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Googles neues Chromebook : Außen Plastik, innen Chrome

Bild: F.A.Z.

Google hat zusammen mit HP ein neues Notebook auf den Markt gebracht. Das HP Chromebook 11 kostet nur 300 Euro, hat ein besonderes Betriebssystem und eine Schwäche.

          Google lässt nicht locker und bringt immer weitere Chromebooks auf den Markt. Diese günstigen Notebooks kommen auch von HP, Samsung oder Acer. Sie haben eines gemeinsam: Googles Betriebssystem Chrome OS. Bis auf das Chromebook Pixel sind diese Notebooks im unteren Preissegment angesiedelt. Wir haben uns das neue HP Chromebook 11 näher angeschaut. Es kostet nur 299 Euro.

          Eigentlich wäre das Gerät schon lieferbar. Google und HP haben die schon ausgelieferten Chromebooks zurückgenommen und die Auslieferung gestoppt, weil einige Nutzer darüber klagten, dass das Steckernetzteil sehr heiß würde. Erst wenn dieses Problem behoben wird, liefert HP wieder aus. Auch das Steckernetzteil unseres Testgeräts wurde sehr heiß. Wenn man es nicht anfasst oder bedeckt, kann man das Chromebook problemlos aufladen.

          Alles läuft übers Netz

          Google Browser Chrome ist zugleich das Betriebssystem. In Chrome OS läuft fast alles über Websites. Man öffnet sie zum Schreiben, Mailen, Surfen oder um Dateien zu sichern. So übernimmt drive.google.com als Office-Alternative etwa Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder Folienpräsentation. Mit Google Mail verwaltet man Mails und mit dem Google Kalender Termine. Im Chrome Web Store gibt es weitere „Programme“. Man muss sich immer wieder bewusst machen, dass diese „Programme“ letztlich bloße Verknüpfungen zu einer Website sind und nicht auf einer Festplatte installiert werden wie es üblicherweise auf Microsofts Windows und Apples Mac OS der Fall ist.

          Im Alltag bedeutet der Umgang mit Chrome OS, dass die Notebooks von Google recht schnell hochfahren, weil das Betriebssystem sehr schlank ist. Es liegt auch an der SSD-Festplatte, die allerdings immer mehr bei Notebooks zum Standard wird. Sie hat mit 16 Gigabyte eine sehr geringe Kapazität. Mehr braucht es nicht, weil die Dateien ja auf Googles Servern gespeichert werden sollen. Doch nicht nur: Fotos, Videos oder Dateien von USB-Sticks lassen sich lokal speichern. Die Arbeit mit Chrome OS - sofern man sich auf das geschlossene System von Google einlässt - funktioniert einwandfrei. Man muss auch keine Angst vor W-Lan- oder Funklöchern haben, weil man in dieser Zeit im Offline-Modus arbeiten kann.

          Mit Magnesium verstärkt

          Und die Hardware? Das HP Chromebook 11 sieht mit seinem weiß glänzenden Gehäuse hübsch aus und fühlt sich aufgrund seiner glatten Oberfläche gut an. Es ist mit Magnesium verstärkt, wiegt etwa ein Kilogramm und kommt ohne Lüfter aus. Man hört deshalb beim Arbeiten nichts. Das Gelenk zwischen Display und dem Tastaturteil ist recht locker eingestellt, sodass der Bildschirm bei Vibrationen leicht anfängt zu wackeln. Es ist zu hoffen, dass das Gelenk im Lauf der Zeit nicht ausleiert.

          Auf der Unterseite sind blaue Gummiflächen angebracht, die für Rutschsicherheit etwa auf glatten Schreibtischen sorgen. An der Seite befinden sich zwei USB-Anschlüsse, ein Micro-USB zum Aufladen und ein Mini-Klingen-Ausgang für den Kopfhörer. Dieser kann auch also Mikrofoneingang verwendet werden. Eine Webcam mit einer Auflösung von 720p ist ebenfalls an Bord.

          Das Touchpad ist die Schwäche

          Der 11,6 Zoll große Bildschirm hat eine Auflösung von 1366 × 768 Pixel, was zum Beispiel der des kleinen Macbook Air entspricht. Farben, Kontraste und Schärfe sind völlig in Ordnung. Ebenso die Tastatur. Wir haben zwar schon mit besseren getippt, aber in dieser Preisklasse kann man nicht mehr erwarten.

          Doch vom Touchpad schon. Es ist die eine Schwachstelle dieses Chromebooks, weil es sich nicht ganz zuverlässig bedienen lässt. Die Bewegungen sind zu schnell, und hin und wieder springt der Mauszeiger. Die andere Schwäche dieses Notebooks ist der zu kleine Akku. Der hält offiziell sechs Stunden, bei durchschnittlicher Nutzung eher noch weniger. Das ist schade, weil das Chromebook sympathisch und günstig ist - sofern man auch Google mag.

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