Umfang an Helligkeitsabstufungen. In der Fotographie löst man das Problem mit mehreren Aufnahmen des Motivs in unterschiedlichen Belichtungsstufen, die am Ende zu einem Bild zusammengerechnet werden. Bewegte Bilder kann man nach diesem Prinzip nicht herstellen; hier gilt es, die Eigenschaften von Aufnahme- und Wiedergabegeräten so weit wie möglich auszureizen und passende Regeln für die gesamte Produktions- und Wiedergabekette zu definieren.

          Ebendies geschieht derzeit mit hohem Marketing-Aufwand in den Welten von Videoproduktion und Fernsehgeräten. Gleich drei verschiedene Standards und Regelwerke waren bisher im Umlauf – Dolby Vision, HDR10 und Hybrid Log Gamma. Seit der IFA Anfang September wissen wir: Es könnte sich noch ein weiterer Standard etablieren, der auf den Namen HDR10+ hört. Samsung hat seine Spezifikationen entwickelt, seit der IFA ist auch Panasonic mit im Boot, ebenso das Filmstudio 20th Century Fox, und aus der Gerüchteküche ist zu hören, dass sich auch Philips dem vorerst noch überschaubaren Lager um HDR+ anschließen will. All dies klingt zunächst einmal verwirrend. Wie viel Medientechnik müssen wir lernen, um da noch durchzublicken?

          Daraus leitet sich die Ziffer 10 im Standard HDR10 ab

          Ein wenig Grundsätzliches vorab: Damit Bildschirme HDR-Bilder überhaupt angemessen in Szene setzen können, müssen sie eine bestimmte Spitzenhelligkeit erreichen; für klassische LCD-Bildschirme gelten 1000 Nits (das ist die Maßeinheit für Helligkeit) als untere Grenze. Und sie müssen die bewegten Bilder mit 10 Bits verarbeiten, um die nötigen Feinabstufungen auf der weiten Helligkeitsskala darstellen zu können. Daraus leitet sich auch die Ziffer 10 im Standard HDR10 ab. Nach seinen Vorgaben werden derzeit die meisten HDR-Filme auf Bluray Discs produziert, praktisch alle HDR-tüchtigen Fernsehgeräte unterstützen seine Spezifikationen.

          Wozu braucht man solche Regelwerke überhaupt? Sie legen zum Beispiel fest, welche Helligkeitswerte von den einzelnen Bits repräsentiert werden, geben also den Fernsehern vor, wie sie die Bilddaten interpretieren sollen, um das Qualitätspotential des HDR-Films voll auszuschöpfen. HDR10 legt dazu Metadaten an, die den Video-Datenstrom begleiten und gemeinsam mit ihm über den HDMI-Anschluss ins Fernsehgerät gelangen. Auch dieses Detail ist eine Wissenschaft für sich: Der passende HDMI-Anschluss am Fernseher muss mindestens der Version 2.0a entsprechen; ältere Varianten kommen mit den Metadaten nicht zurecht.

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